Catalogues/Checklist |
|
Corresponding author: Michael Hohla ( m.hohla@eduhi.at ) Academic editor: Christian Sturmbauer
© 2025 Michael Hohla, Heiko Korsch, Markus Hofbauer, Karl-Georg Bernhardt, Wolfgang Diewald, Ilse Foissner, Dietmar Jäger, Karin Pall, Ulrike Prochinig, Michael Schagerl, Klaus van de Weyer, Thomas Gregor.
This is an open access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution License (CC BY 4.0), which permits unrestricted use, distribution, and reproduction in any medium, provided the original author and source are credited.
Citation:
Hohla M, Korsch H, Hofbauer M, Bernhardt K-G, Diewald W, Foissner I, Jäger D, Pall K, Prochinig U, Schagerl M, van de Weyer K, Gregor T (2025) Characeen Österreichs. Checkliste, Atlas und Rote Liste der Armleuchteralgen (Charophyceae). Biosystematics and Ecology 4: e154327. https://doi.org/10.1553/biosystecol.4.e154327
|
Im Zuge des Projektes „Characeen Österreichs‟ wurden von 2005 bis 2025 7.577 Funddaten von Armleuchteralgen (Characeae) dokumentiert. Erstmals gibt es nun eine Monografie der Characeen Österreichs mit Checkliste, Verbreitungskarten der Arten und Roter Liste. Insgesamt konnten 35 Arten nachgewiesen werden. Nachweise und Gefährdungsgrade der einzelnen Arten werden detailliert für die einzelnen Bundesländer und Naturräume angegeben. Im allgemeinen Teil der Monographie werden die Erforschungsgeschichte der Characeenflora, Systematik und Nomenklatur, Ökologie und Physiologie, Lebensräume und Naturschutz behandelt. Im speziellen Teil werden Habitate und deren Gefährdung, Angaben zum Vorkommen der Arten auf verschiedenen Seehöhen, deren Morphologie, Ökologie, Bestandsentwicklung und Verbreitung mit Quellenangaben und Verbreitungskarten beschrieben. Die Characeen-Österreich-Datenbank mit allen Funddaten ist online abrufbar.
In the course of the project “Charophytes of Austria”, 7.577 records of stoneworts have been documented from 2005 to 2025. With the collected data and considering also historical records, we compiled a monograph of this group for the first time for Austria, including a checklist, species distribution maps and a Red List. A total of 35 species has been identified. Species records and IUCN Red List categories to classify their endangerment are provided for each federal state of Austria and habitats therein. The monograph is divided in two parts. The general section deals with the history of research with special emphasis on flora aspects, systematics and nomenclature, ecology and physiology, and nature conservation. The special section describes habitats, causes of endangerment, altitudinal distribution, morphology, ecology, population development and distribution of individual species, with references and distribution maps of all species provided. The data collected in the project were compiled in the database “Characeae Austria” and are available on the internet.
Stonewort, Chara, Lychnothamnus, Nitella, Nitellopsis, Sphaerochara, Tolypella, Characeae, Charales, freshwater green alga, aquatic plant, macrophyte, macroalga, checklist, Red List, Austria
Jedes Ding hat zwei Gesichter, eins des Vergehens, eins des Werdens.
Armleuchteralgen sind aus vielerlei Hinsicht interessante Organismen. Sie sind „lebende Fossilien” und besetzen in erstaunlicher Art und Weise ökologische Nischen. Letzteres hat es ihnen ermöglicht, über eine so lange Zeit zu existieren. Sie sind die letzten Überlebenden eines Stammes, dessen Vertreter über 400 Millionen Jahre alt sind. Versteinerte Fossilien („Gyrogoniten”) aus Gotland in Schweden zeigen, dass sie damals die Meere besiedelt hatten (
Armleuchteralgen zeigen zwei Gesichter (Fig.
Manche Characeen, vor allem jene in oligotrophen Seen vorkommenden Arten, gelten als gute Indikatorpflanzen. Diese reagieren empfindlich auf Veränderungen wie etwa Eutrophierung. Mithilfe der Armleuchteralgengemeinschaft lassen sich also genaue Aussagen über den ökologischen Zustand von Gewässern machen.
Kurzum: Armleuchteralgen sind faszinierend; ein Grund also, sich näher damit zu befassen. Im Zuge dieses Projektes wurden seit dem Jahr 2005 zahlreiche Gewässer auf Armleuchteralgen hin untersucht, Literatur und Datenbanken ausgewertet sowie Herbarbelege revidiert.
Die vorliegende Bearbeitung der österreichischen Characeen fasst die bisherigen Kenntnisse zusammen. Diese sind bezogen auf die Verbreitung der einzelnen Arten im Gebiet ebenso wie im Hinblick auf die Intensität der Beschäftigung mit den verschiedenen Lebensräumen der Characeen noch heterogen, teilweise sogar lückenhaft. Selbst manche Artzuordnungen sind noch nicht gesichert, sodass die Erforschung der Characeen Österreichs keineswegs als abgeschlossen anzusehen ist. Die vorliegende Publikation soll auch Wissenslücken aufzeigen und zu einer weiteren Erforschung der Armleuchteralgen Österreichs anregen.
„So hauchfeine Ideen getreulich wiederzugeben, kommt dem Versuch gleich, einen Gegenstand nach der Natur abzubilden, der sich fortlaufend entzieht oder höchstens flüchtig zeigt. Man hat sich wohl oder übel zu gedulden und weiterzuforschen” (Joseph Joubert 1754–1824; aus:
Michael Hohla
Bereits vor etwa 400 Jahren wurden Armleuchteralgen zwar beachtet, jedoch wegen ihrer ähnlichen Wuchsform mit den Schachtelhalmen verglichen. So findet man im „Pinax Theatri Botanici” von
Der wissenschaftliche Gattungsname „Chara” wurde von Carl von Linné im Jahr 1753 geprägt, wobei er auf frühere Benennungen zurückgriff. Die Bedeutung von Chara ist unklar. Linné beschrieb in seiner Publikation vier Arten: Chara tomentosa, Chara vulgaris, Chara hispida und Chara flexilis (
Die vermutlich früheste Angabe von Armleuchteralgen aus Österreich findet man in Wilhelm Heinrich Kramers „Elenchus vegetabilium et animalium per Austriam Inferiorem” (
Chara vulgaris wird in der Folge auch von Nikolaus Joseph Jacquin (*16.2.1727 in Leiden; †26.10.1817 in Wien,
Einen weiteren frühen Hinweis auf das Vorkommen von Vertretern der Gattung Chara findet man in der „Synopsis Plantarum In Austria Provinciisque Adiacentibus Sponte Crescentium” von Nicolaus Thomas Host (*6.12.1761 in Fiume bzw. Rijeka in Istrien; †13.1.1834 in Wien;
2.1.1. Das 19. Jahrhundert
Die eigentliche Erforschungsgeschichte der österreichischen Armleuchteralgen begann Anfang des 19. Jahrhunderts in Vorarlberg mit Jacob Gottlieb Custer (*18.5.1789; †10.2.1850; Fig.
Über Custers Familienverhältnisse weiß man dank eines Aufsatzes von Heinrich L. Custer über die Schultagebücher von Jakob Gottlieb Custer gut Bescheid (Staatsarchiv St. Gallen W 076/1.20.1.2). Darin heißt es: „Der Tagebuchführer Jakob Gottlieb Custer, der langsam ins Studentenalter hineinwuchs, wurde von den damals aufkommenden Wissenschaften mächtig angezogen. Er wäre gerne Botaniker geworden. Der Vater aber, von dem wir wissen, daß er „zur Klasse der ruhigen Pragmatiker gehört‟, zeigte dafür keine Begeisterung. So wurde Jakob Gottlieb Arzt und betrieb als Nebenfach die Botanik. Er betätigte sich nach abgeschlossenem Studium als k. und k. österreichischer Militärarzt, als Privatarzt und Botaniker eines Fürsten in der Gegend von Moskau und ließ sich später zuerst in Thal und dann in Rheineck nieder.” (Custer s. d.).
Nicht zuletzt durch einen Nachruf im Staatsarchiv St. Gallen (W 076/1.20.1.5) können wir uns auch heute noch ein Bild über die Person Jakob Gottlieb Custer und dessen Persönlichkeit machen: „Aus der Appenzellerzeitung von Herrn Dr. Küng eingesandt, wahrsch. St. Gallen, d. 10. Februar starb in Rheineck Hr. M. Dr. Custer in Folge eines Geschwürleidens im Dikdarm. Gerne würden wir gesehen haben, wenn irgend ein St.Gallerblatt einige Zeilen dem Hingeschiedenen gewidmet hätte. Custer war nämlich eine edle Kombination. Seine ausgezeichnet kollegialische Persönlichkeit, seine hohe Begeisterung für die Wissenschaft, in der er so Grosses leistete, seine Bescheidenheit, die sich schon bei innerem Bewusstsein des eigenen Werthes genügte, seine wahrhaft unermüdete Thätigkeit auch ausser dem Berufe, besonders als Freund der Pflanzenwelt werden uns diese Originalität in stetem warmem Andenken erhalten. Wer diesen Mann noch näher kannte u. seine Hülle zu Grabe tragen sah, musste tief ergriffen werden.”.
Jakob Gottlieb Custer erforschte die Pflanzenwelt am Bodensee bei Lindau und Bregenz und im schweizerischen Rheintal (
Mit dem „so eifrigen als gründlichen und gefälligen Botaniker” Herrn Dr. Custer in persönlicher Verbindung stand der Arztkollege Anton Eleutherius Sauter (*18.4.1800 in Großarl; †6.4.1881 in Salzburg;
Während des eineinhalbjährigen Aufenthaltes in Bregenz botanisierte er intensiv, zum Teil gemeinsam mit J. G. Custer. Später verfasste er, ebenfalls viele Funddaten von Custer berücksichtigend, die „Schilderung der Vegetationsverhältnisse in der Gegend um den Bodensee und in einem Theil Vorarlbergs‟ (
Vor allem die Arbeiten von Alexander Carl Heinrich Braun (*10.5.1805 in Regensburg; †29.3.1877 in Berlin;
Bereits in den Sommerferien 1822 unternahm der 17jährige Braun lange Fußwanderungen durch die östliche Schweiz, bei denen er Gebirgspflanzen sammelte. Am Rückweg besuchte er noch die Insel Mainau und botanisierte an den Ufern des Bodensees (
Besonders Armleuchteralgen begleiteten Alexander Braun sein gesamtes Leben. Zu den Characeenarten, die er neu für die Wissenschaft beschrieb, gehörten z. B. Chara connivens, Ch. strigosa und Ch. tenuispina (
Alexander Braun hatte bei seinen Aufenthalten in der Schweiz einige Seen besucht und wurde von Gewährsleuten, wie etwa von Franz Xaver Leiner (1804–1846), Apotheker in Konstanz (
In den österreichischen Herbarien befinden sich zahlreiche Belege von Armleuchteralgen, die von Alexander Braun bestimmt bzw. revidiert wurden, und viele Botaniker dieser Zeit standen damals mit ihm in Korrespondenz. So erwähnt
Aber zurück zu Alexander Braun: Dieser war damals sozusagen „das Maß aller Dinge‟ in der Characeenforschung. Viele Botaniker wurden von Braun unterstützt und durch ihn angeregt, sich mit Characeen zu beschäftigen. Seine Bestimmungen und Revisionen sind auch heute noch in hohem Maß verlässlich. Manche der von ihm akzeptierten Namen sind aber teilweise nicht mehr „aktuell”, z. B. seine Chara crinita (der nun gültige Name ist Chara canescens), Chara intermedia (nun Chara papillosa) usw. (s. u., Kapitel Systematik und Nomenklatur).
Braun veröffentliche Grundlagenarbeiten wie etwa über die Characeen der Schweiz, die Characeen Afrikas usw. (
Von den Beobachtungen Alexander Brauns profitierte etwa Marc Aurel Höfle (*2.4.1818 in Markdorf am Bodensee; †4.2.1855 in Heidelberg), praktischer Arzt und Dozent der Medizin an der Universität Heidelberg (
Ein weiterer am Bodensee tätiger Naturforscher war Pater Thomas Aquinas Bruhin (*22.5.1835 in Schwyz; †8.10.1895 in Bern;
Bereits 1847 entstand die erste zusammenfassende Publikation über die Characeen Österreichs. Es war die Inaugural-Abhandlung von Ubald Ganterer (*17.5.1820 in Pörtschach am Wörthersee; †1.7.1850 in Venedig) zum „Doctor der Medicin und Chirurgie, Magister der Augenheilkunde und Geburtshilfe und k. k. Oberfeldarzte”. Da bisher kaum biographische Daten über diese Person publiziert wurden, berichten wir in Folge etwas ausführlicher über ihn:
Ubald Ganterer wurde am 17.5.1820 in Pörtschach am Wörthersee geboren (Pörtschach a. W., PA, Matricula, Geburtsbuch II, Nr. 78; nicht 1855 wie in
Ubald Ganterer trat daraufhin in den Militärdienst ein, denn seine Ausbildung an der Joseph-Akademie war an eine achtjährige Dienstleistung im k. k. Militär gebunden. Aufgenommen wurde Ganterer dort am 22.3.1847 vom k. k. Herrn Rath und Stabs-Feldarzte Dr. Joseph Kottmayer. Letzteren kannte Ganterer aufgrund dessen Lehrtätigkeit in der Joseph-Akademie (Militär-Schematismus des österreichischen Kaiserthumes 1850, kaiserl. königl. Hof- und Staats-Druckerei, Wien). Ganterer belegte dabei den Rang eines Oberarztes im Infanterieregiment Nr. 3, das zu dieser Zeit in Italien stationiert war. Es war eine politisch unruhige Zeit. Während der Märzrevolution 1848 versuchten einige italienischen Städte, wie etwa Mailand und Venedig, die österreichische Herrschaft abzuschütteln. In diesem „Ersten Italienischen Unabhängigkeitskrieg‟ war Ubald Ganterer involviert. Laut Personalbeschreibung war Ubald Ganterer von sanftem Gemüt, verlässlich und sehr eifrig. Allerdings war er nicht bei bester Gesundheit: Laut Eintragung in der National- und Conduiteliste war er schon damals mit Bluthusten behaftet. Am 1.7.1850 verstarb Ubald Ganterer in Venedig (Beilage zum österreichischen Soldatenfreund v. 30.10.1851 Nr. 130). Als Todesursache wird in der Sterbeeintragung (Regimentsmatrik) „Wassersucht‟ angeführt. Beigesetzt wurde er am 3.7.1850 im „venetianer Friedhof”. (Folgende Quellen wurden herangezogen: AT-OeStA/KA Pers GB OuM Reg IR 3 159 Grundbuchsblatt Infanterieregiment Nr. 3, 1841–1860, Abgangsklasse II, Heft 1, Seite 23 (Karton Nr. 159); Conduiteliste Militärärzte, Nr. 3601–3696 (1830 (ca.)–1879, Mikrofilm Nr. 1783939); Militärmatriken-Band AB 01251).
Ganterers in Pettau (slowenisch Ptuj) lebende Schwester Franzisca Wessenhak (*4.2.1819 in Pörtschach) schenkte das Herbarium des Bruders dem natur-historischen Museum Klagenfurt, dem heutigen Landesmuseum Klagenfurt (Carinthia Nr. 26 v. 29. März 1853), und auch seine wohl für das Medizinstudium notwendig gewesenen Skelette (
In seiner Inaugural-Abhandlung dankt Ubald Ganterer vor allem seinen Lehrern Ignaz Bischoff von Altenstern (1784–1850) und Johann Dreyer von der Iller (1803–1871;
Ein umtriebiger, vielseitig interessierter Naturforscher war Friedrich Kokeil (*23.12.1802 in Laibach; †31.3.1865 in Klagenfurt;
Friedrich Kokeil sammelte vor allem im Raum Klagenfurt bzw. am Wörthersee Characeen (etwa Nitella syncarpa, Nitella gracilis, Chara braunii, Chara tenuispina, Chara tomentosa u. a.) und stand mit den Experten seiner Zeit, vor allem Alexander Braun und Hermann Leonhardi in Kontakt. Ihm zu Ehren beschrieb
Eng in Kontakt mit Kokeil stand Pater David Pacher (*5.9.1816 in Obervellach; †29.5.1902 in Obervellach;
Unter den Characeensammlern ist auch der Afrikaforscher Friedrich Welwitsch (25.2.1806 in Maria Saal; †20.10.1872 in London;
A. Friedrich Welwitsch (1806–1872), Foto aus dem „Khek-Botaniker-Album” (Foto: E. Speta). B. Chara canescens Loisel., In lit. ad lac. Peisoni, [1]827 et [1]828, leg. Welwitsch; Chara baltica Fries et Asper, Neusiedlersee, Legit. Communicavit. Welwitsch, Collectio Algarum C. M. Diesing, Anno 1840, Herbarium des Naturhistorischen Museums Wien; der älteste Beleg dieser Art in Österreich (Foto: M. Hohla).
(Anmerkung: Karl Moritz Diesing (*16.6.1800 in Krakau; †10.1.1867 in Wien;
Nach
Es war Baron Hermann von Leonhardi (*12.3.1809 in Frankfurt am Main; †21.8.1875 in Prag;
Leonhardi studierte in Göttingen Philosophie unter Krause, dessen begeisterter Anhänger er wurde, in München unter Schelling und Baader, an letzterem Ort auch Naturwissenschaften (
In der Botanik war Leonhardi vor allem an Algenkunde interessiert und arbeitete mit seinem Freund Alexander Braun (s. o.) eng zusammen. Im Jahr 1864 wurde Hermann von Leonhardi zum Mitglied der Leopoldina gewählt (er erhielt die Matrikelnummer 2033 und das Cognomen Pythagoras III). Diesem glücklichen Umstand verdanken wir das scheinbar einzige erhalten gebliebene Foto von ihm. Es konnte im Archiv dieses Vereins gefunden werden. Am 21.8.1875 starb Hermann Leonhardi in Prag an den Folgen eines Schlaganfalls; nur zehn Tage später verschied auch seine Gattin Sidonie an „Lungenlähmung‟ (Neue Freie Presse. Abendblatt. v. 23.8.1875 und Prager Abendblatt v. 4.9.1875).
Leonhardis Publikation über die österreichischen Armleuchteralgen blieb nicht die einzige. Bereits 1863 erschien eine Arbeit über die böhmischen Characeen (
Leonhardi beschrieb Chara dissoluta, die er A. Braun zuschrieb, neu für die Wissenschaft und führte Umkombinationen zu heute gebräuchlichen Namen bei Lychnothamnus barbatus, Nitella confervacea, und Tolypella glomerata durch. Er untersuchte Belege aus den damaligen Herbarien des böhmischen Museums, der Prager k. k. Universität und des Kreuzherrenstiftes zu Prag, des kaiserlichen Museums im Wiener k. k. botanischen Garten sowie aus vielen Privatherbarien.
Zu den Gewährsleuten und Characeensammlern Leonhardis zählten Kollegen wie etwa Alexander Skofitz (*21.1.1822 in Rzeszów in Galizien; †17.11.1892 in Wien;
Reuss war u. a. ein Pionier der Schulhygiene; nach Reuss sind die Reuss Farbtafeln benannt, mit deren Hilfe früher der Grad der Farbenblindheit festgestellt wurde. August Leopold Reuss war der Sohn von August Emanuel von Reuss (*8.7.1811 in Bilin in Böhmen, †26.11.1873 in Wien;
Chara canescens war bis dahin in der Monarchie Österreich-Ungarn vor allem aus Ungarn und Siebenbürgen bekannt; Ch. connivens stellte einen Neunachweis für die Monarchie dar. Die Salzflora in dieser Gegend ist heute leider großteils zerstört. „Die Bestimmung der Characeen verdanke ich der Güte der Herren Prof. Freiherr v. Leonhardi und Prof. AI. Braun; beiden Herren sage ich hiefür, so wie Ersterem für die freundliche Aufmunterung, die mir stets von demselben zu Theil wurde, meinen wärmsten Dank” (
Zu den weiteren wichtigen Gewährsleuten Leonhardis zählte „Privatdocent der Botanik” Heinrich Wilhelm Reichardt (*16.4.1835 in Iglau bzw. Jíhlava in Tschechien; †2.8.1885 in Mödling;
Im 19. Jahrhundert war es modern, Characeen zu sammeln. Fast alle Botaniker dieser Zeit hatten sich mehr oder weniger intensiv damit beschäftigt. Neben den zuvor genannten Personen sammelten noch weitere Zeitgenossen Armleuchteralgen, etwa der Bryologe Jacob Juratzka (*8.7.1821 in Olomouc, Mähren; †22.11.1878 in Wien;
Otto Stapf (*23.3.1857 in Perneck bei Bad Ischl; †4.8.1933 in Innsbruck), der später in Kew als Botaniker Karriere machte (
Ein weiterer Botaniker mit Interesse für Armleuchteralgen war Ferdinand Philipp Johann Schur (*18.2.1799 in Königsberg in Preußen heute Kaliningrad; †27.5.1878 in Bielitz in Schlesien heute Bielsko-Biała,
Es wird berichtet, dass Alexander Braun im Jahre 1856 an der Wiener Naturforschertagung teilgenommen und bei dieser Gelegenheit Schurs Characeen durchgesehen und dessen Arbeiten kritisiert hat (
Ein ausgesprochener Algenspezialist, der sich auch mit den Armleuchteralgen beschäftigte, war Albert Grunow (*3.11.1826 in Berlin; †17.3.1914 in Berndorf;
Siegfried Stockmayer (*8.8.1868 in Wien; 20.3.1933 in Wien;
Im Herbarium der Universität Wien (WU) befinden sich heute noch etliche Characeen-Belege aus dem Herbar Kerner, die meisten aus Tirol, aber auch etliche von „A. Reuss” (Vater?) gesammelte Belege aus Niederösterreich (
In der ältesten Regionalflora von Oberösterreich, der „Flora von Reichersberg‟ (
In Oberösterreich begann die Geschichte der Characeenforschung konkret mit einem Beleg von Joseph von Mor-Merkl zu Sunegg und Morberg (*12.3.1783 in Lodrone in Südtirol; 25.9.1846 in Linz; Österreichisches Staatsarchiv AT-OeStA/KA NL 103;
Die bedeutendsten Persönlichkeiten der Kryptogamenforschung in Oberösterreich waren Ignaz Sigismund Pötsch und Karl Schiedermayr. Ignaz Sigismund Pötsch (*29.10.1823 in Türmaul bzw. Drmaly in Böhmen; †23.4.1884 in Mitterberg b. Randegg in Niederösterreich;
Karl Schiedermayr (*3.11.1818 in Linz; †29.10.1895 in Kirchdorf an der Krems;
Im Bundesland Salzburg haben sich im 19. Jahrhundert neben Anton E. Sauter (s. o.) nur ganz wenige Botaniker für Characeen interessiert. Es existieren lediglich einige Beifunde, wie jene von Friedrich Karl Max Vierhapper (*7.3.1876 in Wien; †11.7.1932 in Wien,
Eher dürftig war die Characeen-Sammeltätigkeit damals auch in der Steiermark. Diese konzentriert sich vor allem auf das steirische Salzkammergut um Aussee, wo etwa der Algenforscher und erster Direktor der Bürgerschule Leipzig Carl Otto Bulnheim (12.3.1820 in Bautzen; †26.3.1865 in Leipzig;
Karl Josef Titus Rechinger (*9.4.1867 in Wien; †29.11.1952 ebenda; Fig.
In der restlichen Steiermark, also südlich der oberen Steiermark, gab es nur ganz vereinzelte Aufsammlungen von Armleuchteralgen, so etwa der Beleg von Nitella mucronata, gesammelt von Franz Xaver von Feiler (2.11.1801 in Wien; †30.12.1862 in Eibiswald; Wien Geschichte WIKI; letzte Abfrage: 8.10.2024) in einem Teich bei Eibiswald (Herbar Kerner, WU), der Beleg von Chara vulgaris im Schattensee in der Kraggau im Bezirk Murau vom Architekten und Bryologen Johann Breidler (*12.9.1828 in Leoben; †24.7.1913 in Graz;
Wesentlich detaillierter wurden im 19. Jahrhundert die Characeen Tirols untersucht, mit Ausnahme jedoch von Osttirol, von wo aus dieser Zeit überhaupt keine Aufsammlungen existieren.
In Nordtirol war es auch Friedrich Leithe (*28.3.1828 in Fieberbrunn; †15.12.1896 in Innsbruck;
Auch Anton Kerner von Marilaun (s. o.) war ein fleißiger Sammler von Armleuchteralgen in Tirol. Seine Lehrtätigkeit in Innsbruck ab 1860 und seine jährlichen Aufenthalte am Sommersitz in Trins, wo er auch als Professor in Wien jeden Sommer bis zu seinem Tode 1898 zubrachte (
Eine weitere wichtige Botanikerpersönlichkeit, die sich in Tirol mit Characeen beschäftigte, war Franz Unger (*30.11.1800 in Amthof bei Leutschach in Steiermark; †13.2.1870 in Wien;
Interessanterweise gibt es keine Armleuchteralgen-Belege von Franz von Hausmann (16.9.1810 in Bozen in Südtirol; †4.8.1878 in Bozen;
Eine große Botanikerhoffnung im zu Ende gehenden 19. Jahrhundert war Friedrich Stolz (*10.1.1878 in Innsbruck; †14.8.1899 am Seekogel im Pitztal;
Es gibt noch eine Reihe von weiteren Botanikern, die in Tirol nach Characeen suchten und diese auch belegten, etwa der Kitzbühler Apotheker Joseph Traunsteiner (*18.12.1798 in Kitzbühel; †19.3.1850 in Kitzbühel;
Auch der Naturforscher und Lehrer Karl Gabriel Baenitz (*28.1.1837 in Marienwalde in Brandenburg; †3.1.1913 in Breslau bzw. Wroclaw;
Der Wissensstand über die Characeen von Tirol und Vorarlberg des 19. Jahrhunderts wird von
Sein Mitautor und Freund Ludwig von Sarnthein (*4.1.1861 in Hermannstadt bzw. Sibiu in Siebenbürgen; †1.2.1914 in Hall in Tirol;
Das Wissen um die Armleuchteralgen des 19. Jahrhunderts im gesamten Österreich wird vor allem durch das große Werk „Die Characeen Deutschlands, Oesterreichs und der Schweiz unter Berücksichtigung aller Arten Europas” (
Auch in den österreichischen Herbarien befinden sich viele Belege, die von Migula revidiert wurden, etwa von Johann Breidler (s. o.) aus Niederösterreich und Steiermark, Lorenz J. Kristof (*7.8.1842 in Heiligenstadt in Kärnten; †17.12.1912 in Graz; Grazer Volksblatt v. 18.12.1912) aus Kärnten, Friedrich Leithe (s. o.) aus Tirol Hans Neumayer (*27.9.1887 in Wien; †8.10.1945 in Wien; Sohn eines Wiener Bürgermeisters;
Die Characeen-Belege von Anton Heimerl (*12.2.1857 in Pest in Ungarn; †5.3.1942 in Wien;
Paul Sydow (*1.11.1851 in Callies in Preußen, heute Kalisz Pomorski in Polen; †26.2.1925 in Sophienstädt bei Ruhlsdorf in Brandenburg;
2.1.2. Das 20. Jahrhundert
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam es in Österreich zu einem starken Rückgang in der Characeenforschung. Eine mögliche Ursache könnte sein, dass sich die Phanerogamen-Botaniker nicht mehr „zuständig‟ gefühlt hatten für die Characeen, die Algenfachleute hielten sie jedoch eher für „Phanerogamen‟. In den damaligen Pflanzenbestimmungsbüchern wurden die Armleuchteralgen nicht mehr berücksichtigt. Sie befanden sich sozusagen „zwischen den Stühlen‟. Sicherlich gab es auch kriegs- und krisenbedingte Rückgänge der Sammelaktivitäten.
Das neue Jahrhundert begann mit einigen 1901 und 1903 von Karol Mergl gesammelten Belegen (BRA) aus dem Neusiedler See. Karol Mergl (*27.4.1876 in Preßburg, heute Bratislava; †30.10.1953 in Bratislava;
Franz Höhnel (*24.9.1852 in Zombor, damals Ungarn, heute Slowakei; †11.11.1920 in Wien;
Nach den Sammelaktivitäten Karl Rechingers und seiner Frau Lily im steirischen Salzkammergut in den Jahren 1904 bis 1906 (s. o.) „riss‟ es förmlich ab. Zu den wenigen Aufsammlungen bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts zählen etwa einige wenige Characeenfunde von Friedrich Karl Max Vierhapper (s. o.) im Lungau im Bundesland Salzburg oder der Fund von Chara virgata 1908 im Tiroler Gschnitztal durch Richard Wettstein von Westersheim (*30.6.1863 in Wien; †10.8.1931 in Trins in Tirol;
Auch der Sohn Karl Rechingers, Karl Heinz Rechinger (*16.10.1906 in Wien; †30.12.1998 in Wien;
Nándor Filarszky (*18.10.1858 in Késmárk, heute Kežmarok in der Ostslowakei; †23.6.1941 in Budapest;
Seine zum größten Teil in der Handschrift verbliebene Chara-Monographie kann als die größte literarische Leistung seines Lebens betrachtet werden. Die Monographie besteht aus drei Teilen. Der erste Teil behandelt die allgemeine Naturgeschichte der Characeen. Der zweite Teil enthält das System der Characeen und die ausführliche Beschreibung der europäischen Arten. Der dritte Teil enthält dreierlei alphabetisch geordnete Register. Er beschreibt 65 europäische Arten und bietet eine Übersicht über ihre mehr als 650 Formen. Zu ihrer Bestimmung fügt er auch einen Schlüssel bei. Wir erfahren, dass die Anzahl der in Ungarn vorkommenden Characeen-Arten 44 beträgt und die bisher beschriebenen Formen sich auf 350 belaufen, darunter die durch Filarszky beschriebenen 174 neuen Formen. Filarszky berichtete in mehreren Publikationen über Characeenvorkommen in Ungarn, Slowakei, Kroatien, Rumänien und einigen Ländern der Balkanhalbinsel (
Ein weiterer Characeenexperte war Jan Vilhelm (*10.5.1876 in Jungbunzlau, heute Mladá Boleslav; †18.6.1931 in Prag;
Es sollte dann in Österreich wie auch in vielen anderen Ländern, bis auf ganz wenige Ausnahmen, einige Jahrzehnte bis zur Wiederbelebung der Characeen gegen Mitte des 20. Jahrhunderts dauern.
Eine herausragende Persönlichkeit der Kryptogamenforschung in jener Zeit war Helmut Gams (*23.9.1893 in Brünn bzw. Brno, Tschechien; †13.2.1976 in Innsbruck;
Der Moor- und Moos-Experte Robert Krisai (*4.10.1932 in Braunau; †8.10.2019 in Braunau,
Mit Elsa-Lore Kusel-Fetzmann (*9.3.1932 in Mödling; †16.4.2020 in Baden;
Auch wenn sie keine ausgesprochene Characeenspezialistin war und auch keine umfassende Characeenpublikation veröffentlichte, war sie doch in den 1960er und 1970er Jahren in Österreich die erste Instanz, wenn es um Armleuchteralgen ging. Ihr Nachweis von Lychnothamnus barbatus im Klopeiner See im Jahr 1971, über den sie gemeinsam mit dem späteren Agrarbiologen Hans Lew berichtete, war spektakulär (
Pablo Jorge Weisser (*24.7.1941 in Valparaiso in Chile;
Bei ihrer Dissertation von Elsa-Lore Kusel-Fetzmann betreut wurde Luise Schratt (verh. Schratt-Ehrendorfer). Luise Schratt-Ehrendorfer (*5.2.1956 in St. Veit/Glan;
Am Rande beschäftigte sich der Limnologe Heinz Löffler (*17.3.1927 in Wien; †13.10.2006 in Wien;
Die Makrophytenvegetation des Bodensees wurde über viele Jahre hinweg von Gerhard Lang (*21.10.1924 in Ravensburg; †19.6.2016 in Biberach an der Riß;
Ebenfalls eng mit dem Bodensee verbunden ist Klaus Schmieder (*10.8.1961 in Schapbach in Schwaben; pers. Mitt.). Er hat 1983 bis 1989 in Konstanz Biologie studiert und 1989 bis 1993 in Hohenheim promoviert. Klaus Schmieder arbeitet heute am Institut für Landschafts- und Pflanzenökologie der Universität Hohenheim. Seine Forschungen ermöglichen den Vergleich mit den Ergebnissen von Gerhard Lang (s. o.). Diese lassen eine zwischenzeitlich eingetretene deutliche Verbesserung des Bodensees erkennen (
Wolfgang Holzner (*31.8.1942 in Mödling; †29.10.2014, letzter Wohnort: Kottes-Purk;
Die Arbeiten von Friederike Thaler (*30.1.1944 in Wien, geb. Friederike Kohout; pers. Mitt.) über die Characeen von Attersee, Mondsee und Fuschlsee (
Auch einige Botanikerinnen und Botaniker in Kärnten profitierten in den 1980er Jahren von der Unterstützung durch den großen Characeen-Experten Werner Krause. Angeregt durch dessen Hilfe und persönlichen Besuche (z. B. 1985) sammelten Gerfried Horand Leute (*14.6.1941 in Klagenfurt; pers. Mitt.), gemeinsam mit Isolde Edeltraut Müller, Michael Kosch und Wilfried Franz (*2.8. 1946 in Klagenfurt; pers. Mitt.) in den Kärntner Seen intensiv nach Characeen. Diesem Umstand verdanken wir heute eine gute Kenntnis über die Characeen dieser Zeit in den Kärntner Seen. Ende der 1970er Jahre bestimmte Elsa-Lore Kusel-Fetzmann (s. o.) noch deren Aufsammlungen.
So wie Alexander Braun und später Walter Migula (s. o.) war Werner Krause in den 1980er und 1990er Jahren die große Koryphäe der Characeenforschung in Mitteleuropa. Werner Krause (*20.3.1911 in Leipzig; †5.10.2000 in Aulendorf;
Eine der ersten ausschließlich auf Wasserpflanzen bezogenen Untersuchungen eines österreichischen Sees führte der Limnologe und Gewässerökologe Arnulf Melzer (*1947 in Cham;
Eher nur am Rande mit Characeen hat sich Eugen Rott beschäftigt. Eugen Rott (*1951 in Innsbruck; ZOBODAT) war ao. Universitäts-Professor am Institut für Botanik und erstellte mit MitarbeiterInnen (darunter Karin Pall, s. u.) Indikationslisten für Aufwuchsalgen in Österreich (
Clemens Pichler (*18.9.1971 in Wien; pers. Mitt.) studierte 1990 bis 1996 Biologie und Erdwissenschaften sowie Französisch (Lehramt) an der Universität Wien, seine Diplomarbeit „Über den Einfluß des Lichtgenusses auf die Zusammensetzung der Photosynthesepigmente von Characeen‟ wurde von Michael Schagerl betreut (
2.1.3. Das 21. Jahrhundert
Das Erscheinen des Bandes der Süßwasserflora zu den Characeen (
Die FFH-Richtlinie (Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen) wurde im Jahr 1992 von den damaligen Mitgliedstaaten der Europäischen Union verabschiedet. Eines ihrer wesentlichen Instrumente ist ein zusammenhängendes Netz von Schutzgebieten, das Natura 2000 genannt wird. Vor allem der Lebensraumtyp 3140 nach Anhang I der FFH-Richtlinie in Österreich betrifft die Characeen. Es handelt sich dabei um die „oligo- bis mesotrophen kalkhaltigen Gewässer mit benthischer Vegetation aus Armleuchteralgen‟. Aber auch andere im Anhang I genannten Süßwasserlebensräume betreffen Characeen-Lebensräume (
Die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL, RL 2000/60/EG) trat im Jahr 2000 in Kraft und zielt darauf ab, bis 2015, mit Ausnahmen spätestens 2027, einen guten ökologischen und guten chemischen Zustand für Oberflächengewässer sowie ein gutes ökologisches Potenzial und einen guten chemischen Zustand für erheblich veränderte oder künstliche Gewässer zu erreichen. Die WWRL wurde im Jahr 2003 durch die Novelle des Wasserrechtsgesetzes 1959 (BGBl. Nr. 215/1959 i.d.g.F.) in nationales Recht überführt. Mit der Gewässerzustandsüberwachungsverordnung (GZÜV, BGBl. II Nr. 479/2006, Novellierung mit BGBl. II Nr. 465/2010) wurden im Jahr 2006 die Vorgaben der WRRL zum Monitoring in Österreich umgesetzt und die bestehenden österreichischen Überwachungsprogramme entsprechend angepasst (
Die FFH-Richtlinie und die WWRL der EU führten seit Inkrafttreten zu intensiven Untersuchungen österreichischer Gewässer. Da gerade die Characeen, deren Artenzusammensetzung und Entwicklung einen guten Einblick in den ökologischen Zustand von Gewässern ermöglichen, wurde diese Gruppe ebenfalls im Zuge der Gewässerkartierungen erfasst. Die Umsetzung der WRRL bewirkte vor allem die Untersuchung relativ großer Seen; die für die Characeen sehr wichtigen kleinen Seen, Teiche, Tümpel, etc. spielen dabei leider nur eine sehr untergeordnete Rolle.
Die Makrophyten der meisten größeren Seen in Österreich und der Augebiete im Raum Wien wurden inzwischen von Karin Pall (*15.3.1960 in München; pers. Mitt.) und den Mitarbeiter*innen bzw. Projektpartner*innen ihres Unternehmens erforscht. Ihre 1994 am Attersee durchgeführten Untersuchungen (
Zu ihrem Team gehör(t)en: Adolf Hippeli, Susanne Hippeli, Veronika Mayerhofer, Stefan Mayerhofer, Sascha Pall und Bernhard Plachy. Karin Pall studierte 1979 bis 1986 Biologie und Chemie sowie 1979 bis 1987 Sport an der Technischen Universität München. Ihre Dissertation an der Universität Innsbruck hatte zum Thema: „Ecological Quality Assessment of Lakes by Use of Aquatic Marcophytes‟ (
Eine weitere Institution, die sich mit Qualitätserhebungen von Seen befasst ist das Kärntner Institut für Seenforschung (KIS) des Amtes der Kärntner Landesregierung. Das Land Kärnten (Abteilung 8 Umwelt, Energie und Naturschutz) überprüft jährlich die Wasserqualität von mehr als 48 Kärntner Seen (KIS 2024). Maßgeblich für die Erhebung von Makrophytendaten (inklusive Characeen) waren in den Jahren zwischen 2003 und 2007 Karin Pall mit ihrem Team (s. o.), später Ulrike Prochinig und Maria Friedl, die in den Folgejahren an bestimmten Referenzstellen der großen Seen Erhebungen durchgeführt haben. Ulrike Prochinig (*16.8.1966 in Leoben; pers. Mitt.) studierte Biologie, Zoologie, an der Karl-Franzens-Universität in Graz, das Thema ihrer Diplomarbeit: „Erhebung des Fischbestandes des Speichers Koralpe” (
Besonders gründlich untersuchte Dietmar Jäger (*10.5.1960 in Lustenau;
Der Bodensee ist auch weiterhin ein zentrales Objekt der Characeenforschung (
Iris Baart (*20.12.1980 in Wilrijk in Belgien;
Die Makrophyten der Donaualtwässer in Wien und Niederösterreich wurden auch von Jakob Vielberth (*1990 in Graz) untersucht. Seine Masterarbeit an der Universität für Bodenkultur (Vielbert 2017) wurde von Karl-Georg Bernhardt und Steffen Hameister betreut. Sie enthält viele Angaben von Characeen aus den Donauauen (Lobau, Stopfenreuther Au, bei Orth an der Donau und Eckartsau).
Karl-Georg Bernhardt (*24.5.1957 in Hamm/Westfalen in Deutschland; pers. Mitt.,
Gemeinsam mit Karin Pall organisierte Karl-Georg Bernhardt eine Characeentagung (7.6.2018 bis 10.6.2018) in Lunz sowie ein Treffen der Arbeitsgruppe „Charophytes of Europe” (
A. Exkursion der Arbeitsgruppe „Charophytes of Europe” 2018 im Seewinkel im Burgenland – vorne rechts: Heiko Korsch, in der Mitte (sprechend): Uwe Raabe, Dritter von links: Roman Romanov. B. Tagung Arbeitsgruppe „Charophytes of Europe” 2018 in Wien – vorne sitzend, von links nach rechts: Heiko Korsch, Thomas Gregor, Nadia Abdelahad (Foto: H. Schubert).
Von diesen beiden Veranstaltungen existieren Kartierungslisten, gesammelt von den Teilnehmenden Volker Krautkrämer (*26.2.1951 in Saarbrücken; pers. Mitt.) und Silke Oldorff (*10.7.1965 in Zehdenick/Brandenburg; pers. Mitt.), die auch in anderen Gewässern in Österreich tauchten und Belege sammelten bzw. Daten erhoben (
Ralf Schaible (*7.9.1971 in Calw;
Besonders auf die Gewässer des Burgenlandes hat sich Uwe Raabe konzentriert. Von Bedeutung sind seine Nachweise von Chara tenuispina, Chara braunii und Nitella gracilis; letztere eine unscheinbare Art, die von ihm in mehreren Kleinstgewässern des Burgenlandes gefunden wurde (
Alexander Mrkvicka (*24.7.1966 in Wien), Irene Drozdowski (*6.5.1978 in Wien) und Georg Mrkvicka (*1.8.1995 in Wien; alle pers. Mitt.) untersuchten im Zeitraum von 2006 bis 2011 in Summe 68 Seen des steirischen Salzkammergutes nach Wasserpflanzen und publizierten ihre Ergebnisse (
Der norwegische Biologe und Algenspezialist Anders Vidar Langangen (*1942 in Porsgrunn in Norwegen, †14.5.2025 in Oslo;
Aus vielen Seen der österreichischen Alpen und Voralpen existieren Daten und Belege von Wolfgang Diewald (*20.2.1971 in Straubing, pers. Mitt.). Diewald studierte Biologie mit Schwerpunkt Botanik an der Universität Regensburg und ist heute als selbstständiger Biologe tätig. Im Zuge mehrerer Biotopkartierungen tauchte er in den oberösterreichischen Seen nach Wasserpflanzen, z. T. gemeinsam mit der Malakologin, Taucherin und Höhlenforscherin Anke Oertel, Kuratorin des öffentlichen Aquariums im Haus der Natur in Salzburg bzw. mit der Biologin Veronika Schleier (z. B.
Characeentagung 2023 in Gmunden (von links nach rechts): Elke Naumer-Bernhardt, John Bruinsma, Frank Pätzold, Sebastian Bernhard, Jens Päzolt, Susan Wittwer, Sebastian Meis, Klaus van de Weyer, Annemarie Schacherer, Karl-Georg Bernhardt, Egbert Korte, Markus Hofbauer, Bjarne Riesbeck, Heiko Korsch, Thomas Gregor, Christian Jorda, Ulrike Prochinig, Thomas Franke, Julien Böhm, Silke Oldorff, Wolfgang Diewald, Michael Hohla, Katharina Ludwig, Irmgard Blindow, Dieter Frank, Lena Frank (Foto: J. A. Stempfer).
Michael Hohla (*16.5.1963 in Braunau am Inn) und Thomas Gregor (*25.12.1956 in Berlin) untersuchen gemeinsam seit 2006 die Armleuchteralgen Österreichs. 2011 erschien die „Katalog und Rote Liste der Armleuchteralgen Oberösterreichs” (
Michael Hohla und Thomas Gregor unternahmen gemeinsame Exkursionen zu vielen österreichischen Gewässern (Oberösterreich, Salzburg, Kärnten) und revidierten Characeenbelege der Herbarien in Österreich und in Nachbarländern (Bozen, Bern, Frankfurt, Prag, Berlin). Michael Hohla, wohnhaft in Obernberg am Inn, ist Hauptschul- und Berufsschullehrer, derzeit an der Berufsschule Ried im Innkreis, außerdem freiberuflicher Biologe und Publizist. Hohla verfasste neben vielen floristischen und populärwissenschaftlichen Beiträgen u. a. die „Flora des Innviertels” (
Die Bundesländer Oberösterreich und Salzburg sind inzwischen, was Characeen betrifft, relativ gut untersucht (vgl. z. B.
Auch in Wien, dem Burgenland und Niederösterreich wurde in den letzten Jahren vermehrt gesammelt: Zu den Sammlerinnen und Sammlern gehören Andreas Berger (*23.5.1986 in Wien; pers. Mitt.), Christian Gilli (*14.6.1983 in Horn; pers. Mitt.), Clemens Pachschwöll (*15.11.1983 in St. Pölten), Dieter Reich (*28.2.81 in Wien; pers. Mitt.), Markus Sabor (10.1.1969 in Wien; pers. Mitt.), Ruth Sander (Wien) und Norbert Sauberer (*26.5.1966 Wien; pers. Mitt.). Stefan Lefnaer (*13. Dezember 1976 in Wien; pers. Mitt.) sammelte ebenfalls Characeen in Wien und Niederösterreich und fertigte Makrofotos dieser Pflanzen an. Von Robert Hehenberger (27.10.1961 in Krems a. d. Donau; pers. Mitt.) und Markus Hofbauer (*21.2.1980 in Linz; pers. Mitt.) stammen einige Funde von Chara braunii im Waldviertel. Markus Hofbauer studiert Biologie/Botanik, an der Universität Wien und arbeitet derzeit am Projekt „Online-Atlas of the Austrian Flora‟. Markus Hofbauer führt die Datenbank des Characeen-Österreich-Projektes (vgl. Kapitel 6) und ist verantwortlich für die Auswertungen der Daten.
Im Wörthersee in Kärnten sammelte im September 2009 der Biologe und Historiker Andreas Kleewein (*8.7.1981 in Villach, lebt in Velden am Wörthersee; pers. Mitt.) Armleuchteralgen bzw. Makrophyten. Die Aufsammlungen fanden im Zuge der Untersuchungen zur Makrophytenflora des Wörther Sees statt, einerseits für eine damals angedacht gewesene Dissertation über Characeen bzw. Makrophyten Kärntens und andererseits für einen Buchbeitrag, den er gemeinsam mit Gerfried Leute und Wilfried Franz über den Wörthersee verfasste (
Vor allem in den Bundesländern Steiermark und Tirol gibt es derzeit noch Kartierungslücken. Konrad Pagitz (*2.3.1967 in Klagenfurt;
In den letzten Jahren mehren sich Angaben von Armleuchteralgen, die mit verschiedenen Naturbeobachtungsplattformen (iNaturalist, observation.org, Forum Flora Austria …) ermittelt wurden. Bei entsprechender Qualität der Fotos war es möglich, die Arten anzusprechen.
Im Jahr 2012 wurde das Projekt „Characeen Österreichs” beim 15. Treffen der Österreichischen Botanikerinnen und Botaniker in Innsbruck vorgestellt (
Thomas Gregor
Linnaeus (1753) beschrieb die Gattung Chara mit vier Arten unter „Cryptogamia Algæ”. Heute wird davon nur noch Chara tomentosa im ursprünglichen Sinn verwendet. Linnaeus’ Chara vulgaris bezeichnete Arten mit mehr oder weniger glatten Rindenzellen, Chara hispida Arten mit deutlich stacheligen Rindenzellen und unter Chara flexilis verstand er die heutigen Nitella-Arten. Etwa 200 Jahre später typisierte
Wenige weitere Arten wurden in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts beschrieben, von in Österreich vorkommenden sind dies: Conferva nidifica (= Tolypella nidifica) durch
13 weitere Arten wurden zwischen 1830 und 1849 beschrieben. 1832 beschrieb F. T. Kützing in
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen nur noch zwei Arten hinzu. Chara filiformis wurde von A. Braun in [
Die Abtrennung der heute verwendeten Gattungen Lychnothamnus, Nitella, Nitellopsis und Tolypella von Chara erfolgte zwischen 1824 und 1889.
Die Systematik der österreichischen Characeen ist vergleichsweise stabil und bildete sich im 19. Jahrhundert heraus (Fig.
Österreich lag nicht im Zentrum der Characeen-Systematik-Forschung. Typuslokalitäten sind auf den heutigen Gebiet Österreichs kaum vorhanden. Lediglich die umstrittene, hier als Synonym zu Chara tenuispina angesehene Chara kokeilii wurde von
Erstaunlich ist die bisherige Stabilität der Characeen-Taxonomie auch im Zeitalter der Molekulargenetik. Nach den Ergebnissen von Proctor (u. a. 1971) bzw.
Die Nomenklatur der Characeen ist dagegen einem gewissen Wandel unterworfen, wohl auch weil man die Autorität von Alexander Braun nicht angreifen wollte. Von ihm aufgestellte regelwidrige Namen wurden selbst noch von
Ein anderes Beispiel betrifft Chara canescens, wofür Braun regelwidrig den Namen Chara crinita verwendete (
Weiterhin lässt sich auf das illegitime Taxon Chara spondylophylla hinweisen, in deren Protolog der ältere Namen Chara pedunculata (
Im selben Jahr wurde der Name auch in einer dänischen Flora publiziert (
Ilse Foissner und Michael Schagerl
2.3.1. Einleitung
Der Begriff „Armleuchteralgen‟ umfasst eine spezielle Gruppe von Makroalgen, die mit den Gefäßpflanzen eng verwandt sind. Characeen wurden lange als Vorläufer der Landpflanzen gehandelt (
Characeen besiedeln unterschiedlichste Binnengewässertypen von Moortümpeln über Teiche, Seen und Lagunen bis hin zu langsam fließenden, kalten Bächen und können große Bestände bilden (Characeenwiesen; Fig.
2.3.2. Thallusmorphologie und Fortpflanzung
Detaillierte Ausführungen zur Morphologie und Sprossentwicklung finden sich in
Im Prinzip ist der Thallus der Characeen immer durch eine regelmäßige Abfolge kleiner, einkerniger Knotenzellen (Nodialzellen) und mehrkerniger Internodien gekennzeichnet (Figs
Fortpflanzung und Keimung. A, B. Geschlechtsorgane eines einhäusigen Exemplars von Chara cf. contraria im Rasterelektronenmikroskop (A) und Lichtmikroskop (B). Deutlich sichtbar sind die berindeten, gestreckt eiförmigen Oogonien, die bei Chara ein 5-zelliges Krönchen tragen. Darunter sitzen die Antheridien, die nach außen mit strukturierten Schildzellen geschützt sind und im Lichtmikroskop oft rötlich gefärbt erscheinen. C. weibliches Exemplar der zweihäusigen Chara canescens. In den Oogonien sind befruchtete, rötliche Oosporen = Zygoten erkennbar. Deutlich ist auch die Berindung der Kurztriebe erkennbar. D. keimende Zygote mit aufstrebenden Protonema und Rhizoiden. E. Mikrofoto einer jungen Sprossspitze mit Apikalzelle (A) und Gliederzelle (G), die sich kurz davor in eine Nodial- (N) und Internodialzelle (I) teilte. Darunter in regelmäßiger Abfolge ältere Nodial- und Internodialzellen. Die Balken mit Zahlen geben die Größe in µm an (Fotos: M. Schagerl).
Die Fortpflanzung erfolgt auf vegetativem und sexuellem Weg. Die vegetative Fortpflanzung geschieht etwa durch Fragmentation, z. B. durch mechanische Einwirkungen, oder auch durch Ausbildung von speziellen Verbreitungseinheiten (Bulbillen). Für die geschlechtliche Fortpflanzung entwickeln sich Gametangien auf Kurztrieben (Figs
2.3.3. Zytologie und Zellphysiologie – Armleuchteralgen als Modellsysteme
Bau der Internodialzellen
In den ausgewachsenen, zylinderförmigen Internodien nimmt die Zentralvakuole bis zu 90 % des Volumens ein (Fig.
Thallus und Bau der Internodien. A. Übersicht - Thallus von Nitella flexilis. Der dicke Pfeil zeigt auf ein Internodium der Hauptachse, die kleinen Pfeile zeigen auf Internodien der Kurztriebe. B. Schema einer Internodialzelle. Das obere Bild zeigt die helikal angeordneten Chloroplastenreihen in Aufsicht; der Interferenzstreifen (IS) trennt aufsteigenden vom absteigenden Endoplasmastrom (Pfeile). Der Querschnitt im unteren Bild zeigt die Position der Chloroplasten im Kortex, der Interferenzstreifen ist durch Pfeilspitzen markiert. Die grauen Bereiche entsprechen dem strömenden Endoplasma; Vak = Zentralvakuole. C. Feinbau einer Internodialzelle. Von links nach rechts: Zellwand (ZW), Ektoplasma mit Chloroplasten (C), subkortikale Aktinfilamentbündel (AF; rot). Endoplasma mit Zisternen des endoplasmatischen Retikulums (ER; violett), Zellkern (N), Mitochondrium (M), Golgi-Apparat (G), Multivesikulärer Körper (MVK) und Vesikel (V). Die linke Pfeilspitze zeigt auf ein Charasom (eingefalteter Bereich der Plasmamembran), die rechte Pfeilspitze auf den Tonoplasten, der die Vakuole umgibt. ER Zisternen (violett) und Aktinfilamente (rot) sind auch im Ektoplasma vorhanden, Mikrotubuli (blau) ausschließlich an der Plasmamembran. Maßstab = 1 cm (A), ca. 10 µm (B) und ca. 2 µm (C) (Zeichnungen: I. Foissner).
Die Characeeninternodien wurden von zahlreichen Arbeitsgruppen in Europa, Russland, Australien, Japan und den USA untersucht. Auch österreichische Forscher und Forscherinnen haben wichtige Beiträge geliefert. Ihre Arbeitsstätten waren die Universität Wien (Anna Votava, Lothar Geitler, Eleonore Fetzmann – später Kusel-Fetzmann, Gertrude Hasitschka-Jenschke), die Universität Graz (Karl Umrath, Karl Linsbauer, Siegfried Strugger, Otto Härtel), die Universität Salzburg (Robert Jarosch, Ilse Foissner) und die chemisch- physiologische Versuchsstation Klosterneuburg (Wilhelm Velten).
Zellwand
Die Zellwand besteht aus kristalliner Zellulose in einer Matrix aus Pektin und zeigt damit Ähnlichkeiten mit Gefäßpflanzen. Ihre Bildung erfolgt durch Exozytose. Dabei verschmelzen Pektin-haltige Vesikel mit der Plasmamembran, der Inhalt wird nach außen abgegeben; die Membran der Vesikel liefert die Enzymkomplexe zur Zellulosesynthese. Die Inkorporation der Vesikel erfolgt mehr oder weniger gleichmäßig über die ganze Zelle (diffuses Wachstum; aber siehe Rhizoide).
Nach der Zellteilung wird zunächst die Primärwand abgelagert. Die Ablagerung von transversalen Zellulose-Mikrofibrillen führt zur Ausdehnung der Zelle in Längsrichtung, da nur der Abstand zwischen den Mikrofilamenten verändert werden kann und nicht die Länge der Mikrofibrillen, sobald sie fertig synthetisiert sind. Die transversale Anordnung der Mikrofilamente wird durch Mikrotubuli bestimmt (siehe Zytoskelett). Während des Wachstums verdreht sich die Zelle, was zum charakteristischen helikalen Bau der Internodien (links- oder rechtshändig) führt.
Die elastische Primärwand wird nach Abschluss des Längenwachstums von einer nicht mehr dehnbaren Sekundärwand überlagert. In der Sekundärwand werden die Zellulose-Mikrofibrillen helicoidal und unabhängig vom Zytoskelett abgelagert. Zwischen Internodien und Knotenzellen befinden sich Tüpfel mit Plasmodesmen zum Austausch von Ionen und Metaboliten.
Zahlreiche Erkenntnisse über Zellwandstruktur (Anordnung der Mikrofibrillen) und Zellwandbildung wurden bereits in den 1950er Jahren an Characeen-Internodialzellen gewonnen, d. h. vor der Erfindung des Elektronenmikroskops. Für die Untersuchung wurden Polarisationsmikroskope und Inhibitoren (spezifische Hemmstoffe) verwendet, sowie die Möglichkeit Zellen zu verbiegen oder in einem „Korsett‟ wachsen zu lassen (Fig.
Besonderheiten der Characeen-Internodialzelle und Manipulationsmöglichkeiten. A. Mechanischer Stress. B. pH Bänderung (rot gefärbte Bereiche entsprechen alkalischen Stellen). C. Zentrifugation und Ligation. D. Lokale Verwundung, Belichtung und Applikation von Chemikalien. E. Plasmatropfen. F. Perfusion. G. Kammermethode. Weitere Erklärungen im Text (Zeichnungen: I. Foissner).
Plasmamembran, Chloroplasten und Peroxisomen
Das Ektoplasma oder der Kortex der Internodialzellen besteht im Wesentlichen aus Plasmamembran und Chloroplasten. Im Licht produzieren die Internodien vieler Arten saure und alkalische Stellen an der Oberfläche (Fig.
Wie die Zellwand sind auch die Chloroplasten der Characeen mit jenen der Gefäßpflanzen vergleichbar. Sie haben eine ähnliche Größe, Form und Feinstruktur, keine Pyrenoide, enthalten Chlorophyll a und b und bilden Stärke als Assimilationsprodukt. Allerdings sind sie im Ektoplasma verankert und können keine aktiven Bewegungen zur bzw. von der Lichtquelle weg durchführen. Die Immobilisierung der Chloroplasten bietet einzigartige Möglichkeiten, die Beziehungen zwischen Photosynthese, Ionentransport und endoplasmatischen Metaboliten zu studieren (Fig.
Peroxisomen, die zur Entgiftung toxischer Substanzen während der Photosynthese benötigt werden, befinden sich verstreut zwischen den Chloroplasten.
Zellkerne, Endoplasmatisches Retikulum, Golgi-Apparat, Trans-Golgi Netzwerk, Multivesikuläre Körper und Vesikel, Mitochondrien
Characeen-Internodien enthalten zahlreiche Zellkerne. Sie sind ausschließlich im Endoplasma zu finden und teilen sich durch Fragmentation, also nicht über Mitosen. Ihre Größe, Form, und ihre Feinstruktur variieren je nach untersuchter Art; das Alter der Zellen spielt eine Rolle und manche Kerne sind mit Aktinfilamenten assoziiert (
Das Endoplasma ist von Zisternen des endoplasmatischen Retikulums (ER) durchzogen, an denen sich die Golgi-Apparate bilden. Ein Teil des Golgi-Apparates, das trans-Golgi-Netzwerk, ist als eigenes Organell erstmalig in Characeen-Internodien identifiziert worden. Sowohl Golgi-Apparat als auch Trans-Golgi-Netzwerke schnüren Vesikel ab, die zur Bildung der Zellwand benötigt werden. ER-Zisternen sind auch im Kortex vorhanden und dienen dort als Speicher für Kalzium-Ionen, einem wichtigen sekundären Botenstoff. Multivesikuläre Körper (Endosomen) spielen eine wichtige Rolle beim Membran-Recycling (
Mitochondrien befinden sich sowohl im strömenden Endoplasma als auch im Kortex. Sie sind zuständig für die Zellatmung und – wie die Peroxisomen – für die Entgiftung toxischer Substanzen, die vor allem während der Photosynthese entstehen. Ihre Form ist meist oval bis wurstförmig mit einer Länge bis zu ca. 2 µm und einem Durchmesser von ca. 500 nm. Längere, scheibenförmige und verzweigte Mitochondrien sind in wachsenden Zellen zu finden. Bis zu 100 µm lange, zum Teil verzweigte „Riesenmitochondrien‟ treten bei Freilandmaterial im Winter auf und können unter Laborbedingungen durch Lichtmangel sowie Hemmung der Photosynthese und der Atmung induziert werden. Die durchschnittliche Gesamtlänge der Mitochondrien im Zytoplasma der Internodien ist allerdings im Sommer am höchsten und kann pro Zelle mehrere km betragen (
Vakuole
Die große, vom Tonoplasten umgebene Zentralvakuole (Fig.
Zytoskelett und Plasmaströmung
Aktin und Myosin
Obwohl die Plasmaströmung bereits im 18. Jahrhundert beschrieben wurde (
Aktin und Myosin wurden in Chara identifiziert, lange bevor sie in Gefäßpflanzen nachgewiesen wurden. In ausgewachsenen Internodien bildet das Aktin parallele Bündel an der Innenseite der Chloroplastenreihen (Fig.
Die großen Internodialzellen eignen sich besonders für Untersuchung der Reaktion auf Verwundungen, die mechanisch, chemisch oder durch lokale Belichtung verursacht werden können (Fig.
Wichtige Beiträge zur Erforschung der Plasmaströmung lieferte Robert Jarosch. Er beschrieb als erster aktiv bewegliche Fibrillen, die später als Aktinfilamente identifiziert wurden (
Mikrotubuli
In wachsenden Zellen sind Mikrotubuli für die Orientierung der Zellulosefibrillen und damit für die zylindrische Form der Internodien zuständig. Ihre Existenz wurde 1962 von Green (
Depolymerisation der Mikrotubuli während des Zellwachstums führt zur Abrundung der Internodien. Die rundliche Form mancher Characeen Internodien (z. B. L. inflata, C. inflata) ist daher vermutlich auf eine Mutation des Tubulins bzw. Mikrotubuli-assoziierter Proteine zurückzuführen. Wichtige Erkenntnisse zum dynamischen Verhalten der Mikrotubuli wurde durch Injektion von fluoreszierendem Gehirntubulin gewonnen.
Elektrophysiologie (Ionenhaushalt und Ionenströme) und Wassertransport
Kaum ein anderes Forschungsgebiet hat von der Größe der Internodialzellen und den verschiedenen Manipulationsmöglichkeiten so sehr profitiert, wie die Elektrophysiologie. Hunderte von Studien befassen sich mit der Verteilung und Aktivität von Ionentransportern (Pumpen und Kanälen) in der Plasmamembran. Der Tonoplast, kaum zugänglich in anderen Pflanzenzellen, kann bei Characeen an Plasmatropfen untersucht werden, die durch Auspressen des Zellinhalts gewonnen werden (Fig.
Die frühesten zuverlässigen Publikationen über pflanzliche Membran- und Aktionspotentiale stammen vom österreichischen Forscher Karl
Untersuchungen über den Wassertransport in Chara-Internodien (z. B.
Gravitropismus der Rhizoide und Protonemata
Mehrkernige Internodien sind auch in Rhizoiden und Protonemata vorhanden (Fig.
Vor- und Nachteile des Modellsystems
Die Besonderheiten und Vorteile der Characeen-Internodien als Untersuchungsobjekt sind in Fig.
Die Länge der Internodien und die Größe der Vakuolen ist ein Problem für die Elektronenmikroskopie, speziell für die Methode des Hochdruckgefrierens.
Der größte Nachteil ist jedoch das Fehlen geeigneter Methoden für die Transformation, mit der fluoreszierende Marker und zellfremde Proteine in den Internodien oder Knotenzellen exprimiert werden können. Immerhin wurde das Genom von Chara braunii sequenziert (
2.3.4. Armleuchteralgen und Umweltfaktoren – bidirektionale Effekte
Characeen treten vor allem in sauberen, klaren Binnengewässern mit Temperaturen zwischen 10 und 25 °C auf, wodurch sie sich als geeignete Bioindikatoren für gute Wasserqualität anbieten (
Die Verwendung von Arten als Bioindikatoren beruht im Wesentlichen auf empirischen Grundlagen. Dabei wird das Auftreten der Organismen mit den Umweltfaktoren der Habitate verbunden. In den letzten Jahrzehnten haben sich in Österreich u. a.
Strahlung und Nährstoffversorgung
Gegenüber Gefäßmakrophyten haben Characeen in oberflächennahen Bereichen häufig das Nachsehen, was sich in der vertikalen Verteilung der Pflanzengruppen widerspiegelt (
Bei optimaler Durchlichtung der Wassersäule dringen Characeen bis in sehr tiefe Bereiche > 30m vor (
Characeen nehmen Nährstoffe über den gesamten Thallus auf, wodurch deren Konzentration im Wasser vermindert wird. Zusätzlich kann über biogene Kalkfällung an der Pflanzenoberfläche auch Phosphat gebunden werden. Großflächige, dichte Bestände tragen so zu verbesserter Wasserqualität bei, da Phytoplankton Nährstofflimitation ausgesetzt ist und dadurch die Wachstumsgrundlage entzogen wird. Zusätzlich stabilisieren Characeenwiesen das Sediment, wodurch Aufwirbelungen deutlich abgeschwächt werden. Resuspendierung von Sediment wird etwa durch Umwälzungen der Wassersäule als Folge von Starkwindereignissen oder Bioturbation verursacht. Die beiden Effekte „Minimierung der Mikroalgen‟ und „Minimierung der Resuspension‟ wirken sich positiv auf das Lichtklima aus. Dadurch wird die Ausbreitung der Armleuchteralgen weiter gefördert und die Population stabilisiert.
pH-Wert und biogene Kalkfällung
Um Photosynthese zu betreiben, haben Wasserpflanzen gegenüber Landpflanzen verschiedene anorganische Kohlenstoffquellen zur Verfügung, da sich Kohlendioxyd mit Wasser zu Kohlensäure verbindet. Kohlensäure dissoziiert zu einem geringen Teil und je nach pH-Wert überwiegt danach Kohlendioxyd bei pH < 6.5, Hydrogenkarbonat zwischen pH 6.5 und 10.5, und Karbonat > 10.5. Üblicherweise bewegen sich pH-Werte von Oberflächengewässern im schwach basischen Bereich, wodurch angenommen wird, dass Armleuchteralgen auf Hydrogenkarbonat zurückgreifen können (
Armleuchteralgen haben ihren Verbreitungsschwerpunkt in Kalkgewässern. Ausnahme ist die Gattung Nitella, die tendenziell eher in Weichwasserseen anzutreffen ist (
Salzgehalt
Armleuchteralgen sind nicht nur auf das Süßwasser beschränkt, sondern treten auch in Binnengewässern mit erhöhten Salzgehalten (Salinitäten) auf, die teilweise deutlich über jenem von Meerwasser liegen. So präferiert die Gattung Lamprothamnium Salzstandorte und tritt auch noch bei Konzentration jenseits 50 g L-1 auf (
Gewässer sind je nach Salzgehalt und dem entsprechenden Auftreten von Organismen in verschiedene Bereiche kategorisiert (
Die Gattung Nitella ist auf Süßwasser und leicht subsaline Gewässer bis 1.5 g L-1 beschränkt; osmotische Anpassungen fehlen bei dieser Gruppe. Eine zweite Gruppe, die u.a. Chara vulgaris und C. tomentosa beinhaltet, dringt bis schwach hyposaline Bereiche um 5 g L-1 vor. Hier spielen Na+ und Cl- in der Zentralvakuole bei der (unvollständigen) Anpassung des Turgors eine zentrale Rolle. Beide Arten treten z. B. im Schilfgürtel des leicht salzigen Neusiedler Sees auf. Die dritte Gruppe umfasst Arten, die bis 20 g L-1 auftreten und zusätzlich K+-Ionen zur Turgorregulation verwenden. Die in Salzlacken des Seewinkels auftretende Chara canescens (
Biotische Interaktionen
Armleuchteralgen sind eine essenzielle Komponente limnischer Ökosysteme und beeinflussen sowohl Organismengemeinschaften als auch Stoffflüsse. Ein umfassende Übersicht über das Wirkungsgefüge geben
Characeen stehen mit Gefäßmakrophyten in Licht- und Nährstoffkonkurrenz. In trüben, eutrophen Systemen haben sie gegenüber dichtwüchsigen, Richtung Oberfläche strebenden Makrophyten das Nachsehen (
Armleuchteralgen werden teilweise zur Gewässersanierung eingesetzt. Besonders erfolgversprechend sind mäßig eutrophe Flachseen. Es wurde bereits in den 1980er Jahren erkannt, dass für solche Systeme zwei alternative stabile Zustände existieren (alternative stable states), die ineinander übergeführt werden können (
Von einigen Characeen ist bekannt, dass sie schwefelhaltige Verbindungen synthetisieren, die sie an die Umgebung abgeben (knoblauchartiger Geruch). Diese Substanzen hindern andere Pflanzen, besonders Aufwuchsalgen, am Wachstum (allelopathische Wirkung). Diese Art der „chemischen Kriegsführung‟ wurde unter anderem von österreichischen Forscherinnen und Forschern untersucht (
Characeen vergrößern die innere Oberfläche von aquatischen Systemen und bieten so zusätzliches Substrat für Aufwuchs. Sie fungieren zudem auch als Strukturgeber und bieten so Zooplankton, Zoobenthos, Fischlarven und Kleinfischen Schutz vor Räubern. Häufig sind Charabestände wintergrün, sodass diese Effekte über das gesamte Jahr anhalten.
Nicht nur trübe, sehr nährstoffreiche Systeme stellen eine Herausforderung für Characeen dar, es gibt auch Fraßdruck, z. B. durch Wasservögel (
2.3.5. Conclusio
Obwohl Characeen in unseren Gewässern dichte Bestände bilden können, sind sie durch anthropogene Einflüsse zunehmend gefährdet – einerseits durch Reduzierung der Habitate, andererseits durch Veränderung bestehender Lebensräume: Klimawandel, die Einwanderung von invasiven Arten, Verschmutzung oder Trockenlegung von Kleinstgewässern sind hier etwa zu nennen (vgl. Kapitel 2.5 Naturschutz und 3.5 Rote Liste der Characeen Österreichs).
Diese faszinierende Algengruppe spielt eine zentrale Rolle in vielen aquatischen Ökosystemen. Dennoch wurde und wird sie im Vergleich zu anderen Wasserpflanzen inklusive Phytoplankton nur ungenügend berücksichtigt.
In der Zellbiologie wurden viele Erkenntnisse aus Studien mit Characeen gewonnen. Die großen Internodialzellen stellen ideale Modellsysteme dar, unter anderem, weil sie robust und leicht zu behandeln sind.
Studien deuten darauf hin, dass diese Algengruppe hohes Potenzial für praktische Anwendungen hat. Als Beispiele sind Inhaltsstoffe von Characeen zu nennen, die in der Naturheilkunde bereits Verwendung finden („Chara intermedia”, vgl.
Michael Hohla
Viele Organismen sind ausgesprochene Profiteure von Unruhe- oder Störungszonen, die etwa durch geologische Vorgänge, aber auch z. B. Wasserstandsschwankungen oder periodisches Austrocknen hervorgerufen werden. Auch die Menschen haben sich in ihrer Geschichte immer wieder dort angesiedelt, wo sich neue Chancen ergeben hatten (
Armleuchteralgen bevorzugen Lebensräume, die auch auf uns Menschen eine hohe Anziehungskraft ausüben. Deutlich erkennbar ist dies an den großen Seen der Alpen und Voralpen, die nicht nur perfekte Lebensräume für Characeen sind, sondern auch die Menschen in besonderem Maße angesprochen bzw. angeregt haben. So sind dort einige große Werke österreichischer Kultur entstanden: Gustav Klimt, etwa, malte mit Vorliebe Ansichten des türkisfarbenen Attersees und der umliegenden Landschaft. Gustav Mahler hatte sein Komponierhäuschen in Steinbach am Attersee und ein weiteres in Maiernigg am Wörthersee. Franz Schubert beschrieb den Traunsee in einem Brief an seine Eltern als „wahrhaft himmlisch”. Er reiste mehrmals zum Traunsee und komponierte dort auch eine seiner Sinfonien (
Motiv aus dem Wiener Prater (Krieau), Emil Jakob Schindler, 1876 (Foto: Wikimedia Commons, gemeinfrei; https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/0f/Emil_Jakob_Schindler_Motiv_aus_dem_Wiener_Prater_%28Krieau%29_1876.jpg).
Gerade diese hohe Attraktivität der Wuchsorte von Armleuchteralgen bringt jedoch auch Probleme mit sich, etwa wenn im Sommer zigtausende Menschen die österreichischen Seen stürmen. Geringe Störungen sind für die Characeen förderlich, aber exzessive Störungsereignisse führen schließlich zum Verschwinden der Population!
Es folgt nun eine ausführliche Beschreibung der Characeen-Lebensraumtypen Österreichs und deren Gefährdungslage:
2.4.1. Seen (natürliche Seen, Speicherseen, Badeseen, Baggerseen)
Als „See‟ bezeichnet man große, stehende Binnengewässer, die in größeren Tiefen lichtlos sind und die Temperaturschichtung aufweisen (es gibt verschiedene Schichtungstypen). In Österreich besiedeln die Armleuchteralgen vor allem die oligo- bis mesotrophen, kalkreichen Seen der Alpen und Voralpen (Figs
Die Characeen bauen in den Seen dauerhafte Populationen auf. Je klarer und nährstoffärmer der See ist, desto weiter reichen die Characeenbestände in die Tiefe. Im Attersee konnte Nitella opaca bis 20 m nachgewiesen werden (
Bedroht werden die dauerhaften Armleuchteralgenbestände vor allem durch eine sich verschlechternde Wasserqualität, etwa durch Eutrophierung (vgl. etwa
Der Traunsee war im 20. Jahrhundert vor allem von der Einleitung von Industrieschlämmen betroffen (
Ständig neu entstehen künstliche Stillgewässer auf dem Gelände von Abbaubetrieben. Diese Seen in den Schotter- und Sandgruben sowie in Steinbrüchen bilden nach der der Abbauphase folgenden Klärung einen idealen Wuchsort für Armleuchteralgen. Danach kommt es durch Fischbesatz und -fütterung oft jedoch schnell zur Eutrophierung und Trübung dieser Gewässer.
Speicherseen bzw. energiewirtschaftlich genutzte Gewässer weisen schwankende Wasserstände auf, die zu einer gewissen Selektion unter den Wasserpflanzen führen. Die Absenkung des Wasserspiegels im Herbst bedingt, dass ein beträchtlicher Anteil des potentiellen Siedlungsortes für submerse Makrophyten regelmäßig trockenfällt. Dies führt zwangsweise zum Absterben der oberirdischen Pflanzenteile. Weiters ist davon auszugehen, dass das Substrat in diesem Bereich im Winter durchfriert und hierdurch auch die Wurzeln und Rhizome der Wasserpflanzen nachhaltig geschädigt werden. Überleben können unter derartigen Bedingungen nur ausgesprochene Spezialisten. Hierzu zählen v. a. aquatische Moose, die generell zeitweises Austrocknen vertragen, aber auch einige Characeen-Arten, die über ein ausgeprägtes Pioniervermögen verfügen. Es handelt sich entweder um generell annuelle Arten (Chara aspera, Tolypella glomerata) oder um Arten, die sich unter bestimmten Bedingungen auch mit annueller Lebensweise halten können (
2.4.2. Teiche und Weiher (Fischweiher, Bewässerungsteiche, Löschteiche, Gartenteiche)
Die Typologie der Stillgewässer ist etwas verwirrend. So werden im Volksmund die Begriffe Teich und Weiher im selben Sinn verwendet, während in der einschlägigen Fachliteratur Teiche künstlich geschaffene Kleingewässer darstellen (Fig.
Wir folgen hier
Natürlich entstandene, dauerhafte, stehende Kleingewässer sind eine Seltenheit. Diese gibt es etwa nach dem Rückzug von Gletschern durch Verbleiben von einzelnen Eisblöcken in der Landschaft. Nach Abtauen können sich diese Senken mit Wasser füllen und werden dann als Toteislöcher bezeichnet. Schon seit dem Mittelalter gibt es die Teichwirtschaft, früher vor allem an Herrschaftssitzen oder bei Klöstern. Solche großen Teiche sind oft auch heute noch interessante Characeengewässer, vor allem, wenn sie extensiv bewirtschaftet werden. In den Teichen der Böhmischen Masse kommen mit Nitella flexilis und Chara braunii zwei besonders interessante Armleuchteralgenarten vor. Viele Teiche sind heute leider nicht mehr öffentlich zugänglich, da sie als private Freizeitanlagen dienen und eingezäunt wurden. Dies ist zum Beispiel in Niederösterreich in der wasserreichen Feuchten Ebene im südlichen Wiener Becken der Fall (
2.4.3. Flusssysteme (natürliche und regulierte Flüsse, Nebenarme, Altwässer, Stauseen)
Früher boten Überschwemmungsbereiche in Flussauen Characeen Vorkommensmöglichkeiten (Fig.
Stadtplan von Wien mit Praterauen, Johann Baptist Homann, um 1720 (Wiener Stadt- und Landesarchiv, WStLA P1 00296, CC BY-NC-ND 4.0; https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Stadtplan,_Johann_Baptist_Homann_(um_1720)#/media/Datei:WStLA_KS_Sammelbestand_P1_296.jpg).
In den Stauräumen der Flüsse kann sich nach Senkung der Schwebstoffe ebenfalls kurzzeitig Characeenbewuchs in Tümpeln und Nebenarmen bilden (Fig.
Ein weiteres Problem für Characeen ist durch das Sinken der Grundwasserstände gegeben. Verursacht wird dieser Trend durch den Klimawandel und die Bewässerung von landwirtschaftlichen Flächen. Es ist anzunehmen, dass sich der Wassermangel in Ostösterreich in Zukunft noch verschärfen wird (
2.4.4. Bäche (inklusive Nebengewässer, Nebenarme, Gumpen)
Als Bäche werden kleine Fließgewässer mit den Flussordnungszahlen 1 bis 3 bezeichnet (
2.4.5. Moore (Schlenken, Torfstiche, Entwässerungsgräben)
Es gibt unterschiedliche Moortypen, die nach ihrer Wasserversorgung kategorisiert sind. Während Hochmoore ausschließlich von Niederschlagswasser gespeist werden, stehen Niedermoore (Sümpfe) (Fig.
2.4.6. Ephemere Klein- und Kleinstgewässer (Tümpel, Pfützen, Gräben, Ackersutten, Waldgräben, Fahrspuren, neu angelegte Amphibiengewässer, Regenrückhaltebecken, Bassins usw.)
Oft vernachlässigt oder unterschätzt wird beim Thema Armleuchteralgen die Bedeutung der Klein- und Kleinstgewässer. Es gibt Arten, die vor allem in solchen Gewässertypen als Pionierpflanzen vorkommen, dort aber unbeständig bleiben. Ephemere Gewässer sind heute in unserer Landschaft viel seltener, als es früher der Fall war. So sind etwa vernässte Äcker (Ackersutten; Fig.
Amphibiengewässer sind meist auch gute Characeengewässer (Fig.
2.4.7. Quellen (Quellfluren, Sickerquellen)
Quellen treten vor allem am Fuß von Terrassenböschungen oder als Sickerquellen in nassen Wiesen auf (Fig.
Ein besonderer Lebensraum sind die Thermalquellen, wie es sie an der Thermenlinie bei Mödling oder Baden gibt. Diese liegen an einer tektonischen Störzone und entspringen am östlichen und südlichen Rand des Wiener Beckens. An einer solchen Quelle bei Baden wurde etwa 1883 eine tylacanthe „Chara gymnophylla” gesammelt (s. u.; Herbar Beck, PRC).
Quellen sind besonders schützenswerte Lebensräume. Oft wurden sie in der Vergangenheit gefasst und das Wasser in Rohren abgeleitet. Auch viele der nassen Wiesen mit Quellaustritten gibt es nicht mehr, weil sie melioriert und in der Folge aufgeforstet, überbaut oder landwirtschaftlich genutzt wurden.
2.4.8. Salzbeeinflusste Lebensräume (Neusiedler See, Lacken, Salzwiesen, Salzgräben)
Salzlebensräume sind in Österreich besonders rar und nur kleinräumig vorhanden. Ihre Vorkommen beschränken sich im Wesentlichen auf das nördliche Burgenland und den Osten Niederösterreichs (
Aquatische Salzlebensräume sind in allen stehenden Gewässertypen anzutreffen. Die sodahaltigen Salz- oder Zickböden liegen vorwiegend im Randbereich des Neusiedler Sees (Fig.
Über die Verhältnisse der niederösterreichischen Salzsstandorte berichtet
Einige Characeenarten kommen mit dem erhöhten Salzgehalt gut zurecht. So findet man in den Salzlacken des Seewinkels etwa Chara aspera, Ch. papillosa, Ch. tenuispina, Tolypella glomerata und Sphaerochara nidifica. Chara canescens, die Grau-Armleuchteralge, ist sogar auf Gewässer mit erhöhtem Salzgehalt angewiesen.
Chara canescens, und auch Ch. connivens, gab es im 19. Jahrhundert auch an Salzstandorten in Niederösterreich, genauer gesagt, in den Wiesen und Gräben zwischen Zwingendorf und Wulzeshofen nahe Laa an der Thaya (
Historische Karte des Gebietes um Wulzeshofen im Pulkautal, Josephinische Landesaufnahme von Niederösterreich, 1773–1781, Kriegs-Charte des Erzherzogthum Oesterreich unter der Enns, 1:28.800, Wien, zwischen 1793 und 1803 fertig gestellt, kolorierte Handzeichnung; noch gut erkennbar sind die Glaubersalzböden an der Straße zwischen Zwingendorf und Laa an der Thaya, einstiger Wuchsort von Chara canescens und Ch. connivens (Arcanum #23534844 / Österr. Staatsarchiv, ÖNB/KAR: K II 87, GZ 2024-0.349.555).
Michael Hohla
2.5.1. Gefährdungsursachen
Wie bereits weiter oben in den Lebensraumbeschreibungen mehrfach angedeutet, sind die Armleuchteralgen aus verschiedenen Gründen gefährdet. Die meisten Arten sind auf saubere Gewässer angewiesen, weswegen sie eine wichtige Rolle als Bioindikatoren spielen (
Nicht alle Arten sind gegenüber hohen Nährstoffmengen empfindlich, wie vor allem Chara globularis und Ch. vulgaris zeigen, die sogar in relativ stark belasteten Gewässern anzutreffen sind. Auch die auf Flusslebensräume wie Altarme oder Augewässer spezialisierten Arten, etwa Nitella mucronata, besiedeln nährstoffreiche Gewässer.
Eutrophierung wirkt sich jedoch auch indirekt negativ auf Armleuchteralgen aus, etwa durch Trübung der Gewässer, Beschattung durch das starke Wachstum konkurrierender Wasserpflanzen bzw. Algen oder das verstärkte Aufkommen der Ufervegetation (Fig.
Einen besonders negativen Einfluss auf die Characeenflora gibt es durch intensiven Fischbesatz, wenn in einem Gewässer Fried- und Raubfische nicht in einem ausgewogenen Verhältnis vorkommen (Fig.
In dieser Hinsicht problematisch sind auch Schotterteiche, die nach dem Schotterabbau oft rasch mit Fischen besetzt werden. So konnten 2023 im Baggersee Regau trotz ansonsten guter Bedingungen keine Characeen nachgewiesen werden. Auch im Badesee in Uttendorf im Bundesland Salzburg konnte ein starker Karpfenbesatz festgestellt werden. Die Liste von ähnlich belasteten Gewässern wäre vermutlich lange. Sogar in kleinen, extra für Amphibien angelegten Gewässern werden Fische ausgesetzt, manchmal sogar Goldfische. Fischbesatz schädigt nicht nur Wasserpflanzen, sondern auch die besonders schützenswerten Amphibien (
Großen Einfluss auf die Situation der Characeen hatten die Regulierungen der Flüsse, die vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durchgeführt wurden. Bereits
Deutliche Verlandungs- bzw. Austrocknungsprozesse sind auch im Seewinkel im Burgenland zu erkennen. Der Wasserstand des Neusiedler Sees war in den letzten Jahren besonders tief und viele Lacken des Seewinkels sind heute trocken. Verursacher sind neben dem Klimawandel die groß angelegten Bewässerungssysteme für landwirtschaftliche Flächen. Diese dramatische Situation wird sich durch die voranschreitende Klimaänderung noch verschärfen. Durch Regulierungs- und Meliorationsmaßnahmen wurden viele wertvolle Lebensräume vernichtet (
Besonders im Einzugsbereich der Seen gab es große Veränderungen. Die Uferbereiche wurden seit dem 19. Jahrhundert massiv verbaut. Seegrundstücke sind hochbegehrt, nicht öffentliche Uferbereiche kaum mehr zugänglich. Mit der extremen Nutzung der Seeufer wurden auch die ufernahen Feuchtgebiete stark reduziert, die Zuläufe mit ihren kleinen Auwäldern, die nassen Wiesen und Uferröhrichte, die Verlandungsmoore u. a. Genau diese Habitate stellen zugleich auch Lebensräume der Armleuchteralgen dar. An den meisten Seen in Österreich, egal ob am Bodensee, an den Kärntner Seen oder an den Seen des Salzkammergutes wurden diese äußerst wertvollen Habitate extrem reduziert.
Ein weiterer Grund für den Rückgang von Armleuchteralgen liegt in der Zerstörung vieler Klein- und Kleinstgewässer, entweder durch Trockenlegung von Feuchtwiesen, durch Nutzungsaufgabe von zuvor extensiv betriebenen Fischteichen, durch das Auflassen von kleinen Haus- und Löschteichen oder durch das Entstehen neuer Wohngebiete und Betriebsanlagen. Eine potentielle Gefahr ist in der Intensivierung der Teichwirtschaft zu sehen, vor allem wenn es sich um Quellteiche bzw. um durch Quellwasser gespeiste klare Gewässer handelt. Während extensiv bewirtschaftete Fischteiche für die Characeen sogar wertvolle Lebensräume darstellen, ist ein intensiv bewirtschaftetes Gewässer für Armleuchteralgen ungeeignet.
Wasserpflanzen bilden oft Dominanzbestände einzelner Arten. Je nach bevorzugten Keimbedingungen, die etwa durch Wasserstand, Temperaturen, Lichtsituation definiert werden, kann es zu solchen oft monotypischen Vorkommen kommen, die sich von Jahr zu Jahr ändern können. Auch einige Neophyten (Elodea canadensis, Elodea nuttallii, Lemna minuta, u. a.;
Der Klimawandel wird auch weiterhin zu steigenden Wassertemperaturen in den Gewässern führen (Dokulil et al. 2016). Dies wird sich zweifellos auch auf die Zusammensetzung der Characeenflora auswirken. Dabei wird es Verlierer aber auch Gewinner geben, wie etwa
Möglicherweise wird es bei uns künftig auch zu Einschleppungen wärmeliebender neophytischer Characeenarten kommen. So wurde in Reisfeldern in Norditalien etwa bereits die in den Tropen beheimatete Chara fibrosa subsp. benthamii nachgewiesen (
Vermutlich werden auch noch andere Einflüsse eine Rolle bei der zukünftigen Entwicklung der Characeenflora spielen wie etwa die zunehmende Versalzung (
2.5.2. Was kann man tun, um den Armleuchteralgen zu helfen?
Nahezu alle Vertreter der Armleuchteralgen können aktuell als „gefährdet‟ angesehen werden, wie
Vorrangig gilt es, Nährstoffeinträge zu reduzieren (
Weitere wichtige Beiträge zum Characeenschutz sind zweifellos Renaturierungen von Gewässern. Dazu gehören Rückbauten von See- und Flussufern, Aufweitungen, Reaktivierung von Auwäldern durch deren Wiederanbindung an die Flüsse, Anlage von Amphibiengewässern uvm. Das EU-Renaturierungsgesetz wird dabei eine wichtige Triebfeder darstellen. Die erfolgreich beschlossene EU-Verordnung soll geschädigte Ökosysteme und Lebensräume bis zum Jahr 2050 wieder in einen guten Zustand versetzen (
Es gibt darüber hinaus aber noch viele weitere Maßnahmen zur Unterstützung der Armleuchteralgen, etwa gezielten Lebensraumschutz, Einrichtung von Tabuzonen bei besonders gefährdeten Characeenbeständen, Förderung der extensiven Nutzung von Fischteichen, Förderung von kleinen Stillgewässern auf dem Gelände von Abbaubetrieben, Förderung von Kleinstbiotopen in privaten Gärten und öffentlichen Parkanlagen, Fischbesatzverbot und -kontrolle bei kleinen Stillgewässern, Characeen- (und Amphibien-)freundliche Gestaltung von Retentionsbecken, Besucherlimits und -lenkung in touristisch genutzten Feuchtlebensräumen, Monitoring bestehender hochwertiger Characeengewässer, strengere Richtlinien in Wasserschutzgebieten uvm.
Inzwischen werden heute sogar Armleuchteralgen wiederangesiedelt. So etwa in der Alten Donau in Wien (
Zu guter Letzt noch ein Plädoyer für diese Gruppe: Armleuchteralgen sind keine Algen, wie sie für belastete Gewässer oft typisch sind und die Menschen stören oder gar gefährden, weil sie in deren Teichen und Badeanlagen überhandnehmen. Vielmehr wirken sich Characeen positiv auf Gewässer aus; sie sind ein Zeichen intakter Ökosysteme. Diese Fakten müssen vermehrt in der Öffentlichkeit bekanntgemacht werden, etwa durch Pressearbeit, Kooperationen mit Tourismusvereinigungen und Taucherklubs, aber auch durch Wissensvermittlung, Abhaltung von Bestimmungsübungen, Exkursionen und durch gemeinsame Projekte mit einschlägigen Fachleuten.
Systematik und Nomenklatur der vorliegenden Checkliste bzw. der Roten Liste folgen der aktuellen Auflage der „Exkursionsflora für Österreich und die gesamten Ostalpen” (
Angaben zur Morphologie und Ökologie richten sich vor allem nach
B Botanischer Garten und Botanisches Museum, Freie Universität Berlin
BERN Herbarium des Botanischen Gartens der Universität Bern
BOZ Naturmuseum Südtirol Bozen
BP Ungarisches Naturhistorisches Museum
BRA Slowakisches National-Museum
BRNU Masaryk-Universität Brünn
CB Südböhmisches Museum Budweis
FR Herbarium Senckenbergianum Frankfurt
GJO Steiermärkisches Landesmuseum Johanneum Graz
GZU Karl-Franzens-Universität Graz
IB Universität Innsbruck
IBF Tiroler Landesmuseum
JE Herbarium Haussknecht Jena
KL Landesmuseum für Kärnten
L Naturalis Biodiversitätszentrum in Leiden
LI Biodiversitätszentrum Linz, Oberösterreichische Landeskultur GmbH
M Botanische Staatssammlung München
NMSG Naturmuseum St. Gallen
PRC Karls-Universität Prag
REG Universität Regensburg
ROST Universität Rostock
SZB Haus der Natur Salzburg
W Naturhistorisches Museum Wien
WHB Universität für Bodenkultur Wien
WU Universität Wien
Zur Ermittlung der Gefährdungsgrade für Österreich wurde die Methodik der Roten Liste der Farn- und Blütenpflanzen Österreichs (
Bei den Artenporträts (Kapitel 3.7) wurden jeweils im Abschnitt „Verbreitung in den einzelnen Bundesländern” Literatur-, Beobachtungs- und Herbardaten aus den einzelnen Bundesländern samt Quellen angeführt. Bei seltenen Arten ist diese Zusammenstellung vollständig, bei häufigen Arten nur beispielhaft. Die Einschätzung der Bestandesentwicklung der einzelnen Arten erfolgte durch Analyse der Historie der Fundmeldungen bzw. Belegsammelaktivitäten. Die Verbreitungskarten enthalten keine fraglichen Daten bzw. Daten mit „cf”-Bestimmung; in der Characeen-Österreich-Datenbank (Kapitel 6) werden jedoch auch diese angeführt.
Die Daten wurden mittels MariaDB (https://mariadb.org/) Version 10.11.6 verwaltet. Ergänzungen und Überprüfungen erfolgten über GeoNames Webservices (http://www.geonames.org). Fehlende Höhenangaben wurden anhand der geographischen Koordinaten mittels „SRTM1‟-API ergänzt. Die Bundeslandzuordnung wurde analog dazu mittels „Country Subdivision‟-API ergänzt bzw. überprüft.
Sofern eine Georeferenzierung nötig war, wurde aktuelles und historisches Kartenmaterial von Austrian Map (https://maps.bev.gv.at/), Arcanum Karten (https://maps.arcanum.com/de/), OpenStreetMap (https://www.openstreetmap.org) und unter Vorbehalt auch Google Earth (https://www.google.com/intl/de/earth/about/) bzw. Maps (https://www.google.at/maps) verwendet. Idealerweise wurde auch ein Unschärferadius in Metern angegeben.
Für die Verbreitungskarten wurde zuerst mit QGIS (https://www.qgis.org) ein Kartenhintergrund mit den administrativen Grenzen für Österreich (GADM database http://www.gadm.org/), Naturräumen (Floristische Kartierung Österreichs, Oliver Stöhr), Fließgewässern (Download 3. 9. 2014: Geofabrik GmbH http://download.geofabrik.de, basierend auf Daten von OpenStreetmap contributors https://www.openstreetmap.org Open Database-Lizenz 1.0) erstellt. Als Koordinatenbezugssystem wurde „WGS 84 / World Mercator (EPSG:3395)‟ gewählt. Anschließend wurden die Karten mit Inkscape (https://inkscape.org/) noch geringfügig nacharbeitetet und die Verbreitungspunkt-Symbole erstellt. Die Verbreitungskarten wurden mittels PHP-Skript (https://www.php.net/) unter Zuhilfenahme der Bibliothek mPDF (https://mpdf.github.io/) direkt aus der Datenbank generiert.
Die räumliche Bezugsbasis der Karten sind „Quadranten” von 5 Minuten geografischer Länge × 3 Minuten geografischer Breite (das entspricht in Österreich ca. 6,25 × 5,55 km).
Die Diagramme wurden mit R (R: A Language and Environment for Statistical Computing https://www.R-project.org) erstellt. Die bei Diagrammen verwendeten Quadranten (Details dazu: http://www.flora-austria.at/Sonst/Info_Kartierung_Flora_OEsterreich.pdf) wurden automatisiert anhand der Koordinaten ermittelt.
Auf Grund der beschränkten Ressourcen konnten noch nicht alle europäischen Herbarien durchgesehen und nach österreichischen Belegen durchsucht werden. Bei den größeren Gewässern waren – ebenfalls aus Zeitgründen – oft nur stichprobenhafte Kartierungen möglich. Die meisten großen Seen wurden jedoch bereits eingehend untersucht, worüber Berichte Auskunft geben. Es existieren mit Sicherheit viele Klein- und Kleinstgewässer mit Characeen, die in der aktuellen Ausgabe aus Unkenntnis nicht berücksichtigt wurden. Größere und mittelgroße Seen wurden von den Autorinnen und Autoren betaucht, deren seichtere Randbereiche sowie die Kleingewässer mit Stangen oder Haken beprobt oder mit Schnorchelausrüstung abgesucht (Fig.
A. Karin Pall, im Hintersteiner See, in 25 m Tiefe, 10.9.2022 (Archiv K. Pall). B. Ulrike Prochinig bei einer Tauchkartierung im Weißensee, Sommer 2019 (Foto: M. Friedl). C. Michael Hohla, beim Algenfischen mit einer Teleskopstange im Langbathsee. D. Haken an einer langen Leine, zum Herausfischen von Wasserpflanzen, 13.9.2009. E. Einlegen eines Nitella-Beleges zwischen Backpapier und Zeitungspapier, 28.10.2011 (Fotos C bis E: M. Hohla).
Kleingewässer sind zumeist schwer zu erfassen, weil sie sich nicht selten in Privatbesitz befinden, eingezäunt und damit nicht zugänglich sind (z. B. Bade- oder Fischteiche). Ein Beispiel stellt die „Feuchte Ebene‟ im nördlichen Teil des Wiener Beckens dar, wo es nach alten Karten noch viele frei zugängliche Kleingewässer gab, bei denen man heute nur schwer Zutritt bekommt. Zudem ist es für Armleuchteralgen in Kleingewässern typisch, dass sie oft nach Jahren der Abstinenz plötzlich wieder in Massen vorkommen, um dann erneut für längere Zeit zu „verschwinden”. Treffend beschreibt dies
Beim Vergleich historischer Vorkommen mit der heutigen Situation bzw. bei der gezielten Nachsuche alter Angaben muss auf die Fortpflanzungsbiologie der Characeen Rücksicht genommen werden. Dies ist auch bei der Einschätzung der Gefährdung wichtig. Schwierigkeiten bei der Einstufung kann es wegen der langlebigen Zygoten (Oosporen) im Schlamm geben. Auch wenn eine Art jahrzehntelang nicht mehr beobachtet werden konnte, ist das tatsächliche Aussterben meist noch nicht eingetreten bzw. schwer nachweisbar, außer der Lebensraum ist tatsächlich dauerhaft zerstört worden.
Für die Erstellung der Verbreitungskarten und der Roten Liste der Armleuchteralgen (Characeen) Österreichs wurden die Daten der Characeen-Österreich-Datenbank (vgl. Kapitel 6) verwendet, die von den Autorinnen und Autoren in den vergangenen zwanzig Jahren zusammengetragen wurden. Diese enthält eigene Beobachtungsdaten, Herbardaten sowie nach Plausibilität geprüfte Daten aus Literatur, Datenbanken (Jacq, Zobodat, …) und Beobachtungsplattformen (iNaturalist, Observation, …). In Summe wurden 7.577 Datensätze ausgewertet. Die gesamten Daten liegen in elektronischer Form vor und können jederzeit eingesehen werden (vgl. Kapitel 6).
Sammelaufruf
Characeen soll man sammeln, wann und wo man sie sieht, denn sie sind unberechenbar und das nächste Mal an diesen Orten vielleicht nicht mehr zu finden. Armleuchteralgen können leicht in verschlossenen Plastiktüten mit etwas Wasser mit nach Hause gebracht werden. Eine hervorragende Methode zum Trocknen von Wasserpflanzen ist das Einlegen in Backpapier, also jenes Papier, das man zum Backen von Keksen verwendet (Fig.
Der Erstautor ist dankbar für die Zusendung von getrockneten Armleuchteralgen oder Frischmaterial in verschlossenen Plastiktüten. Belege sollten jedoch wegen deren Zerbrechlichkeit gemeinsam mit Papier- oder Schaumstofflagen zwischen Kartons gelegt werden. Diese Kartons sollten am besten fest mit Schnüren oder Gummibändern fixiert werden, bevor man sie in Kuverts gibt. Die Belege bitte an den Erstautor oder an ein öffentliches Herbarium in der Nähe schicken. Die Funddaten unbedingt dazugeben. Es ist außerdem sehr hilfreich, Armleuchteralgen zuhause in einem Gefäß mit Wasser aufzubewahren und gute Detailfotos anzufertigen. Mit Hilfe von Bestimmungsschlüsseln (etwa
Das Untersuchungsgebiet ist identisch mit dem aktuellen österreichischen Staatsgebiet. Österreich liegt im südlichen Mitteleuropa und erstreckt sich über eine Fläche von rund 83.900 km². Die Landschaft lässt sich in fünf Naturräume Alpen, Böhmische Masse, Nördliches Vorland, Südliches Vorland und das Pannonische Gebiet unterteilen (
Das Klima hat auf Gewässer großen Einfluss. Aufgrund der geographischen Lage ist das österreichische Wetter vom Übergangsklima geprägt. Herrscht im Westen Österreichs noch ozeanisches Klima mit feuchten Westwinden vor, so weicht es in östlicher Richtung zunehmend niederschlagsarmem, kontinentalem Klima mit heißen Sommern und kalten Wintern. Darüber hinaus wird das lokale Klima stark von der jeweiligen Höhenlage, der Oberflächenform des Gebietes und der Exposition gegenüber den vorherrschenden Westwetterlagen beeinflusst (
Sammel- bzw. Beobachtungsperiode
Habitate
Se Seen (inklusive Speicherseen, Baggerseen, Badeseen)
Te Teiche, Weiher
Fl Flusssysteme (inklusive Nebengewässer: Altwässer, Augewässer, Stauseen, Sickergräben)
Bä Bäche (inklusive Nebengewässer)
Mo Moore (mit all ihren Gewässertypen: Stiche, Gräben)
Kl Ephemere Klein- und Kleinstgewässer (Tümpel, Pfützen, Gräben, Ackersutten, Becken, Bassins usw.)
Qu Quellen (hier auch Sickerquellen)
Ha Salzbeeinflusste Lebensräume
X Angabe nicht möglich
Naturräume
AL Alpengebiet
BM Böhmische Masse
NV Nördliches Vorland
SV Südliches Vorland
PA Pannonisches Gebiet
Bundesländer
B Burgenland
W Wien
N Niederösterreich
K Kärnten
St Steiermark
O Oberösterreich
S Salzburg
T Tirol
V Vorarlberg
Gefährdungsursachen:
Häufigkeitsskala (für Bundeslandangaben):
Erklärung der Fachausdrücke:
Antheridien: ♂ Fortpflanzungsorgane (→ Oogonien)
Astknoten bzw. Nodien: Knotenzellen; hier zweigen die Quirläste (Seitenäste) vom Spross ab
aulacanth: Stacheln in den Furchen zw. den Rindenwülsten sitzend (im Gegensatz zu → tylacanth)
Blättchen: sitzen an den Knoten der Quirläste
Bulbillen: Wurzelknöllchen als Überwinterungsorgane
diözisch: zweihäusig; es gibt ♀ und ♂ Individuen (im Gegensatz zu → monözisch)
diplostich: doppelt so viele Rindenreihen am Stängel wie Quirläste
eutroph: mit hoher Nährstoffversorgung (
Gametangien: Fortpflanzungsorgane (♂ Antheridien und ♀ Oogonien)
haplostich: gleich viele Rindenreihen am Stängel wie Quirläste
heterostich: stärkere u. schwächere Rindenreihen wechseln am Stängel einander ab
Internodien: Sprossachsenbereich zwischen zwei Knoten bzw. Nodi; wird durch eine große Internodialzelle gebildet, die berindet sein kann
isostich: die Rindenreihen am Stängel haben gleichen Durchmesser
Köpfchen: Gametangien auffallend aggregiert
mesotroph: mit mittlerer Nährstoffversorgung (
monözisch: einhäusig; auf demselben Individuum befinden sich ♀ und ♂ Fortpflanzungsorgane (im Gegensatz zu → diözisch)
Oogonien: ♀ Fortpflanzungsorgane (→ Antheridien)
Oospore: Zygote = befruchtetes, ausgereiftes Oogon
oligotroph: mit geringer Nährstoffversorgung (
Quirläste: quirlförmig vom Spross abgehende Seitenäste mit begrenztem Spitzenwachstum
Rhizoide: Fäden, die sowohl der Verankerung im Substrat als auch der Nährstoffaufnahme dienen
Rinde: dicht nebeneinander liegende Zellreihen am Stängel oder an den Ästen; die Rinde kann auch fehlen
Seitenäste: Seitenspross; vom Spross (nicht quirlförmig) entspringend (nicht bei Chara), gleich gebaut wie Hauptspross
Stacheln: stehen auf den Rindenzellen
Stipularen: Stacheln an der Basis der Quirläste, bilden Stipularkranz
Stipularkranz: Stachelkranz an der Basis der Quirläste; Stacheln können in ein oder zwei Reihen ausgebildet sein, aber auch nur als Warzenkranz oder fehlen
triplostich: dreimal so viele Rindenreihen wie Quirläste am Stängel
tylacanth: Stacheln am Stängel auf den Rindenwülsten (im Gegensatz zu → aulacanth)
Michael Hohla (unter Mitarbeit von Heiko Korsch)
Die Beurteilung des Gefährdungsgrades von Characeen und die daraus abzuleitende Verantwortlichkeit sind in Österreich schon seit langem ausständig. Aufgrund des sehr spärlichen Kenntnisstandes der Österreichischen Characeen-Flora behalf man sich bisher damit, die Armleuchteralgen pauschal als gefährdet einzustufen (
3.5.1. Methodik und Kategorien der Rote-Liste-Einstufungen
Für die Gefährdungseinstufung der einzelnen Arten wurden die Kriterien „Aktuelle Bestandessituation‟ (A), „Historische Bestandesentwicklung‟ (B) und „Risikofaktoren‟ (R) herangezogen (vgl.
Die aktuelle Bestandessituation (A) für Österreich richtet sich nach folgendem Schema :
† verschollen bzw. ausgestorben keine Angaben in den letzten 40 Jahren
1 sehr selten 1 bis 20 rezente Angabe(n)
2 selten 21 bis 50 rezente Angaben
3 zerstreut 51 bis 180 rezente Angaben
4 mäßig verbreitet 181 bis 360 rezente Angaben
Die Bestandesentwicklung (B) für Österreich wurde bei den einzelnen Arten folgendermaßen eingeschätzt bzw. kategorisiert :
-2 Starker Rückgang
-1 Leichter Rückgang
0 Kein Rückgang erkennbar
+1 Art in Ausbreitung
? Datenlage ungenügend
Die Risikofaktoren (R) beziehen sich auf die zukünftige Entwicklung der Arten in Österreich in den nächsten 10 bis 15 Jahren. Es gilt dabei :
+1 Keine Risikofaktoren erkennbar; die Art dürfte sogar häufiger werden
0 Keine Risikofaktoren erkennbar; die Verbreitung dieser Art dürfte sich kaum verändern
-1 Leichte Risikofaktoren erkennbar; eine künftige (weitere) Abnahme der Art wird vermutet
? Datenlage ungenügend
Gefährdungskategorien der Roten Liste der Armleuchteralgen (Characeen) Österreichs :
RE Die Art ist ausgestorben oder verschollen (Regionally Extinct)
RE? Die Art ist vermutlich ausgestorben oder verschollen (Regionally Extinct)
CR Die Art ist vom Aussterben bedroht (Critically Endangered)
EN Die Art ist stark gefährdet (Endangered)
VU Die Art ist gefährdet (Vulnerable)
NT Vorwarnstufe (Near Threatened)
G Gefährdung unbekannten Ausmaßes
LC Ungefährdet (Least Concern)
DD Datenlage unzureichend (Data Deficient)
Gefährdungsanalyse :
Die jeweiligen Gefährdungskategorien (für Österreich) lassen sich mit der unten abgebildeten Tabelle (Table
Schema zur Berechnung des Gefährdungsgrades anhand der Indikatoren A (Aktuelle Bestandessituation), B (Bestandesentwicklung) und R (Risikofaktoren).
| Indikator B (Bestandesentwicklung) | Indikator R (Risikofaktoren) | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| -1 | 0 | +1 | ? | |||
| Indikator A (Aktuelle Bestandessituation) | sehr selten (1) | -2 | CR | EN | EN | CR |
| -1 | EN | EN | EN | CR | ||
| 0 | VU | LC | LC | DD/G | ||
| +1 | VU | LC | LC | DD/G | ||
| ? | CR | LC | LC | DD/G | ||
| selten (2) | -2 | EN | VU | VU | EN | |
| -1 | VU | VU | VU | EN | ||
| 0 | NT | LC | LC | DD/G | ||
| +1 | NT | LC | LC | DD/G | ||
| ? | EN | LC | LC | DD/G | ||
| zerstreut (3) | -2 | VU | NT | NT | VU | |
| -1 | NT | NT | NT | VU | ||
| 0 | LC | LC | LC | DD/G | ||
| +1 | LC | LC | LC | DD/G | ||
| ? | VU | LC | LC | DD/G | ||
| mäßig verbreitet (4) | -2 | NT | LC | LC | NT | |
| -1 | NT | LC | LC | NT | ||
| 0 | LC | LC | LC | LC | ||
| +1 | LC | LC | LC | LC | ||
| ? | LC | LC | LC | DD/G | ||
Rote-Liste-Einstufungen der Armleuchteralgen für Österreich, die Naturräume sowie die Bundesländer (RE ausgestorben oder verschollen, CR vom Aussterben bedroht, EN stark gefährdet, VU gefährdet, NT Vorwarnstufe, G Gefährdung unbekannten Ausmaßes, LC ungefährdet, DD Datenlage unzureichend; AL Alpengebiet, BM Böhmische Masse, NV Nördliches Vorland, SV Südliches Vorland, PA Pannonisches Gebiet; B Burgenland, W Wien, N Niederösterreich, K Kärnten, St Steiermark, O Oberösterreich, S Salzburg, T Tirol, V Vorarlberg).
| Taxon | Ö | A | B | R | AL | BM | NV | SV | PA | B | W | N | K | St | O | S | T | V |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Chara aculeolata | EN | 1 | -1 | -1 | EN | - | CR | - | EN | EN | - | EN | VU | RE | G | CR | CR | - |
| Chara aspera | NT | 3 | -1 | -1 | LC | - | EN | - | VU | NT | EN | VU | NT | NT | LC | LC | NT | NT |
| Chara baueri | RE | † | † | † | RE | - | - | - | - | - | - | - | RE | - | - | - | - | - |
| Chara braunii | EN | 1 | -1 | +1 | RE | EN | - | CR | EN | EN | RE | EN | RE | - | - | - | - | - |
| Chara canescens | VU | 1 | -1 | 0 | - | - | - | - | VU | VU | - | RE | - | - | - | - | - | - |
| Chara connivens | RE | † | † | † | - | RE | - | - | - | - | - | RE | - | - | - | - | - | - |
| Chara contraria | LC | 3 | -1 | 0 | LC | CR | NT | CR | NT | VU | NT | LC | LC | NT | LC | LC | LC | LC |
| Chara curta | G | 1 | ? | ? | G | - | - | - | - | - | - | - | - | - | G | - | G | - |
| Chara dissoluta | DD | ? | ? | ? | DD | - | - | - | - | - | - | - | DD | - | DD | - | DD | DD |
| Chara filiformis | G | 1 | ? | ? | G | - | - | - | - | - | - | - | - | - | G | G | - | - |
| Chara globularis | LC | 4 | -2 | 0 | LC | LC | LC | NT | LC | LC | LC | LC | LC | LC | LC | LC | LC | LC |
| Chara gymnophylla | G | 1 | ? | ? | G | - | - | - | RE | - | ? | RE | G | - | - | G | G | - |
| Chara hispida | EN | 2 | -2 | -1 | VU | - | CR | - | VU | VU | EN | EN | EN | CR | VU | CR | RE? | EN |
| Chara papillosa | VU | 2 | -1 | 0 | VU | - | CR | - | CR | EN | CR | CR | NT | RE | LC | NT | CR | CR |
| Chara strigosa | EN | 1 | -1 | -1 | EN | - | RE | - | - | - | - | - | - | EN | VU | CR | VU | - |
| Chara subspinosa | NT | 3 | -1 | -1 | NT | - | VU | - | CR | - | CR | VU | CR | VU | NT | VU | VU | EN |
| Chara tenuispina | VU | 1 | -1 | -1 | RE | - | CR | - | VU | VU | - | RE | RE | - | - | CR | - | - |
| Chara tomentosa | VU | 3 | -2 | -1 | NT | - | CR | - | VU | NT | VU | CR | NT | CR | NT | NT | EN | ? |
| Chara virgata | NT | 3 | -1 | 0 | LC | CR | CR | - | EN | CR | CR | EN | LC | LC | LC | LC | VU | LC |
| Chara vulgaris | LC | 4 | -2 | 0 | LC | LC | LC | NT | LC | LC | LC | LC | LC | LC | LC | LC | LC | LC |
| Lychnothamnus barbatus | CR | 1 | -2 | -1 | CR | - | - | - | - | - | - | - | CR | - | - | - | - | - |
| Nitella capillaris | CR | 1 | -1 | ? | RE | CR | - | RE | CR | CR | RE | CR | RE | RE | RE | - | - | RE |
| Nitella confervacea | G | 1 | ? | ? | G | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - | G |
| Nitella flexilis | VU | 2 | -1 | -1 | CR | VU | EN | ? | CR | G | RE | VU | RE | ? | NT | CR | CR | ? |
| Nitella gracilis | EN | 1 | -1 | -1 | RE | RE | RE | - | VU | VU | RE | RE | RE | - | RE | - | - | - |
| Nitella hyalina | RE | † | † | † | RE | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - | RE | RE |
| Nitella mucronata | EN | 1 | -1 | 0 | CR | - | CR | RE | VU | CR | VU | RE | RE | RE | CR | CR | - | RE |
| Nitella opaca | NT | 3 | -1 | 0 | LC | RE | VU | CR | EN | CR | VU | EN | LC | EN | LC | NT | VU | - |
| Nitella syncarpa | VU | 2 | -1 | 0 | VU | - | CR | - | VU | - | VU | CR | EN | - | CR | CR | RE | NT |
| Nitella tenuissima | G | 1 | ? | ? | G | - | - | - | - | - | - | - | G | - | - | - | - | - |
| Nitella translucens | RE | † | † | † | - | - | - | - | RE | - | ? | RE | - | - | - | - | - | - |
| Nitellopsis obtusa | LC | 3 | +1 | +1 | LC | - | LC | LC | LC | LC | LC | LC | LC | LC | LC | LC | - | LC |
| Sphaerochara prolifera | CR | 1 | -1 | ? | - | - | RE | - | CR | - | CR | CR | - | - | RE | - | - | - |
| Tolypella glomerata | LC | 2 | +1 | 0 | LC | - | LC | - | LC | LC | LC | LC | LC | - | LC | LC | LC | - |
| Tolypella nidifica | G | 1 | ? | ? | - | - | - | - | G | G | - | - | - | - | - | - | - | - |
Beispiel :
Chara braunii: Aktuelle Bestandessituation (A) = sehr selten (1); Bestandesentwicklung (B) = leichter Rückgang (-1); Risikofaktoren (R) = Keine Risikofaktoren erkennbar; die Art dürfte sogar häufiger werden (+1); diese Kombination ergibt für ganz Österreich die Gefährdungskategorie „EN‟ (starke Gefährdung).
3.5.2. Rote-Liste-Tabelle
3.5.3. Ergebnisse – Rote Liste der Characeen Österreichs
RE (4 Arten; 11,4 %) ausgestorben oder verschollen (Regionally Extinct): Chara baueri, Chara connivens, Nitella hyalina, Nitella translucens.
CR (3 Arten, 8,6 %) vom Aussterben bedroht (Critically Endangered): Lychnothamnus barbatus, Nitella capillaris, Sphaerochara prolifera.
EN (6 Arten; 17,1 %) stark gefährdet (Endangered): Chara aculeolata, Chara braunii, Chara hispida, Chara strigosa, Nitella gracilis, Nitella mucronata.
VU (6 Arten; 17,1 %) gefährdet (Vulnerable): Chara canescens, Chara papillosa, Chara tenuispina, Chara tomentosa, Nitella flexilis, Nitella syncarpa.
G (6 Arten; 17,1 %) Gefährdung unbekannten Ausmaßes: Chara curta, Chara filiformis, Chara gymnophylla, Nitella confervacea, Nitella tenuissima, Tolypella nidifica.
NT (4 Arten; 11,4 %) Vorwarnstufe (Near Threatened): Chara aspera, Chara subspinosa, Chara virgata, Nitella opaca.
LC (5 Arten; 14,3 %) ungefährdet (Least Concern): Chara contraria, Chara globularis, Chara vulgaris, Nitellopsis obtusa, Tolypella glomerata.
DD (1 Art; 3 %) Datenlage unzureichend (Data Deficient): Chara dissoluta.
In Summe liegt bei 25 von 35 Arten (71,4 %) der Armleuchteralgen in Österreich eine ± starke Gefährdung vor (RE, CR, EN, VU und G). Derzeit ohne Gefährdung (NT, LC und DD) sind nur 10 Arten (28,6 %) (Fig.
Anzahl der Characeen-Arten nach Rote-Liste-Einstufungen für Österreich und die einzelnen Naturräume; RE ausgestorben oder verschollen, CR vom Aussterben bedroht, N stark gefährdet, VU gefährdet, G Gefährdung unbekannten Ausmaßes, NT Vorwarnstufe, LC ungefährdet, DD Datenlage unzureichend.
Zum Vergleich einige Beispiele aus Nachbarländern: In Deutschland wurden 36 Armleuchteralgen-Arten nachgewiesen und sogar 81 % als in unterschiedlichem Ausmaß gefährdet angegeben (
In der provisorischen Roten Liste der europäischen Armleuchteralgen (
Bei den wasserlebenden Gefäßpflanzen (Farn- und Blütenpflanzen) sind es in Österreich etwas mehr als die Hälfte (51 %), die in unterschiedlichem Ausmaß gefährdet sind (
Auch um aquatische Habitate ist es in Österreich schlecht bestellt. Von den 92 Gewässer-Biotoptypen Österreichs sind 3 Biotoptypen unwiederbringlich verloren gegangen, 15 von völliger Vernichtung bedroht, 34 stark gefährdet und 18 Biotoptypen gefährdet. In Summe sind in Österreich also 76,1 % der Gewässer-Biotoptypen ± gefährdet (
Markus Hofbauer und Michael Hohla
Die Daten der Characeen-Österreich-Datenbank (vgl. Kapitel 6) wurden nach verschiedenen Kriterien ausgewertet: nach der Intensität der Sammel- bzw. Beobachtungsaktivitäten in Österreich (Figs
Erkenntnisse
Die Zahlen dazu: Characeen wurden in Österreich in 682 (von 2.621) Quadranten nachgewiesen, d. s. 26,0 %. Die Ergebnisse in den einzelnen Naturräumen: Alpen: in 404 (von 1.975) Quadranten, d. s. 20,5 %; Böhmische Masse: in 39 (von 350) Quadranten, d. s. 11,1 %; Nördliches Vorland: in 115 (von 288) Quadranten, d. s. 39,9 %; Pannonisches Gebiet: in 129 (von 402) Quadranten, d. s. 32,1 %; Südliches Vorland in 14 (von 241) Quadranten, d. s. 5,8 %.
Höhenverbreitung der einzelnen Characeenarten in Österreich in Form eines Box-Plot-Diagramms. Die Boxen stellen jeweils 50% der Werte dar, die Linien in den Boxen den Median, die Antennen (gestrichelte Linien) die Spannweite der Daten, wobei diese in jede Richtung maximal das 1,5-fache der Länge der Box beträgt. Die Punkte außerhalb stellen Extremwerte bzw. Ausreißer dar.
Michael Hohla (mit Verbreitungskarten von Markus Hofbauer)
Chara aculeolata Kütz. / Vielstachel-Armleuchteralge
Synonym: Chara polyacantha A.Braun
Verbreitung: B, N†, K, St†, O, S, T
Naturräume: AL, NV, PA
Habitate: Seen, Teiche, Klein- und Kleinstgewässer
Gefährdung: EN (stark gefährdet)
Gefährdungsursachen: Lebensraumvernichtung, Fischbesatz, kleinflächig auch Badebetrieb
Höhenverbreitung: niedrigstes Vorkommen: 110 m s. m., höchstes Vorkommen: 960 m s. m.
Morphologie: Die Vielstachel-Armleuchteralge ist eine mittelgroße bis große (10 bis 25 cm, max. 150 cm), monözische Pflanze, die vor allem durch den dichten Stachelbesatz auffällt. Die Stacheln stehen im oberen Sprossabschnitt in Gruppen zu 3 bis 5 und haben eine Länge bis zum Dreifachen des Sprossdurchmessers. In diesem Bereich verdecken die Stacheln die Rindenzellen oft völlig.
Ökologie und Bestandsentwicklung: Chara aculeolata ist vor allem in oligo- bis mesotrophen Gewässern anzutreffen. Dass diese Art auch in mäßig nährstoffreichen Gewässern wächst, zeigen die Bestände im Badesee Liefering in der Stadt Salzburg (s. u.) oder das verschollene Vorkommen in einem Karpfenteich in Aussee (s. u.). Einige historische Vorkommen existieren heute nicht mehr, dies weist auf Rückgänge dieser Art hin.
Verbreitung in den einzelnen Bundesländern:
(B) Selten; im Neusiedler See (
(N) Selten; im Schneidergrabensee (K. Pall, 2013, K. Pall, Fotobeleg), im Blahasee (K. Pall, 2021, K. Pall, Fotobeleg), Tulln, Teich auf dem Gelände der „Garten Tulln‟ (D. Reich u. R. Sander, 2022, JACQ). – In Gräben bei Moosbrunn (H. W. Reichardt, 1860, W) verschollen.
(K) Zerstreut; rezent in den Kärntner Seen (
(St) Verschollen; in einem Karpfenteich in Aussee (K. Rechinger, 1946, W).
(O) Selten; im Egelsee bei Attersee (
(S) Sehr selten; in der Stadt Salzburg im Badesee Liefering (P. Pilsl, 2022, Herbar Pilsl,
(T) Selten; im Fernsteinsee (V. Krautkrämer & S. Oldorff, 2018), im Samarangersee (V. Krautkrämer & S. Oldorff, 2018) und im Reintalersee (
Chara aspera Willd. / Rau-Armleuchteralge
Verbreitung: alle Bundesländer
Naturräume: AL, NV, PA
Habitate: Seen, Teiche, Klein- und Kleinstgewässer, Moore, salzbeeinflusste Lebensräume
Gefährdung: NT (Vorwarnstufe)
Gefährdungsursachen: Nährstoffeintrag, Lebensraumvernichtung, Fischbesatz, Austrocknung, kleinflächig auch Badebetrieb
Höhenverbreitung: niedrigstes Vorkommen: 110 m s. m., höchstes Vorkommen: 1430 m s. m.
Morphologie: Chara aspera ist eine kleinwüchsige (5 bis 15 cm, max. 70 cm), zweihäusige Art, die durch dünne, fast fädliche, meist gewundene Sprosse und die oft langen und auffälligen, einzeln stehenden Stacheln charakterisiert ist.
Variabilität: Morphologische Abweichungen sind bei Ch. aspera häufig. In der Vergangenheit wurden viele Varietäten bzw. Formen unterschieden.
Ökologie und Bestandsentwicklung: Die Rau-Armleuchteralge ist eine typische Flachwasserart. Sie stellt hohe Ansprüche an die Wasserqualität. In den oligo- bis mesotrophen Seen des Salzkammergutes (z. B. Attersee, Fuschlsee, Gosausee, Hallstätter See, Langbathseen, Großer Ödsee) ist sie stellenweise die häufigste Armleuchteralgenart (
Verbreitung in den einzelnen Bundesländern:
(B) Zerstreut; rezent im Neusiedler See (K. Mergl, 1903, BRA;
(W) Selten; in der Lobau im Kühwörther Wasser (
(N) Selten; in künstlichen Kleingewässern entlang der Westbahn im Tullnerfeld (
(K) Zerstreut; im Weißensee (
(St) Zerstreut; im Erlaufsee (I. Blindow, A. Holzhausen & H. Schubert, 2018) und in mehreren Seen des steirischen Salzkammergutes (Leonhardi 1964;
(O) Mäßig verbreitet; häufig in den Seen des Salzkammergutes (z. B.
(S) Mäßig verbreitet; in den Seen im Flachgau (
(T) Selten; im Fernsteinsee (V. Krautkrämer & S. Oldorff, 2018), im Samarangersee (V. Krautkrämer & S. Oldorff, 2018) und im Reintalersee (
(V) Zerstreut; nur in den Talniederungen des Rheintals und des Walgaus vertreten. Hauptvorkommen im Bodensee. Nach der Eutrophierung in den 1970er Jahren verschollen, hat sich in der Folge jedoch wieder ausbreiten können (
Weitere Literatur:
Chara baltica (Hartman) Bruzelius / Baltikum-Armleuchteralge
Verbreitung: B?
Naturräume: PA?
Habitate: salzbeeinflusste Lebensräume?
Gefährdung: ?
Gefährdungsursachen: ?
Höhenverbreitung: ?
Morphologie: Chara baltica ist eine dunkelgrüne, monözische Pflanze, ohne Anzeichen von Inkrustationen. Sie ist eine vorwiegend diplostiche, isostiche oder leicht tylacanthe Art, deren Stacheln in Gruppen zu 2–3 stehen. Der Sprossdurchmesser beträgt 1 bis 1,5 mm.
Ökologie und Bestandsentwicklung: Die Baltische Armleuchteralge wurde von
Chara baueri A.Braun / Bauer-Armleuchteralge
Synonym: Chara scoparia Rchb.
Verbreitung: K†
Naturräume: AL
Habitate: Teiche
Gefährdung: RE (ausgestorben oder verschollen)
Gefährdungsursachen: Lebensraumvernichtung
Höhenverbreitung: ca. 405 m s. m.
Morphologie: Die Bauer-Armleuchteralge ist eine einjährige, stark verästelte, besonders unten buschige, hellgrüne Pflanze. Sie ist monözisch und kleinwüchsig (8 bis 10 cm, max. 15 cm). Sie besitzt einen einfachen Stipularkranz mit langen, spitzen Stipularen. Die Sprosse tragen vor allem an den jüngeren Sprossteilen zerstreut stehende Stacheln. Die Äste sind unberindet, deren Endzellen sind gelegentlich angeschwollen. Die Bauer-Armleuchteralge sieht Chara braunii ähnlich, jedoch tragen die Sprossachsen von Ch. baueri eine feingestreifte (triplostiche) Rinde und Stacheln (
Ökologie und Bestandsentwicklung: Das einzige Vorkommen von Chara baueri wurde aus Teichen bei St. Andrä in Unterkärnten gemeldet (
Chara braunii C.C.Gmelin / Braun-Armleuchteralge
Synonym: Chara coronata Bisch.
Verbreitung: B, W†, N, K†
Naturräume: AL†, BM, SV, PA
Habitate: Teiche, Klein- und Kleinstgewässer
Gefährdung: EN (stark gefährdet)
Gefährdungsursachen: Lebensraumvernichtung, Nutzungsaufgabe, zu intensiver Fischbesatz
Höhenverbreitung: niedrigstes Vorkommen: 180 m s. m., höchstes Vorkommen: 580 m s. m.
Morphologie: Die Braun-Armleuchteralge ist eine einjährige, monözische, hellgrün glänzende und durchscheinende Pflanze mit dunklen Astknoten. Sie ist eine kleine bis mittelgroße Art (von einigen cm bis max. 80 cm). Auffällig ist der einreihige, aus langen, deutlich zugespitzten Stipularen bestehende Stipularkranz. Chara braunii ist unberindet und hat keine Stacheln.
Ökologie und Bestandsentwicklung: Die Braun-Armleuchteralge besiedelt nährstoffarme bis mäßig nährstoffreiche, kalkarme Gewässer. In Österreich wächst sie heute vor allem in extensiv bewirtschafteten Fischteichen des Waldviertels in der Böhmischen Masse. Sie ist dabei nicht nur in klaren, sondern auch in trüberen Gewässern anzutreffen. Trotz einiger Funde der jüngeren Zeit ist von einem Rückgang der Art auszugehen. In Wien (Herbar Reineck, 1908, M), in Gräben in Moosbrunn in Niederösterreich (
Verbreitung in den einzelnen Bundesländern:
(B) Selten; in Fischteichen in Güssing (G. Hügin, 1986, Herbar Krause/Iffeldorf). Die Güssinger Teiche sind heute in einem sehr schlechten Zustand, extrem verschlammt. Es fehlt die traditionelle Bewirtschaftung mit regelmäßigen Sömmerungen. Chara braunii hat da aktuell keine Chance mehr, ist aber sicher noch in der Diasporenbank vorhanden. Eine vorsichtige Entschlammung der Teiche (nicht Vertiefung!) und die anschließende Wiederaufnahme einer traditionellen extensiven Teichwirtschaft mit einer regelmäßigen Sömmerung wären erforderlich (
(W) Verschollen; es existiert ein Herbarbeleg aus „Wien‟ (Herbar Reineck, 1908, M). Möglicherweise stammt dieser aus Moosbrunn in Niederösterreich (s. u.), denn es war damals üblich, Moosbrunn auf Herbaretiketten Wien zuzurechnen.
(N) Selten; in mehreren Teichen im Waldviertel, etwa im Stronesteich (R. Hehenberger, 2013, LI), im Rudmannser Teich bei Zwettl (C. Pachschwöll & R. Hehenberger 2012, LI; K.-G. Bernhardt, N. Stoeckl, 2022, Herbar Bernhardt), in der Nähe des Stölzlinger Teiches bei Hirschbach (M. Hofbauer, 2018, WU) und im Karfreitagsteich in der Nähe des Bahnhofs Pürbach-Schrems (M. Hofbauer, 2023, WU). – „In stehenden Wässern und Gräben um Moosbrunn” (In stagnis prope Moosbrunn, s. d., Herbar Putterlick, W;
(K) Verschollen; am Wörthersee (
Chara canescens Loisel. / Grau-Armleuchteralge
Synonym: Chara crinita Wallr.
Verbreitung: B, N†
Naturräume: PA
Gefährdung: VU (gefährdet)
Habitate: Seen, Teiche, Klein- und Kleinstgewässer, salzbeeinflusste Lebensräume
Gefährdungsursachen: Lebensraumvernichtung, Austrocknung
Höhenverbreitung: niedrigstes Vorkommen: 110 m s. m., höchstes Vorkommen: 190 m s. m.
Morphologie: Chara canescens ist eine kleine bis mittelgroße (5 bis 15 cm, max. 40 cm), dicht bestachelte, diözische Pflanze. Sie ist die einzige haplostiche Art in Österreich. Die Stacheln sind in Gruppen zu 2–6 angeordnet und länger als der Sprossdurchmesser. Die Stipularen sind den Stacheln ähnlich und in zwei Kränzen angeordnet. An den meisten Vorkommen gibt es nur weibliche Pflanzen, die sich parthenogenetisch fortpflanzen. Diese Art der Fortpflanzung ist bei keiner anderen Characee bekannt. In mehreren Gewässern des Seewinkels konnten sexuelle Populationen, also weibliche und männliche Pflanzen, festgestellt werden; so etwa im Albersee, im Herrensee, im Silbersee, im Südlichen Stinkersee, im Weißsee, in der Runden Lacke, in der Zicklacke und in der Hottergrube (
Ökologie und Bestandsentwicklung: Die Grau-Armleuchteralge ist eine Flachwasserart, die in Österreich vor allem die kleinen Salzlacken und Seen des Seewinkels und den Neusiedler See besiedelt. Darüber hinaus gab es jedoch im 19. Jahrhundert auch Vorkommen im unteren Pulkautal in Niederösterreich (s. u.). Die Vorkommen im Seewinkel sind vor allem durch die Trockenheit der vergangenen Jahre gefährdet, die zum Austrocknen vieler Salzlacken geführt hatte (
Die österreichischen Vorkommen von Ch. canescens sind außergewöhnlich, denn sexuelle Populationen, mit männlichen und weiblichen Pflanzen, sind rezent nur aus wenigen Ländern Europas bekannt, neben Österreich etwa noch aus Spanien, Italien und Serbien (
Verbreitung in den einzelnen Bundesländern:
(B) Mäßig verbreitet; im Neusiedler See (F. Welwitsch, [1]827 et [1]828, W;
(N) Verschollen; in salzigen Gräben entlang der Straße zwischen Zwingendorf und Wulzeshofen (A. Reuss, 1871, B, W, WU;
Weitere Literatur:
Chara connivens A.Braun / Bogen-Armleuchteralge
Verbreitung: N†
Naturräume: PA†
Gefährdung: RE (ausgestorben oder verschollen)
Habitate: Klein- und Kleinstgewässer, salzbeeinflusste Lebensräume
Gefährdungsursachen: Lebensraumvernichtung, Austrocknung
Höhenverbreitung: ca. 180 m s. m.
Morphologie: Die Bogen-Armleuchteralge ist eine unbestachelte, triplo- und isostiche, diözische Pflanze. Sie ist eine mittelgroße (5 bis 20 cm, max. 50 cm) Art. Sie ist vor allem durch die stark zur Sprossachse hin gebogenen Quirläste, die unscheinbaren Blättchen sowie durch ihre auffallend großen Antheridien erkennbar. Chara connivens ist zweihäusig.
Ökologie und Bestandsentwicklung: Die Bogen-Armleuchteralge wurde in Österreich nur aus dem unteren Pulkautal in Niederösterreich angegeben.
Leider konnte kein Herbarbeleg von Chara connivens aus Österreich gefunden werden. Der genauen Beschreibung in Braun und Nordstedt (l. c.) nach dürfte A. Braun aber ein Beleg dieser Sippe aus Niederösterreich vorgelegen sein. Jedoch war A. Braun von der Richtigkeit der Bestimmung von A. Reuss nicht überzeugt. Grundsätzlich ist ein Vorkommen in den salzigen Gräben gemeinsam mit Chara canescens vorstellbar. Auch die vielen Angaben aus Tschechien (Caisová und Gąbka 2009) sprechen für Chara connivens. Manche Fundorte der tschechischen Angaben liegen sogar in der Nähe der österreichischen Lokalität. Wir betrachten diese Art als verschollen.
Chara contraria Kütz. / Gegensatz-Armleuchteralge
Verbreitung: alle Bundesländer
Naturräume: AL, BM, NV, SV, PA
Habitate: Seen, Teiche, Flusssysteme, Bäche, Moore, Klein- und Kleinstgewässer, Quellen.
Gefährdung: LC (ungefährdet)
Gefährdungsursachen: Nährstoffeintrag, Lebensraumvernichtung, Fischbesatz, kleinflächig auch Badebetrieb
Höhenverbreitung: niedrigstes Vorkommen: 110 m s. m., höchstes Vorkommen: 2.110 m s. m.
Morphologie: Chara contraria ist eine kleine bis mittelgroße (5 bis 30 cm, max. 50 cm), monözische Art, die durch wenig auffallende Blättchen, Bestachelung und Vermehrungsorgane sowie die eher geringe Verzweigung charakterisiert ist. Daher wirkt Ch. contraria relativ „leer”. Die Pflanzen dieser Art sind fast immer mehr oder weniger stark verkalkt. Die Art ist tylacanth, mit oft nur papillenartigen Stacheln, diplostich und heterostich. Stachellose Pflanzen sind meist nicht von Chara vulgaris zu unterscheiden. Die Oosporen sind ellipsoidisch bis zylindrisch, schwarz, und oft deutlich schmäler als bei anderen Chara-Arten.
Ökologie und Bestandsentwicklung: Die Gegensatz-Armleuchteralge bevorzugt größere, natürliche oder künstliche Seen vom Flachland bis ins Gebirge. So findet man sie in vielen Alpenseen sehr häufig (
Variabilität: Chara contraria ist sehr variabel;
Verbreitung in den einzelnen Bundesländern:
(B) Selten; im Neusiedler See (C. Gilli, W. Gutermann, M. Hofbauer, E. Köllner, U. Raabe, H. Schau, 2020, WU), im Neufelder See (
(W) Zerstreut; vor allem in der Lobau (
(N) Mäßig verbreitet; in der Unteren Lobau (
(K) Mäßig verbreitet; in den Kärntner Seen (z. B. Weißensee, Millstätter See, Faaker See, Magdalenensee, Wörthersee, Rauschelsee, Klopeiner See; Kusel-Fetzmann und Lew (1972),
(St) Zerstreut; vor allem in den Seen des steirischen Salzkammergutes (
(O) Verbreitet; häufig in den Seen des Salzkammergutes (z. B.
(S) Verbreitet; häufig in den Seen im Flachgau (z. B.
(T) Mäßig verbreitet; im Samarangersee (
(V) Verbreitet; Chara contraria ist nach
Weitere Literatur:
Chara curta Kütz. / Verkürzt-Armleuchteralge
Verbreitung: O, T
Naturräume: AL
Habitate: Seen
Gefährdung: G (Gefährdung unbekannten Ausmaßes)
Gefährdungsursachen: Nährstoffeintrag, Fischbesatz
Höhenverbreitung: niedrigstes Vorkommen: 410 m s. m., höchstes Vorkommen: 930 m s. m.
Morphologie: Chara curta sieht Ch. aspera sehr ähnlich und ist wie diese diözisch. Sie ist ebenfalls eine kleine bis mittwüchsige (5 bis 30 cm, max. 45 cm) Art. Die Unterscheidung erfolgt vor allem anhand der Anordnung der Stacheln. Bei Ch. curta stehen diese dicht und in Gruppen von 2–6, bei Ch. aspera jedoch einzeln. Allerdings können immer wieder Übergangsformen beobachtet werden, worauf bereits
Bei
Ökologie und Bestandsentwicklung: Bereits von
Aufgrund der vielfach vorhandenen Übergänge zu Ch. aspera (z. B. bei Pflanzen im Almsee, 2023, Herbar van de Weyer) und der damit verbundenen Abgrenzungsprobleme ist die Kenntnis über die Verbreitung und die Gefährdung unvollständig und die Datenlage ungenügend. Auch wenn es derzeit keine Hinweise auf einen Rückgang gibt, ist aufgrund der Seltenheit dieser Sippe eine Gefährdung anzunehmen. Es besteht auf jeden Fall Klärungsbedarf.
Verbreitung in den einzelnen Bundesländern:
(O) Sehr selten; im Traunsee (
(T) Sehr selten; im Fernsteinsee bei Nassereith (K. van de Weyer, 2007; Herbar van de Weyer).
Chara dissoluta Leonh. / Nackt-Armleuchteralge
Verbreitung: K, O, T, V
Naturräume: AL
Habitate: Seen
Gefährdung: DD (Datenlage unzureichend)
Gefährdungsursachen: Nährstoffeintrag, Fischbesatz
Höhenverbreitung: niedrigstes Vorkommen: 390 m s. m., höchstes Vorkommen: 930 m s. m.
Morphologie: Die Nackt-Armleuchteralge ist eine kleine bis mittelgroße (5 bis max. 60 cm), langgliedrige, kaum kalkinkrustierte Pflanze von braungrüner oder oliver Farbe. Sie ist hauptsächlich diplostich, tylacanth und monözisch. Die Rinde ist jedoch nie vollständig ausgebildet. Die kugelig kleinen, manchmal angespitzen Stipularen sind in zwei dicht stehenden Reihen angeordnet. Möglicherweise handelt es sich um eine Tiefwassersippe von Chara contraria (
Ökologie und Bestandsentwicklung: Chara dissoluta besiedelt hauptsächlich karbonatreiche Seen. Im Bodensee schien die Art in der Zeit der Eutrophierung in den 1960er und 1970er Jahren nahezu erloschen zu sein (
Verbreitung in den einzelnen Bundesländern:
(K) Selten; im Faaker See (U. Prochinig, 2019) und im Wörthersee (KIS 2021).
(O) Sehr selten; im Mondsee (
(T) Sehr selten; im Achensee (D. Jäger, 2012;
(V) Selten; nur im Bodensee (
Chara filiformis A.Braun / Faden-Armleuchteralge
Verbreitung: O, S
Naturräume: AL
Habitate: Seen
Gefährdung: G (Gefährdung unbekannten Ausmaßes)
Gefährdungsursachen: Nährstoffeintrag, Fischbesatz, kleinflächig auch Badebetrieb
Höhenverbreitung: niedrigstes Vorkommen: 470 m s. m., höchstes Vorkommen: 670 m s. m.
Morphologie: Die Faden-Armleuchteralge ist durch die überlangen Internodien und die nur wenige Millimeter langen Äste charakterisiert. Damit sieht sie eher einer Fadenalge ähnlich, als einer Armleuchteralge. Sie ist eine mittelgroße Art (10 bis 40 cm, max. 90 cm). Der Sprossdurchmesser beträgt 0,3 bis 0,5 mm. Ch. filiformis ist diplostich, heterostich, tylacanth und monözisch. Die Stacheln stehen einzeln auf den Hauptreihen; die Stipularen sind zweireihig.
In ihrem Hauptverbreitungsgebiet, im Nordosten Deutschland und Polens, in Litauen sowie in Lettland, ist Chara filiformis weit verbreitet und häufig (
Ökologie und Bestandsentwicklung: Chara filiformis erscheint bereits im Frühjahr. Sie besiedelt natürliche oligo- bis mesotrophe Seen. Aufgrund der wenigen Beobachtungen ist eine Abschätzung der Bestandsentwicklung nicht möglich, aber eine Gefährdung anzunehmen. Bei dieser Sippe gibt es Forschungsbedarf.
Verbreitung in den einzelnen Bundesländern:
(O) Sehr selten; im Mondsee, Badestrand Oberburgau (V. Krautkrämer, 2016, Herbar Krautkrämer).
(S) Selten; im Fuschlsee (
Chara globularis Thuill. / Zerbrechlich-Armleuchteralge
Synonym: Chara fragilis Desv.
Verbreitung: alle Bundesländer
Naturräume: AL, BM, NV, SV, PA
Habitate: Seen, Teiche, Flusssysteme, Bäche, Moore, Klein- und Kleinstgewässer, Quellen.
Gefährdung: LC (ungefährdet)
Gefährdungsursachen: Lebensraumvernichtung, Fischbesatz, kleinflächig auch Badebetrieb
Höhenverbreitung: niedrigstes Vorkommen: 110 m s. m., höchstes Vorkommen: 2.190 m s. m.
Morphologie: Chara globularis ist eine sehr feine, oliv bis dunkelgrüne, wenig verkalkte Pflanze. Sie ist stachellos, monözisch, triplostich, überwiegend isostich und macht dadurch einen fein gestreiften Eindruck. Sie ist eine kleinwüchsige bis mittelgroße (5 bis 25 cm, max. 125 cm) Art. Ch. globularis hat (fast) fehlende, ausschließlich warzenförmige Stipularen. Bei der ähnlichen Chara virgata sind die Stipularen des oberen Kranzes kurz und spitz zulaufend. Es gibt aber Übergangsformen, die nach den genetischen Untersuchungen von
Ökologie und Bestandsentwicklung: Die Zerbrechlich-Armleuchteralge gehört mit Ch. vulgaris zu den nährstofftoleranten Armleuchteralgen. Sie besiedelt kalkarme und -reiche, saure, neutrale und basische Gewässer. Man findet sie sowohl in Naturseen bis in 10 m Tiefe, als auch in künstlichen Gewässern, sogar in Gartenteichen und kleinen Betonbecken. Ch. globularis bildet gelegentlich auch flutende Bestände in Fließgewässern. Sie ist ökologisch besonders flexibel und daher weit verbreitet. Vorkommenslücken sind wahrscheinlich auf Kartierungsdefizite zurückzuführen. Diese Art profitiert vom Schotterabbau, durch den kurzfristig neue Kleingewässer entstehen können. Durch das Anlegen von Retentionsbecken und Amphibiengewässern wird sie ebenfalls gefördert. Verlorene und neu entstandene Lebensräume dürften sich bei dieser Art die Waage halten.
Verbreitung in den einzelnen Bundesländern:
(B) Mäßig verbreitet; im Neusiedler See (
(W) Zerstreut; vor allem in der Lobau (
(N) Zerstreut; in der Unteren Lobau (
(K) Mäßig verbreitet; in den Kärntner Seen (z. B. Weißensee, Millstätter See, Faaker See, Magdalenensee, Wörthersee, Ossiacher See, Keutschachersee, Penkensee, Saisser See, Rauschelesee, Farchtensee, Gösselsdorfer See, Farchtesee, Bassgeigensee, Klopeiner See, Flattnitzsee u. a., vgl.
(St) Zerstreut; vor allem in den Seen des steirischen Salzkammergutes (
(O) Verbreitet; häufig in den Seen des Salzkammergutes (z. B. Poetsch and Schiedermayr (1872),
(S) Mäßig verbreitet; häufig in den Seen im Flachgau (z. B.
(T) Zerstreut; im Fernsteinsee (Van de Weyer, 2023, Herbar Bernhardt), im Plansee (D. Jäger in
(V) Mäßig verbreitet; Chara globularis ist nach
Chara gymnophylla (A.Braun) A.Braun / Nacktblatt-Armleuchteralge
Verbreitung: W?, N†, K, S, T
Naturräume: AL, PA†
Gefährdung: G (Gefährdung unbekannten Ausmaßes)
Habitate: Seen, Bäche, Klein- und Kleinstgewässer
Gefährdungsursachen: Lebensraumvernichtung
Höhenverbreitung: niedrigstes Vorkommen: 230 m s. m., höchstes Vorkommen: 1.210 m s. m.
Morphologie: Chara gymnophylla ist Ch. vulgaris sehr ähnlich und wie diese auch vielgestaltig. Sie ist eine kleinwüchsige bis mittelgroße (5 bis 15 cm, max. 50 cm) Art. Sie ist unregelmäßig diplostich, aulacanth und monözisch; die Stacheln sind vorne abgerundet. Die Äste sind unberindet oder besitzen ein bis zwei berindete Glieder; die vielgliedrigen, mit Blättchen dicht besetzten Äste des Sprossgipfels formen unübersichtliche wirre Köpfe; die Mehrzahl der Astknoten tragen keine Gametangienpaare; (an Chara vulgaris tragen häufig alle Astknoten Gametangienpaare). Der verlässlichste morphologische Unterschied besteht darin, dass Ch. gymnophylla auch an unberindeten Aststücken fertil ist, während bei Ch. vulgaris Gametangienpaare nur an berindeten Astteilen zu finden sind.
Die verschiedenen Ausformungen von Chara gymnophylla sind stark von den Wuchsbedingungen beeinflusst (
Anmerkung: Im Herbarium PRC wurde ein tylacanther Beleg von „Chara gymnophylla” gefunden, der nach neuerer Erkenntnis als Chara squamosa Desf. zu bezeichnen ist (
Ökologie und Bestandsentwicklung: Die bisherigen Angaben von Chara gymnophylla (inkl. Ch. squamosa) stammen hauptsächlich von kleinen Fließgewässern und Kleingewässern. Aufgrund der wenigen Beobachtungen ist eine Abschätzung der Bestandsentwicklung nicht möglich, aber eine Gefährdung anzunehmen. Bei den mehr oder weniger unberindeten Sippen gibt es erheblichen Forschungsbedarf.
Verbreitung in den einzelnen Bundesländern:
(W) Fraglich; Wien „um Meidling am Bach” (
(N) Verschollen; es liegen einige Nachweise in Form von Herbarbelegen vor, etwa auf nassem Kies der Mündung des Schwechatbaches in die Schwechat dichten Rasen bildend (s. n., 1871, B); Baden. In der Schwechat an den Abflüssen der Bäder (A. Reuss, 1871, B); Baden: am Abflusse der Schwefelquellen in die Schwechat (A. Reuss, 1871, PRC); Baden bei Wien, Ausrinn des Johannisbades (H. W. Reichardt, 1875, W); Im Wasser der Schwechat in Baden an der Mündung der Schwefelbäder (E. Halacsy, 1871, WU); In einem Bach beim Magdalenenhof […] Langenzersdorf (A. Reuss, 1871, B).
(K) Selten; in den Katschthaler Alpen (R. Gussenbauer [1810–1874], s. d., KL) und in einem Moorgraben in Steindorf am Ossiacher See (D. Pacher, 1869, KL) verschollen. Eine Angabe in
(S) Sehr selten; auf der Pirnbachwiese zwischen Hinterthal und Egg, Mariaalm am Steinernen Meer (C. Wolkerstorfer, 2012, LI). Dieser Beleg wurde von T. Gregor 2017 bestimmt und 2018 von N. Abdelahad und R. Romanov bestätigt.
(T) Sehr selten; Samnaun Berge, Fließer Alpe, Sphagnum-Sumpf (L. Meierott, 2020, Herbarium Meierott, det. T. Gregor). – Im „Stubbachthal in einer Moospfütze zwischen Fulpmes und Mieders” (
In einer weiteren Angabe von
Chara hispida L. / Steifborstig-Armleuchteralge
Verbreitung: B, W, N, K, St, O, S, T†?, V
Naturräume: AL, NV, PA
Habitate: Seen, Teiche, Flusssysteme, Moore, Klein- und Kleinstgewässer.
Gefährdung: EN (stark gefährdet)
Gefährdungsursachen: Lebensraumvernichtung, Fischbesatz, kleinflächig auch Badebetrieb
Höhenverbreitung: niedrigstes Vorkommen: 110 m s. m., höchstes Vorkommen: 1.190 m s. m.
Morphologie: Chara hispida gehört zur Hartmannia-Gruppe (
In vielen Fällen wurde bei Literaturangaben unter Chara hispida sowohl diese Art wie auch Ch. subspinosa verstanden (z. B.
Ökologie und Bestandsentwicklung: Die Steifborstig-Armleuchteralge ist eine Hartwasserart, die monodominante Bestände entwickeln kann. Sie ist vor allem im oligo- bis mesotrophen Bereich anzutreffen. Selten kommen Chara hispida und Ch. subspinosa gemeinsam vor (s. u.). Nach
Verbreitung in den einzelnen Bundesländern:
(B) Selten; im Neusiedler See (K. Mergl, 1901, BRA;
(W) Selten; vor allem in der Lobau (
(N) Selten; in der Unteren Lobau (
(K) Selten; im Wörthersee (F. Welwitsch [1806–1872], s. d., W;
(St) Sehr selten; im Hechtensee (Á. Boros, 1923, BP;
(O) Zerstreut; im Schwarzensee (W. Holzner, ca. 1975, WHB), im Attersee (L. van Campen, 1980, WHB; W. Holzner, 1980, WHB; M. Hofbauer, A. Holzhausen, P. Nowak, 2018, WU), Fischlhamer Au bei Lambach, Altwasser (R. Krisai, 1982, LI), St. Radegund, in einem Quellteich (M. Hohla, 2008, LI;
(S) Sehr selten; im Fuschlsee (B. Edlinger, L. van Campen, 1980, WHB; auch
(T) Verschollen; Gießen ober der Schwimmschule in Innsbruck (F. Leithe, 1868, LI), in Kitzbühel (s. n., s. d., LI), im Seefelder Moos (L. Heufler, 1840, M; O. Bulnheim, 1855, REG; vgl. auch
(V) Zerstreut; nach
Chara papillosa Kütz. / Kurzstachel-Armleuchteralge
Synonym: Chara intermedia A.Braun
Verbreitung: B, W, N, K, St†, O, S, T, V
Naturräume: AL, NV, PA
Habitate: Seen, Teiche, Moore, Klein- und Kleinstgewässer, salzbeeinflusste Lebensräume
Gefährdung: VU (gefährdet)
Gefährdungsursachen: Lebensraumvernichtung, Fischbesatz, kleinflächig auch Badebetrieb
Höhenverbreitung: niedrigstes Vorkommen: 110 m s. m., höchstes Vorkommen: 1.780 m s. m.
Morphologie: Chara papillosa ist eine wenig verzweigte, unauffällig bestachelte Pflanze. Sie ist mittelgroß (8 bis 80 cm, max. 105 cm), monözisch, diplostich, heterostich und tylacanth. Die Stacheln sind kürzer als der Achsendurchmesser und einzeln oder in Gruppen zu 2–3 angeordnet. Ch. papillosa hat zwei Stipularkränze.
Neuere genetische Untersuchungen haben ergeben, dass sich hinter dem Namen Ch. papillosa in Mitteleuropa zwei unterschiedliche Sippen verbergen könnten (
Ökologie und Bestandsentwicklung: Die meisten österreichischen Vorkommen der Kurzstachel-Armleuchteralge befinden sich in Seen, seltener tritt sie in kleineren Gewässern auf. Die Art ist vor allem im oligo- bis mesotrophen Bereich anzutreffen. Ch. papillosa hat Rückgänge zu verzeichnen, wie einige rezent nicht mehr bestätigte historische Vorkommen in der Steiermark und in Tirol zeigen (s. u.).
Verbreitung in den einzelnen Bundesländern:
(B) Selten; im Neusiedler See (
(W) Sehr selten; in der Lobau (
(N) Sehr selten; in der Unteren Lobau (
(K) Mäßig verbreitet; in den Seen häufig, etwa im Faaker See (KIS 2003; M. Hohla & T. Gregor, 2020, LI), im Weißensee (
(St) Verschollen; in einem Fischteich in Aussee (K. Rechinger, 1904, W).
(O) Zerstreut; vor allem im Attersee (
(S) Selten; vor allem im Wolfgangsee (
(T) Selten; im Achensee (
(V) Sehr selten; in einem Baggersee im Kopfloch im Alten Rhein (
Chara strigosa A.Braun / Striemen-Armleuchteralge
Verbreitung: St, O, S, T, V
Naturräume: AL, NV†
Habitate: Seen, Bäche, Klein- und Kleinstgewässer
Gefährdung: EN (stark gefährdet)
Gefährdungsursachen: Nährstoffeintrag, Fischbesatz, kleinflächig auch Badebetrieb, Klimaerwärmung
Höhenverbreitung: niedrigstes Vorkommen: 420 m s. m., höchstes Vorkommen: 1.640 m s. m.
Morphologie: Chara strigosa ist eine kleine (4 bis 25 cm), oft stark verkalkte Art. Typisch ist der sehr regelmäßige Bau der Quirle. Ch. strigosa ist monözisch, diplo- bis triplostich und tylacanth. Die Stacheln sind zu 2–5 gebündelt und so dicht, dass sie die Rinde meist verdecken. Durch die dichte Bestachelung und den etwas gedrängten Wuchs sind die Pflanzen außerhalb des Wassers formstabil. Die Art hat zwei Stipularkränze.
Ökologie und Bestandsentwicklung: Die Striemen-Armleuchteralge ist eine Art der klaren, kalkreichen, oligotrophen Seen. Eine Ausnahme bildeten die beiden heute verschollenen Vorkommen in einem Tümpel nächst dem Häretinger See in Oberösterreich und in einem Bächlein bei Mondsee (s. u.). Einige historische Vorkommen konnten nicht mehr bestätigt werden; dies lässt auf Rückgänge schließen.
Verbreitung in den einzelnen Bundesländern:
(St) Sehr selten; im Grundlsee (
(O) Zerstreut; im Hallstätter See (W. Reuss, 1868, B; T. Gregor & M. Hohla, 2007, LI;
(S) Sehr selten; im Eibensee in St. Gilgen (C. Arming, 2015, LI; W. Diewald, 2017, Herbar Diewald). Bereits
(T) Selten; im Fernsteinsee (E. Rott, 2005, IB; K. van de Weyer, 2023, Herbar Bernhardt); im Weißensee (E. Rott, 2005, IB;
Chara subspinosa Rupr. / Furchenstachel-Armleuchteralge
Synonym: Chara rudis A.Braun
Verbreitung: W, N, K, St, O, S, T, V
Naturräume: AL, NV, PA
Habitate: Seen, Teiche, Flusssysteme, Bäche, Moore, Klein- und Kleinstgewässer
Gefährdung: NT (Vorwarnstufe)
Gefährdungsursachen: Lebensraumvernichtung, Fischbesatz, kleinflächig auch Badebetrieb.
Höhenverbreitung: niedrigstes Vorkommen: 150 m s. m., höchstes Vorkommen: 1.180 m s. m.
Morphologie: Chara subspinosa gehört gemeinsam mit Ch. hispida zur Hartmannia-Gruppe (
Ökologie und Bestandsentwicklung: Die Furchenstachel-Armleuchteralge ist eine Hartwasserart, die monodominante Bestände entwickeln kann. Sie ist vor allem im oligo- bis mesotrophen Bereich anzutreffen. Selten kommen Chara subspinosa und Ch. hispida gemeinsam vor (s. o. und unter Ch. hispida). Die vielen verschollenen Vorkommen in Tirol und Vorarlberg lassen auf einen Rückgang schließen. Allerdings ist eine fundierte Einschätzung der Bestandsentwicklung bei dieser Art nicht möglich, da sie in der Vergangenheit oft mit Chara hispida zusammengefasst wurde.
Verbreitung in den einzelnen Bundesländern:
(W) Selten; in der Alten Donau (
(N) Selten; in der Paul-Helfers-Quelle (M. Hohla & N. Sauberer, 2023, LI), in einem Schotterteich bei Euratsfeld (F. Essl, 2015, LI), im Lunzer See (K.-G. Bernhardt, 2018, Herbar Bernhardt;
(K) Selten; im Klopeiner See (Kusel-Fetzmann und Lew 1972; KIS 2017), in Ferlach in den Karawanken (Morawetz, s. d., WU), im Lendkanal vom Wörthersee abzweigend (W. Krause W & G. H. Leute, 1985, Herbar Krause/Iffeldorf).
(St) Zerstreut; im Grundlsee (O. Bulnheim, 1855, JE u. REG; Favarger und Rechinger 1905; M. Hof
(O) Mäßig verbreitet; häufig in den Salzkammergutseen, etwa im Almsee (K. Schiedermayr [1818–1895], s. d., W;
(S) Zerstreut; im Fuschlsee (M. Hohla, 2013, LI), im Jägersee im Kleinarlthal (
(T) Zerstreut; im Pillersee (
(V) Selten; im Walgau bei Frastanz in der Unteren Au und im Satteinser Baggersee (1998) sowie im Segenbach (2003,
Weitere Literatur:
Chara tenuispina A.Braun / Dünnstachel-Armleuchteralge
Synonym: Chara kokeilii A.Braun
Verbreitung: B, N†, K†, S
Naturräume: AL†, NV, PA
Habitate: Seen, Teiche, Moore, Klein- und Kleinstgewässer, salzbeeinflusste Lebensräume
Gefährdung: VU (gefährdet)
Gefährdungsursachen: Lebensraumvernichtung, dauerhafte Austrocknung
Höhenverbreitung: niedrigstes Vorkommen: 110 m s. m., höchstes Vorkommen: 450 m s. m.
Morphologie: Chara tenuispina ist eine dünne, breit verzweigte, kleinwüchsige (1,5 bis 25 cm, max. 45 cm) Pflanze, die am Sprossende kopfartig („vogelnestförmig‟) zusammengedrängt sein kann. Sie ist frischgrün und weist nur gelegentlich Kalkinkrustierungen auf. Die äußersten 2–3 Astenden sind dünn, unberindet, oft stark verlängert und getrocknet stark glänzend. Die Art ist monözisch, triplostich; die extrem dünnen Stacheln sind länger als der Sprossdurchmesser und stehen einzeln auf den Rindenzellen. Oft sind diese bereits abgefallen. Die Stipularkränze sind 2-reihig; die Stipularen sind schmal und spitz; die oberen Stipularen sind länger als der Sprossdurchmesser.
Die von manchen Autorinnen und Autoren als eigene Art behandelte Chara kokeilii (
Ökologie und Bestandsentwicklung: Die Dünnstachel-Armleuchteralge ist eine wärmeliebende Flachwasserart, die in Österreich vor allem die kleinen Salzlacken und Seen des Seewinkels besiedelt (s. u.). Vor allem in regenreicheren Jahren ist die Art dort stellenweise reichlich zu finden. Zwei historische Vorkommen in anderen Bundesländern sind verschollen.
Verbreitung in den einzelnen Bundesländern:
(B) Zerstreut; im Neusiedler See (
(N) Verschollen; in Moosbrunn (C. M. Diesing, 1841, W).
(K) Verschollen; in Klagenfurt (F. Kokeil [1802–1865], s. d., W; s. n., s. d., PRC), ebenso unter Chara kokeilii in Gräben am Wörthersee bei Klagenfurt (F. Kokeil, 1844, JE; Herbar Kokeil, s. d., KL;
(S) Sehr selten; im Lieferinger Badesee in der Stadt Salzburg (P. Pilsl, 2024, Herbar Pilsl u. Herbar Hohla).
Weitere Literatur:
Chara tomentosa L. / Hornblatt-Armleuchteralge
Synonym: Chara ceratophylla Wallr.
Verbreitung: B, W, N?, K, St, O, S, T, V?
Naturräume: AL, NV, PA
Habitate: Seen, Teiche, Flusssysteme
Gefährdung: VU (gefährdet)
Gefährdungsursachen: Nährstoffeintrag, Fischbesatz, kleinflächig auch Badebetrieb
Höhenverbreitung: niedrigstes Vorkommen: 110 m s. m., höchstes Vorkommen: 1.120 m s. m.
Morphologie: Chara tomentosa ist eine großwüchsige (25 bis 60 cm, max. 200 cm), robuste Pflanze, die durch ihre oft rötlichen Sprossspitzen auffällt. Ihre Sprossachsen sind 2–3 mm dick. Die Art ist diözisch, diplostich und tylacanth. Die bis 3 mm langen Stacheln stehen einzeln oder zu 2–3 gebündelt; sie sind an der Basis sehr breit und laufen zu einer Spitze zusammen. Die Äste haben 2–3 unberindete Endzellen, wovon die unterste oft „aufgeblasen‟ wirkt. Die Stipularen sind zweireihig und kräftig. Es ist die einzige Characee, die bereits von Linné im heutigen Umfang beschrieben wurde.
Ökologie und Bestandsentwicklung: Die Hornblatt-Armleuchteralge hat ihren Verbreitungsschwerpunkt in größeren, natürlichen Seen, kommt jedoch auch in Altwässern an Flüssen und selten auch in kleineren Stillgewässern vor. Künstliche Gewässer werden nur selten besiedelt. Sie wächst meist im mitteltiefen Bereich, selten in Flachwasserzonen. Die Art dürfte leichte Rückgänge erlitten haben. Chara tomentosa kann nach
Verbreitung in den einzelnen Bundesländern:
(B) Zerstreut; vor allem im Neusiedler See (K. Mergl, 1901, BRA;
(W) Selten; in der Alten Donau (
(N) Sehr selten; im Blahasee (K. Pall, 2021, K. Pall, Fotobeleg); knapp außerhalb Niederösterreichs wurde die Art 2018 im Erlaufsee in der Steiermark nachgewiesen (s. u.). Da die Landesgrenze durch den See geht, ist ebenfalls mit einem Vorkommen auf der niederösterreichischen Seite zu rechnen.
(K) Mäßig verbreitet; im Wörthersee und im Lendkanal (
(St) Sehr selten; im Erlaufsee am „Biker-Strand‟ (I. Blindow, 2018,
(O) Mäßig verbreitet; häufig in den Salzkammergutseen, etwa im Attersee (F. Mörl [1803–1867], s. d., LI;
(S) Zerstreut; im Wolfgangsee (
(T) Selten; im Pillersee (G. Gärtner, 2011, IB; W. Diewald, 2019, Herbar Diewald), im Plansee (
(V) Fraglich; die Art wird von
Weitere Literatur:
Chara virgata Kütz. / Fein-Armleuchteralge
Synonym: Chara delicatula C.Agardh
Verbreitung: alle Bundesländer
Naturräume: AL, BM, NV, PA
Habitate: Seen, Teiche, Flusssysteme, Bäche, Moore, Klein- und Kleinstgewässer.
Gefährdung: NT (Vorwarnstufe)
Gefährdungsursachen: Lebensraumvernichtung, Nährstoffeintrag, Fischbesatz, kleinflächig auch Badebetrieb
Höhenverbreitung: niedrigstes Vorkommen: 110 m s. m., höchstes Vorkommen: 1.710 m s. m.
Morphologie: Chara virgata ist eine kleine (5 bis 15 cm, max. 50 cm), starre, vom Grunde an verzweigte Pflanze. Sie ist monözisch, triplostich mit Wärzchen bis kleinen Stacheln. Sie bildet zweireihige Stipulare aus, deren obere Reihe deutlich verlängert ist. Es bestehen große Probleme bei der Abgrenzung zu Chara globularis, mit der es eine kontinuierliche Reihe von Übergangsformen gibt. Ch. globularis hat nur kleine warzenförmige Stipulare und keine Stacheln oder Warzen am Spross. Die Brakteen sind maximal so lange wie das Oogon. Außerdem besiedelt Ch. globularis auch stärker mit Nährstoffen belastete Gewässer (
Ökologie und Bestandsentwicklung: Die Fein-Armleuchteralge besiedelt oligo- bis mesotrophe Gewässer. Sie bevorzugt Flachwasserbereiche größerer Seen, wächst aber auch in wenig belasteten kleineren Still- und Fließgewässern, vor allem in anmoorigen Gebieten. Sie kommt jedoch sowohl in kalkarmen als auch in kalkreichen Gewässern vor. Eine fundierte Einschätzung der Bestandsentwicklung bei dieser Art ist nicht möglich, da sie in der Vergangenheit meist nicht von Chara globularis unterschieden wurde. In den unbelasteten Alpenseen dürfte Ch. virgata nicht gefährdet sein, wohl aber in kleineren Seen bzw. Kleingewässern, die durch Nährstoffeinträge belastet sind.
Verbreitung in den einzelnen Bundesländern:
(B) Selten; im Neusiedler See (
(W) Selten; im Kühwörther Wasser in der Unteren Lobau (
(N) Selten; an der Westbahn im Tullnerfeld (
(K) Mäßig verbreitet; im Klopeiner See (W. Krause, 1985, Herbar Krause/Iffeldorf), im Penkensee (U. Prochinig, 2021;
(St) Zerstreut; vor allem im steirischen Salzkammergut, im Altausseer See (K. Rechinger, 1904, W;
(O) Mäßig verbreitet; häufig in den Salzkammergutseen, etwa im Traunsee (
(S) Mäßig verbreitet; im Mattsee (
(T) Selten; im Achensee (
(V) Zerstreut; im Bodensee (
Chara vulgaris L. / Gewöhnlich-Armleuchteralge
Synonym: Chara foetida A.Braun
Verbreitung: alle Bundesländer
Naturräume: AL, BM, NV, SV, PA
Habitate: Seen, Teiche, Flusssysteme, Bäche, Moore, Klein- und Kleinstgewässer, Quellen
Gefährdung: LC (ungefährdet)
Gefährdungsursachen: Lebensraumvernichtung, Fischbesatz
Höhenverbreitung: niedrigstes Vorkommen: 110 m s. m., höchstes Vorkommen: 2.070 m s. m.
Morphologie: Chara vulgaris ist eine kleine bis mittelgroße Art (1 bis 80 cm). Sie ist monözisch, diplostich, unterschiedlich stark heterostich (selten isostich) und aulacanth mit einzelnen kurzen Stacheln; manchmal fehlen diese; dann ist die Pflanze nicht bestimmbar. Die Pflanzen sind oft stark mit Kalk überzogen. Die kurzen Stipularen stehen in zwei dichten Reihen.
Ökologie und Bestandsentwicklung: Die Gewöhnlich-Armleuchteralge ist neben der Zerbrechlich-Armleuchteralge die häufigste Art in Österreich. So wie Chara globularis stellt auch Chara vulgaris geringere Ansprüche an die Wasserqualität und besiedelt eine Vielzahl an verschiedenen Gewässertypen, mit dem einen großen Unterschied, dass Chara vulgaris die oligotrophen Seen – im Gegensatz zu Chara globularis – strikt meidet. Sie besiedelt auch sehr flache Wasserstellen wie Sickerquellen. Sie ist eine typische Pionierart, die keine ausdauernden Bestände bildet und empfindlich gegen Konkurrenz durch andere Wasserpflanzen ist. Sie bevorzugt basenreiche bis kalkreiche Gewässer; aus diesem Grund ist sie in der Böhmischen Masse (Mühlviertel, Waldviertel) selten anzutreffen.
Vor allem in Wien, im Wiener Becken, am Ostrand des Wienerwaldes und im Inntal in Tirol gibt es viele verschollene Vorkommen. Der starke Verlust an primären Lebensräumen in der Vergangenheit wurde jedoch durch das große Angebot an künstlichen, sekundären Gewässern im Großen und Ganzen kompensiert. Solange reichlich Schotter und Sand abgebaut, Regenrückhaltebecken, Amphibienbiotope und Schwimmteiche angelegt werden, entstehen für diese Art neue Lebensräume. Aus diesem Grund liegt für Chara vulgaris keine Gefährdung vor. Vorkommenslücken sind wahrscheinlich auf Kartierungsdefizite zurückzuführen.
Variabilität: Chara vulgaris ist sehr variabel in der Morphologie.
Verbreitung in den einzelnen Bundesländern:
(B) Mäßig verbreitet; im Neusiedler See (Á. Boros, 1925, BP;
(W) Zerstreut; vor allem in der Lobau (
(N) Mäßig verbreitet; in der Unteren Lobau (
(K) Mäßig verbreitet; vor allem in Kleingewässern und Teichen in Südkärnten, etwa im Klagenfurter Becken ostsüdöstlich Dolina (W. Franz, 1981, KL) oder im Obiltschnig-Teich im Keutschacher Seental (W. Krause & G. H. Leute, 1984, KL), verbreitet auch im Gailtal, etwa in einem Bach N Tröpolach (I. Drozdowski & A. Mrkvicka, 2008, W) oder in einer Kalk-Quellflur bei Köstendorf (R. Krisai, 2015, LI); selten im Oberen Drautal, etwa in einem Altarm W Bruggen (W. Petutschnig, 1990, KL); zerstreut auch im Mittelkärnten, etwa in einem Fischteich am Magdalensberg (G. H. Leute & I. E. Müller, 1978, KL) oder in einer Quellflur am Ulrichsberg (G. H. Leute, 1986, KL); sehr selten im Norden Kärntens, etwa in Hörfeld im Görtschitztal (R. Reif, 1978, KL und Herbar Krause/Iffeldorf). – Verschollen in Obervellach (D. Pacher, 1872, KL), im Mölltal bei Sagritz (D. Pacher [1816–1902], s. d., IBF und KL;
(St) Zerstreut; vor allem in kleinen Seen, in Teichen und Kleingewässern im steirischen Salzkammergut, etwa im Kanzlermoos im Toten Gebirge (W. Diewald, 2015, Herbar Diewald), im Dreibrüdersee (I. Drozdowski & A. Mrkvicka, 2008, W), in einem Tümpel im Koppental (M. Hohla, 2019, LI), beim Ödensee-Parkplatz (W. Diewald, 2013, Herbar Diewald); selten im Ennstal, etwa im Europaschutzgebiet Gersdorfer Arm (
(O) Verbreitet; häufig in Augewässern, Kleingewässern und Teichen an der Salzach, etwa im Auwald bei Ostermiething (M. Hohla, 2008, LI) am Inn, etwa im Jägerstätter-Park beim Krankenhaus Braunau (M. Hohla, 2017, LI) und an der Donau, etwa in Tümpeln der Eckhartsau (A. Lugmair, 2007, LI), N des Großen Weikerlsees (F. Lenglachner, 2003, Herbar Lenglachner) oder in den Abbaubereichen SE von Steyregg (H. Wittmann, 2006, LI und SZB); selten im Ibmermoorgebiet, etwa beim Lehrpfadparkplatz nahe Ibm (R. Krisai, 2011, LI); verbreitet auch in kleinen Seen, Teichen, Tümpeln und Quellfluren im Salzkammergut und in der Region Pyhrn-Eisenwurzen, so in den Entwässerungsgräben der Flachmoore am Irrsee (W. Diewald, 2012, Herbar Diewald,
(S) Mäßig verbreitet; vor allem im Flach- und Tennengau, etwa in den Salzachauen um Salzburg, in Tümpeln W von St. Georgen (P. Pilsl, 2008, Herbar Pilsl), W vom Haunsberg (P. Pilsl, 2008, Herbar Pilsl), in Feuchtbiotpen in der Saalachau (P. Pilsl, 2015, Herbar Pilsl), in schlammigen Pfützen N des Salzachsees (P. Pilsl, 2010, Herbar Pilsl), in neu angelegten Gewässern im Hallein (H. Wittmann, 2008, Herbar Wittmann) oder in einem Tümpel in Puch (P. Pilsl, 2008, Herbar Pilsl), in Kalkquellfluren in Großgmain (G. Pflugbeil, 2012, Herbar Pflugbeil), in Tümpeln am Uferbereich der Salzach SSE von Hallein (H. Wittmann, 2007, SZB), N von Bischofshofen (H. Wittmann, 1997, LI); abseits des Salzachtales zerstreut bis selten, etwa in Teichen und in Entwässerungsgräben im Adneter Moos (G. Nowotny, 2008, Herbar Nowotny; K. Moosbrugger, 2021, LI), in einem Amphibienteich in Forstenau (C. Wolkerstorfer, 2015, Herbar Wolkerstorfer), in Moorwiesen W von Oberplainfeld (H. Wittmann, 2007, Herbar Wittmann); selten im Pongau, etwa im Moor in Mühlbach am Hochkönig (R. Krisai, 2001, LI), in einem Teich im Großarltal SE Hüttschlag (P. Pilsl, 2014, Herbar Pilsl), in einem Quellsumpf südöstlich der Unterhofalm in Filzmoos (T. Gregor, 2014, FR), auf der Karalm in Rauris (R. Krisai, 2008, LI), in einem Amphibienteich im Kaprunertal (H. Wittmann, 2010, Herbar Wittmann) u. s. w. – Im Lungau verschollen, so an der Taurach bei Stranach (F. K. M. Vierhapper, 1904, WU) und im Wöltinger Moor (F. K. M. Vierhapper, 1906, WU).
(T) Mäßig verbreitet; im Wiesensee N Hochfilzen (W. Diewald, 2019, Herbar Diewald), im Achensee (W. Diewald, 2024, Herbar Diewald), im Walchsee (
(V) Mäßig verbreitet; vor allem am Rande des Bodensees und in angrenzenden Gewässern (
Weitere Literatur:
Lychnothamnus barbatus (Meyen) Leonh. / Bartglanzleuchteralge
Verbreitung: K
Naturräume: AL
Habitate: Seen
Gefährdung: CR (vom Aussterben bedroht)
Gefährdungsursachen: Nährstoffeintrag, Fischbesatz, kleinflächig auch Badebetrieb
Höhenverbreitung: niedrigstes Vorkommen: 440 m s. m., höchstes Vorkommen: 930 m s. m.
Morphologie: Lychnothamnus barbatus ist eine großwüchsige, monözische Art mit bis zu 140 cm langen Sprossen. Meist ist sie unberindet; an jungen Pflanzen sind jedoch Rindenreihen vorhanden, die sich im Alter ablösen. Junge Quirle sind trichterförmig geformt. Die Stipularen sind in einem einfachen Kranz ausgebildet; es befinden sich jedoch jeweils zwei Reihen unterhalb eines Quirlastes. Die Stipularen sind 1–10 mm lang und an den Enden zugespitzt.
Ökologie und Bestandsentwicklung: Die Bartglanzleuchteralge ist eine weltweit seltene Hartwasserart, die oligo- bis schwach eutrophe Seen besiedelt. Ihr Vorkommen in Österreich ist erst seit 1972 bekannt, als sie von E. Kusel-Fetzmann im Klopeiner See festgestellt wurde (
Im Jahr 2007 folgten viele Nachweise von L. barbatus im Wörthersee (KIS 2007). Für Kontrolluntersuchungen im Jahr 2021 wurde, um den intensiven Arbeitsaufwand zu reduzieren, die Anzahl der Transekte (von ursprünglich 83) auf 37 begrenzt, in denen Lychnothamnus im Wörthersee allesamt nicht mehr nachgewiesen werden konnte, wobei diese Art zuletzt 2019 noch an anderen Stellen des Sees gefunden wurde. Es dürfte deutliche mengenmäßige Rückgänge in diesem See gegeben haben (
Verbreitung in den einzelnen Bundesländern:
(K) Zerstreut; im Klopeiner See (E. Kusel-Fetzmann, 1972, GZU, KL, W, WU, Herbar Krause/Iffeldorf; K. van de Weyer, 2010, Herbar van de Weyer;
Nitella capillaris (Krock.) J.Groves / Haarfein-Glanzleuchteralge
Verbreitung: B, W†, N, K†, St†, O†, V†
Naturräume: AL†, BM, SV†, PA
Habitate: Seen, Teiche, Klein- und Kleinstgewässer
Gefährdung: CR (vom Aussterben bedroht)
Gefährdungsursachen: Lebensraumvernichtung, Fischbesatz, Nutzungsaufgabe, Sukzession
Höhenverbreitung: niedrigstes Vorkommen: 120 m s. m., höchstes Vorkommen: 620 m s. m.
Morphologie: Nitella capillaris ist eine kleinwüchsige bis mittelgroße, sehr zarte Pflanze (10 bis 35 cm, max. 60 cm) mit besonders feinen, dicht stehenden, geteilten Ästen. Die Silhouette wirkt kopfartig. Sie ist reich verzweigt und hellgrün gefärbt. Es fehlen eine Rinde, Stacheln, Stipularen und Blättchen. Sie ist diözisch und ihre Fruktifikationsorgane weisen eine deutlich erkennbare Schleimhülle auf. Sie fruktifiziert bereits im zeitigen Frühjahr, ist also eine typische Frühjahrspflanze, die vor allem von März bis Mai zu finden ist. Im Unterschied zur ähnlichen N. syncarpa sind die fertilen Äste der weiblichen Pflanzen verzweigt.
Ökologie und Bestandsentwicklung: Die Haarfein-Glanzleuchteralge ist eine ausgesprochene Weichwasserart, die ihren Schwerpunkt in kalkarmen, oligo- bis mesotrophen Stillgewässern besitzt. Sie benötigt reichlich Licht, ist konkurrenzschwach und verschwindet dort, wo andere Arten in größerer Zahl auftreten. Dies ist etwa dann der Fall, wenn Gräben oder kleine Teiche nicht mehr ausgeräumt werden. Die Art hat wohl durch Rückgang kleiner Gräben, die durch Drainagen ersetzt wurden, Rückgänge erlitten.
Verbreitung in den einzelnen Bundesländern:
(B) Sehr selten; im Apetloner Badesee (K.-G. Bernhardt, 2016, WHB und Herbar Bernhardt).
(W) Verschollen; in Lacken des Praters (H. W. Reichardt in
(N) Sehr selten; im Rudmannser Teich (K.-G. Bernhardt, 2019, Herbar Bernhardt; K.-G. Bernhardt & N. Stoeckl, 2022, Herbar Bernhardt).
(K) Verschollen; in Teichen und stehenden Wässern um Klagenfurt (
(St) Verschollen; im Bründlteich in Stainz (P. Troyer [1868–1948], s. d., KL).
(O) Verschollen; in einem Graben im Seebach bei Kirchdorf [an der Krems] (S. Stockmayer in
(V) Verschollen; im Bodensee bei Bregenz (Custer in
Nitella confervacea (Bréb.) J.Groves / Zwerg-Glanzleuchteralge
Verbreitung: V
Naturräume: AL
Habitate: Klein- und Kleinstgewässer.
Gefährdung: G (Gefährdung unbekannten Ausmaßes)
Gefährdungsursachen: Lebensraumvernichtung, Bewirtschaftungsaufgabe, Sukzession
Höhenverbreitung: ca. 400 m s. m.
Morphologie: Nitella confervacea ist eine kleinwüchsige Pflanze (2 bis 6 cm, max. 60 cm), die niederliegende, dichte Büschel ausbildet, ohne aber reich verzweigt zu sein. Die oberen fertile Äste sind zu Köpfchen verdichtet, sodass sie bürstenartig aussehen. Die Pflanzen sind meist dunkelgrün und wirken verschmutzt, was auf epiphytische Organismen zurückzuführen ist. Es fehlen Stacheln, Stipularen und Blättchen. Sie ist monözisch. Die Gametangien stehen einzeln an der ersten, selten an der zweiten Astgabelung.
Ökologie und Bestandsentwicklung: Die schwer nachweisbare Zwerg-Glanzleuchteralge ist eine Art der oligo- bis mesotrophen Gewässer. Da sie in Österreich bisher nur an einem Ort (s. u.) nachgewiesen werden konnte, sind Gefährdungsursachen und Bestandsentwicklung schwer einzuschätzen. Nitella confervacea konnte trotz intensiver Nachsuche nach 2001 nicht wieder gefunden werden. Da die Pflanzen dieses Vorkommens aber reichlich fruchten konnten, wie
Nitella confervacea wurde bereits im 19. Jahrhundert am Bodensee nachgewiesen und zwar bei Salem (L. Leiner, 1855, JE; J. Jack, 1873, B; Förster 1889), seither jedoch nicht mehr; auf der Schweizer Seite des Bodensees gibt es nur eine Angabe aus dem Auengebiet des Alten Rheins in St. Margarethen bei Rheineck (T. Tramel, 1916, NMSG;
Verbreitung in den einzelnen Bundesländern:
(V) Sehr selten; im Wiglatgraben beim Rohrspitz, ein Entwässerungsgraben im Naturschutzgebiet Rheindelta nahe Fußach (D. Jäger, 2001;
Nitella flexilis (L.) C.Agardh / Biegsam-Glanzleuchteralge
Verbreitung: B, W†, N, K†, St?, O, S, T, V?
Naturräume: AL, BM, NV, SV?, PA
Habitate: Seen, Teiche, Flusssysteme, Moore, Klein- und Kleinstgewässer
Gefährdung: VU (gefährdet)
Gefährdungsursachen: Lebensraumvernichtung, Nährstoffeintrag, intensiver Fischbesatz, Bewirtschaftungsaufgabe
Höhenverbreitung: niedrigstes Vorkommen: 150 m s. m., höchstes Vorkommen: 1.460 m s. m.
Morphologie: Nitella flexilis ist durch ihre schlanke Gestalt mit meistens ungeteilten bis einmal geteilten und an den oberen Sprossenden häufig trichterförmig gestellte Quirläste gekennzeichnet. Sie ist eine kleine bis mittelgroße Art (10 bis 40 cm, max. 100 cm). Die Pflanzen sind biegsam, relativ kräftig, glänzend dunkelgrün, unverkalkt und durchscheinend. Es fehlen eine Rinde, Stacheln, Stipularen und Blättchen. Sie ist monözisch. Im sterilen Zustand ist N. flexilis morphologisch nicht sicher von der diözischen N. opaca zu unterscheiden.
Ökologie und Bestandsentwicklung: Die Biegsam-Glanzleuchteralge besiedelt vor allem kalkarme, oligotrophe bis schwach eutrophe Gewässer, etwa in der Böhmischen Masse (Mühlviertel, Waldviertel), kann jedoch selten auch in kalkreichen Gewässern, wie etwa im Attersee oder Hallstätter See, gemeinsam mit Hartwasserarten angetroffen werden. Nitella flexilis ist an einigen historischen Fundorten verschollen, was auf einen Rückgang schließen lässt. Diese Art profitiert in der böhmischen Masse vor allem durch die periodische Trockenlegung von Fischteichen. Nach dem Wiederbefüllen der Teiche kann die Art in Massenbeständen auftreten. Dies zeugt von der erfolgreichen Strategie, sich durch langlebige Oosporen im Schlamm zu halten.
Verbreitung in den einzelnen Bundesländern:
(B) Sehr selten; Waldgebiet Gornja Loza SW Großwarasdorf/Veliki Borištof, in drei flachen Weihern (2023, U. Raabe et al., WU;
(W) Verschollen; in Bächen und Pfützen in den Donauauen, z. B. in der Nähe des Eisenbahndammes bei Floridsdorf (
(N) Selten; vor allem in Teichen des Waldviertels, zwischen Illmanns und Griesbach (S. Lefnaer, 2022, Herbar Lefnaer und JACQ), im Haslauer Moor S Amaliendorf (K.-G. Bernhardt, 2016, Herbar Bernhardt), im Mitterteich nahe Hoheneich und Schrems (S. Husak, 1989, CB), im Schönauer Teich NE Zwettl (K.-G. Bernhardt, 2010 und 2017, Herbar Bernhardt und WHB); sehr selten außerhalb der Böhmischen Masse, etwa in Krems (Erdinger in
(K) Verschollen; In Abzugsgräben der Sümpfe bei Klagenfurt (
(St) Fraglich; bei Stainz (
(O) Zerstreut; vor allem in Teichen des Mühlviertels, im Klausteich in St. Georgen am Walde (G. Kleesadl, 2023, Herbar Kleesadl), in Pierbach zwischen Steinbruck und Tobermühle (G. Kleesadl, 2023, LI), in Rainbach im Mühlviertel (R. Zeiner, 2020, LI), in Reichenthal (G. Kleesadl, 2017, Herbar Kleesadl), in Bad Leonfelden W Spielau (M. Hohla, 2015, LI), in Sonnberg im Mühlkreis (G. Kleesadl, 2014, LI und KL), in Zwettl an der Rodl (G. Kleesadl, 2013, LI), in Herzogsdorf (G. Kleesadl, 2013, Herbar Kleesadl, JACQ und KL); selten im Nördlichen Vorland, in einem Tümpel der Au unterhalb des Kraftwerkes in Obernberg am Inn (M. Hohla, 2007, LI), in einem Teich in Höhnhart N Feichta (M. Hohla, 2015, LI;
(S) Sehr selten; in wassergefüllten Gräben der alten Torfstiche im Weidmoos (M. Hohla & R. Krisai, 2011, LI); in Teichen bei Hellbrunn (
(T) Sehr selten; in einem Teich in Sölden, Ortsteil See (S. Bahn, 2024, Fotobeleg); im Gieringer Weiher in Kitzbühel (J. Traunsteiner [1798–1850], s. d., IBF; Herbar Putterlick [1810–1845], s. d., W;
(V) Fraglich; N. flexilis soll häufig bei Bregenz (Custer bei
Nitella gracilis (J.E.Smith) C.Agardh / Zierlich-Glanzleuchteralge
Verbreitung: B, W†, N†, K†, O†, S?
Naturräume: AL†, BM†, NV†, PA
Habitate: Klein- und Kleinstgewässer
Gefährdung: EN (stark gefährdet)
Gefährdungsursachen: Lebensraumvernichtung, Sukzession
Höhenverbreitung: niedrigstes Vorkommen: 180 m s. m., höchstes Vorkommen: 520 m s. m.
Morphologie: Nitella gracilis ist eine kleine, zierliche, biegsame, hellgrüne Pflanze. Ihre Sprosse sind bis ca. 15 cm (bis max. 20 cm) lang und vom Grund an verzweigt. Es fehlen eine Rinde, Stacheln, Stipularen und Blättchen. Sie ist monözisch. Die Endglieder haben eine einzellige aufgesetzte Spitze. Die Gametangien bilden keine Köpfchen; die Oogonien stehen einzeln an den Astsgabelungen.
Ökologie und Bestandsentwicklung: Die Zierlich-Glanzleuchteralge ist eine Pionierart der Klein- bzw. Kleinstgewässer. Entscheidend bei dieser Art sind nicht die Nährstoff-, sondern die Konkurrenzbedingungen. Die Vorkommen im Mittelburgenland befinden sich in relativ großen Waldgebieten. Dadurch sind sie vor einer übermäßigen Eutrophierung recht gut geschützt. Viele der kleinen Weiher wurden wohl als Wildtränken unmittelbar neben den Wegen angelegt. Sie werden anscheinend von Zeit zu Zeit neu ausgeschoben, zudem gibt es mehr oder weniger regelmäßige Störungen durch das Wild. Dadurch kann sich diese konkurrenzschwache Art in den Gewässern recht gut behaupten, vielleicht sogar durch das Wild (besonders Wildschweine?) ausbreiten (
Aufgrund der Seltenheit dieser Art ist der Bestandestrend nicht abschätzbar. Es ist grundsätzlich von einer Unterkartierung auszugehen, da es viele geeignete Kleinstgewässer gibt, in denen diese kleinwüchsige, unscheinbare Art kaum auffällt. Auf der anderen Seite sprechen jedoch einige verschollenen Vorkommen für einen Rückgang der Art. Vor dem flächigen Ausbau der Waldwege gab es für diese Art regelmäßig günstige Standorte in Fahrspuren.
Verbreitung in den einzelnen Bundesländern:
(B) Selten; im Mittelburgenland in Waldgebieten bei Oberpullendorf mehrfach in Tümpeln, Weihern und Gräben (
(W) Verschollen; in der Brigittenau unweit dem Jägerhause (1856,
(N) Verschollen; in einer Straßenlache im Walde bei Maria Taferl (K. Schiedermayr, 1882, LI) und in einem Tümpel auf der Waldstraße am Rittersteig bei Eichgraben (A. Gilli, 1970, W).
(K) Verschollen; in Sümpfen um den Wörthersee und in einem Teich am Kreuzbergl bei Klagenfurt (F. Kokeil [1802–1865], s. d., IBF;
(O) Verschollen; in einer Regenpfütze im Geleise eines aufgelassenen Fahrweges im Pfarrwalde bei Vöcklabruck (F. Mörl in
(S) Fraglich; die Nennung von Nitella gracilis für das Herzogtum Salzburg in
Nitella hyalina (DC.) C.Agardh / Vielast-Glanzleuchteralge
Verbreitung: T†, V†
Naturräume: AL†
Habitate: Seen
Gefährdung: RE (ausgestorben oder verschollen)
Gefährdungsursachen: Lebensraumvernichtung, Nährstoffeintrag, intensiver Fischbesatz
Höhenverbreitung: niedrigstes Vorkommen: 390 m s. m., höchstes Vorkommen: 840 m s. m.
Morphologie: Nitella hyalina ist eine zierliche, kleine bis mittelgroße Pflanze (5 bis 20 cm, max. 40 cm). Die unterschiedlich langen, zum Teil schräg abwärts gestellten Äste innerhalb eines Quirls sind typisch für sie. Sie ist die einzige Nitella-Art mit zusätzlichen Ästen an der Basis der Quirle. Die jungen Quirle sind meist zu kugeliger Form kompakt zusammengezogen und perlschnurartig aneinandergereiht. Es fehlen Stacheln, Stipularen und Blättchen. Sie ist monözisch. Die köpfchenartigen Quirle sind von einer Schleimhülle umgeben.
Ökologie und Bestandsentwicklung: Die Vielast-Glanzleuchteralge wurde in Österreich bisher nur an zwei Seen beobachtet (s. u.). Diese Art bevorzugt mesotrophe bis schwach eutrophe Gewässer. Das Verbreitungszentrum dieser Art in Europa liegt im westlichen Mittelmeergebiet und in Frankreich (
Nach
Verbreitung in den einzelnen Bundesländern:
(T) Verschollen; am Pillersee (A. Sauter in
(V) Verschollen; am Rande des Bodensees zwischen Rheineck und Fussach unter Scirpus lacustris versteckt (erstmals 1816;
Nitella mucronata (A.Braun) Miq. / Stachelspitzen-Glanzleuchteralge
Verbreitung: B, W, N, K†, St†, O, S, V†
Naturräume: AL, NV, SV†, PA
Habitate: Teiche, Flusssysteme, Klein- und Kleinstgewässer
Gefährdung: EN (stark gefährdet)
Gefährdungsursachen: Lebensraumvernichtung, Sukzession, intensiver Fischbesatz
Höhenverbreitung: niedrigstes Vorkommen: 150 m s. m., höchstes Vorkommen: 530 m s. m.
Morphologie: Nitella mucronata ist eine dunkelgrüne, mittelgroße Pflanze (10 bis 35 cm, max. 120 cm), die auch nach der Entnahme aus dem Wasser sparrig wirkt. Die Individuen stehen einzeln oder bilden lockere Rasen. Es fehlen eine Rinde, Stacheln, Stipularen und Blättchen. Sie ist monözisch. Die ein- bis zweifach mehrstrahlig geteilten Äste sind schräg aufwärts gerichtet und haben eine Endzelle in Form einer kurzen Stachelspitze.
Ökologie und Bestandsentwicklung: Die Stachelspitzen-Glanzleuchteralge besiedelt vor allem Altarme und Altwässer an Flüssen, selten auch Teiche und Kleingewässer. Sie ist eine Art der nährstoffreicheren, flacheren Gewässer. Sie dürfte durch die Flussregulierungen des 19. und 20. Jahrhunderts in den Flussauen Rückgänge erlitten haben.
Verbreitung in den einzelnen Bundesländern:
(B) Sehr selten; im Nikitscher Wald in mehreren kleinen Weihern (Wildtränken) an Waldwegen NE Marienhof (U. Raabe et al., 2023, WU;
(W) Selten; in der Lobau (
(N) Selten; in der Lobau (
(K) Verschollen; im Ehrenthaler Teich unterhalb des Schlosses in Klagenfurt-Nord (G. H. Leute & I. E. Müller, 1978, KL) und in Abzugsgräben des Sumpfes bei Weidmannsdorf bei Klagenfurt (
(St) Verschollen; in einem Teich bei Eibiswald ([F. X. Edl. v.] Feiller [1801–1862;
(O) Selten; in einem Laichgewässer an der Traun im südwestlichen Stadtbereich von Wels (H. Wittmann, 2008, LI und SZB); im Altwasser der Innauen in Reichersberg (W. Diewald et al., 2014 („GEFD-Exkursion”); W. Diewald, 2016, Herbar Diewald; M. Hohla, 2017, LI;
(S) Sehr selten; in einer feuchten Fahrspur auf der Wartberg-Kuppe in Wals-Siezenheim (O. Stöhr, 2003, LI).
(V) Verschollen; in Gräben am Ufer des Bodensees (A. Sauter, 1830; D. Jäger, E-Mail); diese Art gibt es noch mehrfach im Bodensee, allerdings außerhalb von Österreich (
Nitella opaca (Bruzelius) C.Agardh / Dunkel-Glanzleuchteralge
Verbreitung: B, W, N, K, St, O, S, T
Naturräume: AL, BM†, NV, SV, PA
Habitate: Seen, Teiche, Flusssysteme, Bäche, Klein- und Kleinstgewässer
Gefährdung: NT (Vorwarnstufe)
Gefährdungsursachen: Lebensraumvernichtung, Nährstoffeintrag, intensiver Fischbesatz, kleinflächig auch Badebetrieb
Höhenverbreitung: niedrigstes Vorkommen: 150 m s. m., höchstes Vorkommen: 2.020 m s. m.
Morphologie: Nitella opaca ist eine kleine bis mittelgroße (5 bis 30 cm, max. 80 cm), dunkelgrün gefärbte, glänzende, aber oft kalkinkrustierte Art. Sie ist von schlanker Gestalt, besitzt meistens einmal geteilte bis ungeteilte Sprosse; fertile Sprosse sind am oberen Ende häufig kopfartig zusammengezogen und die Äste sind einseitig ausgerichtet. Es fehlen eine Rinde, Stacheln, Stipularen und Blättchen. Sie ist diözisch. Die Pflanzen sind etwas zierlicher als jene von Nitella flexilis und fallen außerhalb des Wassers meist zusammen. Sterile Exemplare lassen sich nicht sicher von N. flexilis unterscheiden. Nitella opaca ist eine typische Frühjahrsart, deren Keimung bereits im Herbst beginnt; die Gametangien reifen schon im April/Mai.
Ökologie und Bestandsentwicklung: Die Dunkel-Glanzleuchteralge besiedelt vor allem natürliche, oligo- bis mesotrophe Seen, seltener auch Quellteiche, Augewässer, Fischteiche, Bäche oder Kleingewässer. Diese Art dürfte durch die Zerstörung von Lebensräumen und die Nährstoffeinträge in manchen Seen leichte Rückgänge erlitten haben; einige historische Vorkommen sind verschollen.
Verbreitung in den einzelnen Bundesländern:
(B) Sehr selten; im Neufelder See (
(W) Selten; in der Oberen Lobau (
(N) Selten; in der Unteren Lobau (
(K) Zerstreut; vor allem in den großen Seen, im Wörthersee (KIS 2007, 2018 und 2021), im Keutschacher See (KIS 2017), im Faaker See (KIS 2003), im Millstätter See (KIS 2002; U.
(St) Selten; im Schwarzl-Freizeitsee bei Unterpremstätten (J. Sampl, 1998, KL), im Erlaufsee (T. Gregor, 2018, FR) und im Grundlsee (W. Diewald, 2015, Herbar Diewald).
(O) Mäßig verbreitet; vor allem in den Salzkammergutseen, im Traunsee (F. Simony, 1868, W; H. Hamann, 1952, LI;
(S) Zerstreut; vor allem in den Seen im Flachgau, im Wolfgangsee (
(T) Selten; in Osttirol in St. Jakob in Defereggen (R. Krisai, 2005, LI), im Obersee am Staller Sattel (K. van de Weyer, 2009), im Pillersee (W. Diewald, 2019, Herbar Diewald), im Achensee (
Weitere Literatur:
Nitella syncarpa (Thuill.) Chev. / Verwachsenfrucht-Glanzleuchteralge
Verbreitung: W, N, K, O, S, T†, V
Naturräume: AL, NV, PA
Habitate: Seen, Teiche, Flusssysteme, Bäche, Klein- und Kleinstgewässer
Gefährdung: VU (gefährdet)
Gefährdungsursachen: Lebensraumvernichtung, intensiver Fischbesatz
Höhenverbreitung: niedrigstes Vorkommen: 150 m s. m., höchstes Vorkommen: 950 m s. m.
Morphologie: Nitella syncarpa ist eine in Habitus und Größe variable Art (10 bis 40 cm, max. 70 cm); sie ist dünnstängelig und hellgrün. Es fehlen eine Rinde, Stacheln, Stipularen und Blättchen. Sie ist diözisch und ihre Fruktifikationsorgane weisen eine deutlich erkennbare Schleimhülle auf. Die Oogonien sitzen zu 2–4 am Knoten ungeteilter Äste. Nitella syncarpa ist eine typische Sommerpflanze, die nur selten vor Mai zu finden ist. Nur weibliche fertile Pflanzen lassen sich von Nitella capillaris unterscheiden.
Ökologie und Bestandsentwicklung: Die Verwachsenfrucht-Glanzleuchteralge besiedelt mesotrophe Seen, Augewässer, Schotterteiche, Tümpel oder andere Kleingewässer. Sie dürfte durch die Zerstörung von Lebensräumen gewisse Rückgänge erlitten haben, denn einige historische Vorkommen sind inzwischen verschollen.
Verbreitung in den einzelnen Bundesländern:
(W) Selten; in der Lobau (
(N) Selten; in der Unteren Lobau (
(K) Zerstreut; vor allem im Weißensee (KIS 2003, 2016 und 2017;
(O) Selten; im Hallstätter See (
(S) Selten; im Pinzgau im Zeller See (
(T) Verschollen; im Hirschweiher bei Loreto (F. Leithe, 1869, LI; F. Stolz, 1894, JE; Braun und Nordstedt 1882,
(V) Zerstreut; in der Niederung des Rheintals und des Walgaus, vor allem in Gräben in der Nähe des Bodensees und in Baggerseen, im Jannersee (2007), im Alten Rhein von Lustenau bis Altach (1998), in großen Mengen in den Baggerseen im Gebiet Paspels (2007), in Baggerseen Rüttenen bei Gisingen (2007), Baggersee Satteins (2007), Nachbauersee (2007), Fliegenfischersee bei Nenzing und Baggersee bei Nüziders (2007); naturnahe im Wiglatgraben und in den angrenzenden überstauten Schilfflächen im Rheindelta (2002 und 2005; alle
Weitere Literatur:
Nitella tenuissima (Desv.) Kütz. / Schirm-Glanzleuchteralge
Verbreitung: K
Naturräume: AL
Habitate: Seen, Teiche
Gefährdung: G (Gefährdung unbekannten Ausmaßes)
Gefährdungsursachen: Lebensraumvernichtung, intensiver Fischbesatz, Sukzession, Nutzungsaufgabe
Höhenverbreitung: niedrigstes Vorkommen: 590 m s. m., höchstes Vorkommen: 620 m s. m.
Morphologie: Nitella tenuissima ist eine zierliche, grün-gelbliche, wenig verzweigte Art. Ihre Sprosse sind ca. 5 bis 20 cm lang, meist jedoch ca. 10 cm. Der Spross trägt kleine kugelförmige Quirle zwischen den langen Internodien. Es fehlen eine Rinde, Stacheln, Stipularen und Blättchen. Sie ist monözisch. Die Gametangien sind überwiegend an der zweiten, selten an der dritten, jedoch nie an der ersten Gabelung der Äste ausgebildet.
Ökologie und Bestandsentwicklung: Die Schirm-Glanzleuchteralge ist eine konkurrenzschwache Art kleinerer Gewässer. In Österreich wurde sie erst 2020 erstmals in einem nährstoffreichen, verschlammten Fischteich bei Mallenitzen nachgewiesen. 2021 folgte ein weiterer Fund im durch Huminsäuren braun gefärbten Penkensee (s. u.). Da Nitella tenuissima eine sehr seltene Art der österreichischen Characeenflora darstellt, ist der Bestandstrend bisher nicht einschätzbar; eine Gefährdung ist jedoch anzunehmen.
Verbreitung in den einzelnen Bundesländern:
(K) Sehr selten; in einem Fischteich bei Mallenitzen (2020;
Nitella translucens (Pers.) C.Agardh / Schimmernd-Glanzleuchteralge
Verbreitung: W?, N†
Naturräume: PA†
Habitate: Moore, Klein- und Kleinstgewässer
Gefährdung: RE (ausgestorben oder verschollen)
Gefährdungsursachen: Lebensraumvernichtung
Höhenverbreitung: ca. 180 m s. m.
Morphologie: Nitella translucens ist die kräftigste heimische Nitella-Art. Ihre Sprosse sind 15 bis 80 cm lang, maximal 125 cm. Die sterilen Quirläste sind einmal geteilt und oft so dick wie der Spross. Die Pflanzen sind meist wenig verzweigt, dunkelgrün, unverkalkt und durchscheinend. Es fehlen eine Rinde, Stacheln, Stipularen und Blättchen. Die Art ist monözisch. Die Gametangien sind in 1 bis 4 mm lang gestielten, dichten Köpfchen angeordnet.
Ökologie und Bestandsentwicklung: Die Schimmernd-Glanzleuchteralge ist eine subatlantische, westeuropäisch verbreitete Art, die nur selten in das kontinental geprägte Mitteleuropa ausstrahlt (
Verbreitung in den einzelnen Bundesländern:
(W) Fraglich; in der Freudenau in der Nähe der Rennbahn, im sogenannten Schwarzenstockwasser (
(N) Verschollen; Moosbrunn bei Wien (
Im Herbarium Jena (JE) wurde ein Beleg von Nitella translucens gefunden, der auf den ersten Blick den Eindruck erweckt, als stamme dieser aus Österreich („flore de la Vienne ”, leg. C. J. L. Delastre [1792–1859], Herbar Migula, conf. H. Korsch). Allerdings betraf dieses „Vienne” auf dem Beleg von Delastre das Vienne bei Poitiers in Frankreich, wo Delastre ab 1828 Bürgermeister war und worüber er 1842 die „Flore analytique et descriptive du département de la Vienne‟ verfasste (
Nitellopsis obtusa (Desv.) J.Groves / Sternglanzleuchteralge
Verbreitung: B, W, N, K, St, O, S, V
Naturräume: AL, NV, SV, PA
Habitate: Seen, Teiche, Flusssysteme
Gefährdung: LC (ungefährdet)
Gefährdungsursachen: derzeit keine Gefährdung
Höhenverbreitung: niedrigstes Vorkommen: 110 m s. m., höchstes Vorkommen: 930 m s. m.
Morphologie: Nitellopsis obtusa ist oft eine große (20 bis 100 cm, max. 200 cm), kräftige Pflanze mit ungeteilten Ästen und kräftigen Knoten. Die Art bildet bis zu 20 cm lange Internodien aus; diese sind meist länger als die Äste. Typisch sind die abspreizenden, an den jüngeren Ästen vorhandenen, relativ langen 1–2 Blättchen. Es fehlen eine Rinde, Stacheln und Stipularen. Sie ist diözisch. Gametangien werden nur selten ausgebildet; die Vermehrung erfolgt in erster Linie vegetativ. Ein wichtiges Erkennungsmerkmal sind die weißen, sternförmigen Bulbillen im Rhizoidbereich.
Ökologie und Bestandsentwicklung: Die Sternglanzleuchteralge besiedelt vor allem natürliche, meso- bis leicht eutrophe Seen, Augewässer, seltener Teiche. Diese Art bildet in den Alpenseen heute teilweise große, dauerhafte Bestände. Im Bodensee konnte Nitellopsis obtusa in den vergangenen Jahrzehnten stark zunehmen. Sie ist nach Pall et al. (2010) und
Verbreitung in den einzelnen Bundesländern:
(B) Selten; im Neusiedler See (
(W) Zerstreut; vor allem in der Lobau (
(N) Selten; in der Unteren Lobau (
(K) Mäßig verbreitet; vor allem im Wörthersee (N. Schulz & L. Schulz, 1978, KL; B. Edlinger & L. van Campen, 1980, Herbar Krause/Iffeldorf; KIS 2007; 2019 und 2021;
(St) Sehr selten; im Aldriansee der Tillmitscher Teiche (
(O) Mäßig verbreitet; vor allem in den Salzkammergutseen, wie im Attersee (
(S) Zerstreut; vor allem in den Seen im Flachgau, im Obertrumer See, im Grabensee, im Mattsee; selten im Wallersee (alle
(V) Mäßig verbreitet; vor allem im Bodensee (G. Lang, 1977;
Sphaerochara canadensis (Sawa) Soulié-Märsche / Kanada-Kugelleuchteralge
Synonym: Tolypella canadensis Sawa
Verbreitung: O?, S?
Naturräume: AL?
Habitate: Seen?
Gefährdungsursachen: ?
Höhenverbreitung: ?
Morphologie: Sphaerochara canadensis ist eine bis 30 cm große, dunkelgrüne, büschelig wachsende, ausdauernde Pflanze mit einem steifen Erscheinungsbild. Ihre Nitella-Wuchsform und das Perennieren unterstreichen die Sonderstellung dieser Art (
Ökologie und Bestandsentwicklung: Die Kanada-Kugelleuchteralge ist eine circumpolar verbreitete Art kalter, oligotropher Klarwasserseen (
Aus Österreich wurde S. canadensis aus dem Wolfgangsee westlich von Strobl im Bereich der Landesgrenze zwischen Oberösterreich und Salzburg angegeben (
Verbreitung in den einzelnen Bundesländern:
(O) Fraglich; im Wolfgangsee NE von Strobl, am Steilabfall des Bürglsteins, knapp an der Landesgrenze zu Salzburg (2006 u. 2013,
(S) Fraglich; im Wolfgangsee W von Strobl (2006 u. 2013,
Sphaerochara intricata (Roth) Feist-Castel & N.Grambart / Verworren-Kugelleuchteralge
Synonym: Tolypella intricata (Roth) Leonh.
Verbreitung: W?, N?
Naturräume: PA?
Habitate: Flusssysteme, Kleingewässer?
Gefährdungsursachen: ?
Höhenverbreitung: ?
Morphologie: Sphaerochara intricata ist eine kleine bis mittelgroße (bis max. 50 cm), einjährige, monözische Art. Sie wächst bäumchenartig und bildet sehr dichte, unregelmäßig verflochtene Köpfchen mit langen verzweigten sterilen Quirlästen mit Stachelspitze. Es fehlen eine Rinde, Stacheln, Stipularen und Blättchen. Sie ist monözisch. Sphaerochara intricata keimt im Herbst/Winter und zeigt im zeitigen Frühjahr eine starke Entwicklung. Die Pflanzen sind im Mai bereits optimal entwickelt und fruktifizieren reichlich.
Ökologie und Bestandsentwicklung: Die Verworren-Kugelleuchteralge ist bisher nur aus Kleingewässern der Lobau angegeben worden. Beim Artenpaar Sphaerochara intricata und S. prolifera kommt es immer wieder zu Verwechslungen. Die Gründe dafür sind die große Ähnlichkeit und die wegen ihrer Seltenheit bei vielen Beobachtern fehlende Erfahrung mit ihnen. Standörtlich würde die Verworren-Kugelleuchteralge in die Lobau passen. Da es jedoch keine Belege geben dürfte, ist die Angabe und damit das Vorkommen der Art in Österreich nicht gesichert.
Verbreitung in den einzelnen Bundesländern:
(W) Fraglich; in der Lobau, verlandende Seeschlacht, in einem Kleinstgewässer (1980;
(N) Fraglich; in der Unteren Lobau, mehrfach (K. Pall, 2008, 2012, E-Mail).
Sphaerochara prolifera (A.Braun) Soulié-Märsche / Sprossend-Kugelleuchteralge
Synonym: Tolypella prolifera (A.Braun) Leonh.
Verbreitung: W, N, O†
Naturräume: NV†, PA
Habitate: Flusssysteme, Klein- und Kleinstgewässer
Gefährdung: CR (vom Aussterben bedroht)
Gefährdungsursachen: Lebensraumvernichtung, Austrocknung, Sukzession
Höhenverbreitung: niedrigstes Vorkommen: 160 m s. m., höchstes Vorkommen: 250 m s. m.
Morphologie: Sphaerochara prolifera ist eine meist große, maximal ca. 70 cm lang werdende, einjährige Pflanze mit bäumchenartigem Wuchs und sehr dichten, unregelmäßig verflochtenen Köpfchen mit langen kräftigen, unverzweigten sterilen Quirlästen. Die Endzellen besitzen eine Stachelspitze. In ephemeren Kleingewässern treten jedoch auch kleinwüchsige Formen auf. Es fehlen eine Rinde, Stacheln, Stipularen und Blättchen. Die Art ist monözisch. Verwechslungsgefahr besteht bei kleinwüchsigen Sommerformen mit Sphaerochara intricata.
Ökologie und Bestandsentwicklung: Die Sprossend-Baumleuchteralge besiedelt in Österreich vor allem meso- bis eutrophe Gewässer an der Donau bzw. donaunahen Traun. Aufgrund der Seltenheit der Art und des Mangels an historischen Nachweisen ist ein Bestandestrend nicht einzuschätzen. Die Art hat durch die Flussregulierungen Lebensraum verloren.
Verbreitung in den einzelnen Bundesländern:
(W) Selten; In der Unteren Lobau, an mehreren Stellen in sehr kleinen Gewässern (K. Pall, 2014, K. Pall, Fotobeleg). – Verschollen im Brirgauer Wasser bzw. im Skorpionsumpf im Prater (F. Simony, 1860, W; F. Simony in
(N) Selten; In Krebsscheren-Gewässern der Zwentendorfer Donauauen nördlich von Frauendorf bzw. Hilpersdorf (K.-G. Bernhardt, 2013 u. 2014, Herbar Bernhardt u. WHB). – Verschollen im Klosterneuburger Sumpfe (F. Leithe & H. W. Reichardt, 1867, W; F. Leithe in
(O) Verschollen; In der Traun (s. n., s. d.; LI; die Handschrift wurde K. Schiedermayr zugeordnet; der Beleg stammt daher mit ziemlicher Sicherheit aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts; auf Grund der ökologischen Ansprüche dieser Art wird dieser Fund dem Nördlichen Vorland zugerechnet;
Tolypella glomerata (Desv.) Leonh. / Klein-Baumleuchteralge
Verbreitung: B, W, N, K, O, S, T
Naturräume: AL, NV, PA
Habitate: Seen, Teiche, Flusssysteme, Kleingewässer
Gefährdung: LC (ungefährdet)
Gefährdungsursachen: Lebensraumvernichtung, Nährstoffeintrag, intensiver Fischbesatz
Höhenverbreitung: niedrigstes Vorkommen: 110 m s. m., höchstes Vorkommen: 980 m s. m.
Morphologie: Tolypella glomerata ist eine kleine (2 bis 50 cm), stark verzweigte, grüne bis graugrüne Pflanze, die oft Kalkinkrustation aufweist und matt (nicht glänzend) ist. In salzhaltigen Gewässern kann sie jedoch auch glänzend sein. Typisch sind die sehr dichten, unregelmäßig verschlungenen Köpfchen (Name!). Es fehlen eine Rinde, Stacheln, Stipularen und Blättchen. Sie ist monözisch. T. glomerata keimt Herbst bzw. im zeitigen Frühjahr und kann je nach Witterung den ganzen Winter hindurch wachsen. Im Flachwasser stirbt sie im Sommer meist ab.
Ökologie und Bestandsentwicklung: Die Klein-Baumleuchteralge besiedelt in Österreich vor allem natürliche, oligo- bis mesotrophe Klarwasserseen, sehr selten auch Quellwasserteiche und Zuflüsse von Quellbächen an Flüssen. Trotz der Seltenheit der Art und des Mangels an historischen Nachweisen sieht es eher nach einer Zunahme von Tolypella glomerata in Österreich aus.
Verbreitung in den einzelnen Bundesländern:
(B) Selten; im Neusiedler See (M. Hofbauer, 2018, WU), in einer Kiesgrube bei Apetlon (W. Krause, 1977, Herbar Krause/Iffeldorf), im Apetloner Badesee (K.-G. Bernhardt, 2023, Herbar Bernhardt).
(W) Sehr selten; Lobau, Königsgraben (
(N) Sehr selten; in der Fischa bei Pottendorf und nahe der Heißmühle (1999;
(K) Sehr selten; vereinzelt im Weißensee (Prochinig, 2024, KL, conf. K. Pall).
(O) Zerstreut; im Salzkammergut im Hallstätter See (O. Stapf [1857–1933], s. d., B, GZU, KL, M, PRC; W. Diewald, 2009, Herbar Diewald;
(S) Selten; im Fuschlsee und im Wolfgangsee (beide
(T) Selten; im Achensee (
Tolypella nidifica (O.F.Müll.) A.Braun / Ostsee-Baumleuchteralge
Verbreitung: B
Naturräume: PA
Habitate: salzbeeinflusste Lebensräume
Gefährdung: G (Gefährdung unbekannten Ausmaßes)
Gefährdungsursachen: Lebensraumvernichtung
Höhenverbreitung: Vorkommen: 120 m s. m.
Morphologie: Tolypella nidifica bildet kleine (5 bis 20 cm, max. 30 cm), zarte, hell- bis olivgrüne, stark verzweigte Pflanzen ohne Kalkinkrustation. Typisch sind die sehr dichten, unregelmäßig „verflochtenen‟ Köpfchen aus den fertilen Ästen, wodurch sie büschelig wirkt. Die Endzellen sind ohne Stachelspitze. Es fehlen eine Rinde, Stacheln, Stipularen und Blättchen. Sie ist monözisch. Verwechselungsgefahr besteht vor allem mit Tolypella glomerata von der sie durch die Größe und Farbe der reifen Oosporen unterschieden werden kann.
Ökologie und Bestandsentwicklung: Die Ostsee-Baumleuchteralge ist eine Pflanze der Brackwasserzonen an Meeresküsten bzw. der küstennahen Gewässer und wurde in Österreich sensationell im Seewinkel im Burgenland durch molekulargenetische Untersuchungsmethoden nachgewiesen (
Verbreitung in den einzelnen Bundesländern:
(B) Sehr selten; im Seewinkel im Apetloner Badesee (2018, H. Korsch et al.;
Wir danken der Kommission für Interdisziplinäre Ökologische Studien (KIÖS) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, insbesondere Christian Sturmbauer und Viktor Bruckman, für die Unterstützung bei der Erstellung dieser Arbeit. Folgenden Damen und Herren danken wir herzlich für deren Unterstützung: Nelida Abarca (Freie Universität Berlin, Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin; Informationen zum Braun-Herbar), Nadia Abdelahad (Dipartimento di Biologia Ambientale, Sapienza University of Rome; Belegrevision und Literatur), Stephan Bahn (Innsbruck; Beleg), Norbert Bauer (Hungarian National History Museum Budapest; Herbarrecherchen), Christian Berg (Universität Graz; Fundmitteilungen), Andreas Berger (Naturhistorisches Museum Wien; Belege), Alfred Bier (München; Fotos), Hubert Blatterer (Land Oberösterreich, Amt der OÖ. Landesregierung, Wasserwirtschaft; Literatur), Irmgard Blindow (Universität Greifswald; Exkursionsbegleitung, Belegdaten und Recherchen), Julien Böhm (Universität Rostock; Exkursionsbegleitung, Funddaten und Recherchen), Evelyn Bösch (ETA Zürich, Hochschularchiv; Recherchen), Matthias Breitfeld (Markneukirchen; Informationen), Alfred Brülisauer (Naturmuseum St. Gallen; Recherchen und Fotos), John Bruinsma (Breugel; Exkursionsbegleitung, Funddaten), Krisztina Buczkó (Hungarian National History Museum Budapest; Herbarrecherchen), Michelle T. und Anthony Casanova (Westmere; Belegfotos); Ana Isabel D. Correia (Herbário LISU, Museu Nacional de História Natural e da Ciência, Lisboa; Recherche), Jiří Danihelka (Herbarium BRNU Department of Botany & Zoology Brno; Herbarrecherchen), Manuel Denner (Hörersdorf; Informationen zum Naturschutzgebietes Glaubersalzböden Zwingendorf sowie Thayapark Laa), Renate Domnanich (Österreichisches Staatsarchiv Wien, Abt. Kriegsarchiv/Militärpersonalevidenzen; Recherchen), Erich Draganits (Universität Wien; Foto), Irene Drozdowski (Biosphärenpark Wienerwald Management GmbH, Tullnerbach; Belege), Thomas Eberl (Salzburg; Belege), Roland K. Eberwein (Abteilung Botanik, Kärntner Botanikzentrum mit Botanischem Garten, Klagenfurt; Unterstützung bei Revisionsarbeiten, Recherchen und Fotos), Joachim Eichert (Klagenfurt; Recherchen), Daniel Erhart (Amt der Tiroler Landesregierung, Abteilung Wasserwirtschaft, Innsbruck; Literaturrecherchen), Franz Essl (Universität Wien; Exkursionsbegleitung, Belege), Wilfried Robert Franz (Klagenfurt-Viktring; Belege und Recherchen), Maria Friedl (Amt der Kärntner Landesregierung; Kärntner Seedaten), Monika Gaiswinkler (Kammerhofmuseum Bad Aussee; Recherchen), Christian Gilli (Ravelsbach; Belege), Fritz Gusenleitner (St. Georgen an der Gusen; Literaturrecherchen), Niclas Gyllenstrand (Swedish Museum of Natural History Stockholm; genetische Untersuchungen), Gerald H. Haug (ETA Zürich; Hilfe bei Recherchen), Robert Hehenberger (Paudorf; Belege), Alica Hindáková (Slovak Academy of Sciences Bratislava; Literatur), Peter Hochleitner (Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Referat Wasser, Umwelt und Baukultur; Belege), Sylvain Hodvina (Zwingenberg; Recherchen), Franz Höglinger (Lenzing; Belege), Magda Bábková Hrochová (Regional Museum in Olomouc; Recherchen), Ariane Huber (Burgerbibliothek Bern; Recherchen), Anton Igersheim (Naturhistorisches Museum Wien, Kryptogamensammlung; Unterstützung bei Revisionsarbeiten), Georg Jäggi (Stiftsarchiv Kloster Einsiedeln; Recherchen und Fotos), Roland Kaiser (Salzburg; Belege und Hilfe bei provisorischen Verbreitungskarten), Heli Kammerer (Stattegg; Belege), Ivona Kautmanová (Slovenské národné múzeum; Herbarrecherchen und Belegfotos), Norbert Kilian (Wissenschaftshistorische Sammlung, Botanischer Garten Berlin; Fotos), Gergely Király (Völcsej; Literaturübersetzung aus dem Ungarischen), Gerhard Kleesadl (Biodiversitätszentrum Linz, OÖ Landes-Kultur GmbH; Unterstützung bei Revisionsarbeiten, Belege), Marianne Klemun (Wien; Recherchen), Andreas König (Botanischer Garten Frankfurt; Exkursionsbegleitung), Elisabeth Kopp (Zoologisch-Botanische Gesellschaft in Österreich, Wien; Recherchen), Egbert Korte (Riedstadt-Erfelden; Exkursionsbegleitung, Funddaten), Kurt Kracher (Groß-Enzersdorf; Lobaufotos), Pater Amand Kraml (Stift Kremsmünster; Auskünfte, Fotos sowie Übersetzungen aus dem Lateinischen), Volker Krautkrämer (Lippstadt; Exkursionsbegleitung, Funddaten), Monika Kriechbaum (Universität für Bodenkultur Wien; Informationen), Wolf-Henning Kusber (Freie Universität Berlin, Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin, Berlin; Informationen zum Braun-Herbar), Hermann Kusel (Mödling; Informationen und Foto), Cäcilia Lechner-Pagitz (Universität Innsbruck; Lesen von Herbaretiketten), Stefan Lefnaer (Wien; Belege und Fotos, vor allem für die fantastischen Makroaufnahmen), Martin Lepší (University of South Bohemia in České Budějovice, Budweis; Hilfe beim Übersetzen von Literatur), Gerfried Horand Leute (Klagenfurt-Wölfnitz; Etikettenlesen, Belege und Literaturrecherchen; große Verdienste um die Characeen-Botanik in Kärnten), Katharina Ludwig (lanaplan, Nettetal; Exkursionsbegleitung, Funddaten), Albin Lugmair (Alkoven; Belege), Michael Malicky (Biodiversitätszentrum Linz, OÖ Landes-Kultur GmbH; Literaturrecherchen), Martin Mallaun (St. Johann; Belege und Fotos), Sebastian Meis (lanaplan, Nettetal; Exkursionsbegleitung, Belegdaten, Fotos), Arnulf Melzer (Technische Universität München; Informationen und Foto), Attila Mesterházy (Celldömölk; Informationen), Ulrich Meve (Herbarium der Universität Bayreuth; Leermeldung zu österreichischen Characeenbelegen); Sebastian Mitterbauer (Altheim; Recherchen); Andreas v. Mörl (Brixen; Literaturdaten); Karin Moosbrugger (Salzburg; Belege), Patrik Mráz (Herbarium PRC & Department of Botany, Charles University, Prag; Recherchen und Unterstützung bei Revisionsarbeiten), Alexander C. Mrkvicka (Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien; Belege und Fotos), Georg F. Mrkvicka (Maria Enzersdorf; Belege), Elke Naumer-Bernhardt (Wien; Exkursionsbegleitung, Belege und Funddaten), Anke Oertel (Museum Haus der Natur, Salzburg; Exkursionsbegleitung, Tauchfotos), Silke Oldorff (Stechlin; Exkursionsbegleitung, Funddaten), Clemens Pachschwöll (Universität Wien; Literaturrecherchen), Frank Pätzold (Baden-Baden; Exkursionsbegleitung, Funddaten), Jens Päzolt (Potsdam; Exkursionsbegleitung, Funddaten), Konrad Pagitz (Universität Innsbruck; Belege), Juraj Paule (Kustos, Herbarium, Botanischer Garten Berlin; Informationen über das Braun-Herbar), Georg Pflugbeil (Museum Haus der Natur Salzburg; Belege), Clemens Pichler (BG/BRG Mödling; Literatur), Peter Pilsl (Salzburg; Exkursionsbegleitung, Belege und Datenlisten), Martina Pöltl (Naturkundemuseum und Studienzentrum Joanneum Graz; Herbarrecherchen), Filippo Prosser (Fondazione Museo Civico di Rovereto; Literaturrecherchen), Uwe Raabe (Marl; Funddaten, Fotos, Recherchen, Bestimmungen, Korrekturen), Dieter Reich (Universität Wien; Exkursionsbegleitung, Belege), Bjarne Riesbeck (Plau am See; Funddaten), Roman Romanov (Dobra Voda, Montenegro; Exkursionsbegleitung, Belegrevisionen), Eugen Rott (Innsbruck; Beleg- und Literaturdaten), Markus Sabor (Breitenfurt bei Wien; Belege), Ruth Sander (Wien; Belege), Norbert Sauberer (VINCA; Exkursionsbegleitung, Informationen und Fotos), Annemarie Schacherer (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz Hannover; Exkursionsbegleitung, Funddaten), Scharfetter Astrid (Institut für Biologie, Karl-Franzens-Universität Graz; Herbarrecherchen und Belegfotos), Friedrich Schiemer (Universität Wien, Department für Limnologie; Foto), Martin Schletterer (TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG, Abteilung Wasserkraftplanung; Literatur und Funddaten), Klaus Schmieder (Universität Hohenheim; Fotos), Patric Schnitzer (Staatliche Archive – Überlieferungsbildung, Staatsarchiv St. Gallen; Fotos und Abdruckgenehmigung), Luise Schratt-Ehrendorfer (Universität Wien; Literaturdaten, Funddaten und Informationen über die Lobau), Christian Schröck (IG Moorschutz, Linz; Beratung bei der Rote-Liste-Methodik), Hendrik Schubert (Universität Rostock, Institut für Biowissenschaften; Exkursionsbegleitung, Fotos, Literatur und Funddaten), Werner Michael Schwarz (Wien Museum; Hilfe bei der Bilderrecherche), Réka Sebestyén (Hungarian National Museum Public Collection Centre, Budapest; Foto), Nicolien Sol (Naturalis Biodiversity Center Leiden; Herbardaten und Belegfotos), Elise Speta (Linz; Lesen von Herbaretiketten, Fotos und Literaturrecherchen), Barbara Steger-Mähnert (Universität Wien; Fotos), Josef Alois Stempfer (Waldzell; Exkursionsbegleitung, Fotos), Nora Stoeckl (Institut für Botanik, Universität für Bodenkultur Wien; Herbarrecherchen, Belegfotos und Belegdaten), Birgit Stöhr (Stift Kremsmünster, Forstmeisterin; Genehmigung der Untersuchung des Almsees), Oliver Stöhr (Nussdorf-Debant; Karte der Naturräume, Floristische Kartierung Österreichs), Vojtěch Taraška (Moravian Museum Brno; Herbarrecherchen), Michael Thalinger (Naturwissenschaftliche Sammlung, Tiroler Landesmuseen-Betriebsgesellschaft m.b.H.; Herbarrecherchen), Walter Till (Herbarium Universität Wien; Unterstützung bei Herbararbeiten), Barbara Turner (Universität für Bodenkultur Wien; Belege), Ernst Vitek (Naturhistorisches Museum Wien; Fotos), Danny Weber (Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina, Nationale Akademie der Wissenschaften, Halle Saale; Foto), Werner Weißmair (Neuzeug; Fotos), Ilse Wenzl (Österreichisches Kompetenzzentrum für Didaktik der Biologie AECC Biologie, Wien; Literaturdaten), Thomas Wilhalm (Naturmuseum Südtirol, Bozen; Unterstützung bei Revisionsarbeiten), Helmut Wittmann (Museum Haus der Natur Salzburg; Exkursionsbegleitung, Belege), Susan Wittwer (Radebeul; Exkursionsbegleitung, Funddaten), Claudia Wolkerstorfer (Linz; Belege), Kurt Zernig (Universalmuseum Joanneum Graz; Informationen), Helmut Zwander (Köttmannsdorf; Unterstützung). Zu guter Letzt sei noch allen gedankt, die uns in irgendeiner Form geholfen haben, auch wenn sie von uns nicht namentlich genannt wurden.
Angeführt werden hier Zitate von Quellen, die im Text verwendet wurden und auch jene, die für die Characeen-Österreich-Datenbank (vgl. Kapitel 6) ausgewertet wurden. Bei veränderbaren Internetseiten wurde jeweils auch das Abfragedatum angeführt.
AlgaeBase; ANNO; Arcanum; Kammerhofmuseum Bad Aussee; Austrian Map; Herbarium der Universität Bayreuth; Wissenschaftshistorische Sammlung, Botanischer Garten Berlin, Freie Universität Berlin; Burgerbibliothek Bern Archiv und Handschriftenbibliothek; Herbarium des Botanischen Gartens der Universität Bern; Privatarchiv und Datenbank Karl-Georg Bernhardt; Privatarchiv Alfred Bier; Datenbank Irmgard Blindow; Herbarium des Naturmuseums Südtirol Bozen; Archiv und Herbarium Slovak Academy of Sciences Bratislava; Herbarium Department of Botany & Zoology Brno; Sterbebuch Bruck an der Leitha; Archiv und Herbarium Hungarian National History Museum Budapest; Herbarium University of South Bohemia, Budweis; Carinthia; Privatarchiv und Datenbank Wolfgang Diewald; Privatarchiv Erich Draganits; Taufregister Hofkirche Dresden; Stiftsarchiv Kloster Einsiedeln; FFH-Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen; Forum Flora Austria; Herbarium Senckenbergianum in Frankfurt am Main; GADM database; GBIF; Geofabrik GmbH; Privatarchiv Christian Gilli; Google Scholar; Google Earth; Google Maps; Archiv und Herbarium Naturkundemuseum und Studienzentrum Joanneum Graz; Archiv und Herbarium Institut für Biologie, Karl-Franzens-Universität Graz; Grazer Stadtarchiv; Grazer Volksblatt; Grundbuchsblatt Infanterieregiment; Infoflora; Archiv Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina, Nationale Akademie der Wissenschaften, Halle Saale; Datenbank Markus Hofbauer; Datenbank Michael Hohla; Krause-Herbar in Iffeldorf; iNaturalist; Inkscape; Herbarium der Universität Innsbruck; Naturwissenschaftliche Sammlung, Tiroler Landesmuseen-Betriebsgesellschaft m.b.H. Innsbruck; JACQ; Datenbank und Privatarchiv Dietmar Jäger; Herbarium Haussknecht Jena; Kärntner Seedaten – Makrophytendatenbank des Landes KIS (Amt der Kärntner Landesregierung, Abteilung 8 Umwelt, Energie und Naturschutz); Herbarium des Kärntner Botanikzentrums Klagenfurt; Archiv des Landesmuseums für Kärnten, Klagenfurt; Klagenfurter Zeitung; Datenbank Heiko Korsch; Privatarchiv Kurt Kracher; Datenbank Volker Krautkrämer; Privatarchiv Stefan Lefnaer; Herbarium Naturalis Biodiversity Center Leiden; Archiv Biodiversitätszentrum Linz, OÖ Landes-Kultur GmbH; Museu Nacional de História Natural e da Ciência, Lisboa; Privatherbar Lenz Meierott; Privatarchiv Sebastian Meis; Privatarchiv Arnulf Melzer; Matriken Pörtschach am Wörthersee; Militärmatriken; Militär-Schematismus des österreichischen Kaiserthumes 1850, kaiserl. königl. Hof- und Staats-Druckerei; Privatarchiv Karin Moosbrugger; mPDF; Botanische Staatssammlung München; Datenbanken des Natural History Museums London und Museus da Universidade de Lisboa; Archiv und Herbarium des Naturhistorischen Museums Wien; NP Donauauen; Neue Freie Presse; observation.org; Österreichischer Soldatenfreund; Österreichisches Staatsarchiv, Conduiteliste Militärärzte; Österreichische Zeitschrift für Pharmacie; Datenbank Silke Oldorff; Archiv Regional Museum in Olomouc; OpenStreetMap; Privatarchiv Karin Pall; Herbarium of the Muséum national d‘Histoire Naturelle Paris; Datenbank Peter Pilsl; Pilsner Tagblatt; Herbarium der Karls-Universität Prag; Prager Abendblatt; Datenbank Ulrike Prochinig; QGIS; Privatarchiv und Datenbank Uwe Raabe; R: A Language and Environment for Statistical Computing; Rat der Europäischen Union; Herbarium des Lehrstuhls für Botanik und der Regensburgischen Botanischen Gesellschaft Regensburg; Archiv und Herbarium Universität Rostock, Institut für Biowissenschaften; Archiv und Herbarium Museum Haus der Natur Salzburg; Archiv Universität Salzburg; Salzburger Nachrichten; Privatarchiv Friedrich Schiemer; Privatarchiv Hendrik Schubert; Privatarchiv Elise Speta; Privatarchiv Josef A. Stempfer; Staatsarchiv St. Gallen; Steirische Alpenpost; Archiv Stift Kremsmünster; Archiv der TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG, Innsbruck; Datenbank und Herbarium der Universität für Bodenkultur Wien (WHB); Archiv und Herbarium der Universität Wien; Datenbank Klaus van de Weyer; Sterbebuch Vöcklabruck; Privatarchiv Ernst Vitek; Wasserrahmenrichtlinie WRRL, RL 2000/60/EG; WIKIMEDIA; Wienbibliothek im Rathaus; Wiener Kirchenzeitung für Glauben, Wissen, Freiheit und Gesetz; Wienmuseum; Wiener Stadt- und Landesarchiv; Zobodat; ETA Zürich, Hochschularchiv.
Gewidmet Elsa-Lore Kusel-Fetzmann (1932–2020), der „Grande Dame” der österreichischen Algenkunde.
Characeen-Österreich-Datenbank
Data type: ods
Explanation note: Literatur-, Beobachtungs- und Belegdaten sind digital verfügbar.